Bauarbeiter im Lkw ließ schwer verletzten Motorradfahrer im Acker liegen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 20.03.2026 15:54

Bauarbeiter im Lkw ließ schwer verletzten Motorradfahrer im Acker liegen

Gegen einen Lkw-Fahrer wird ermittelt, weil er nach einem Unfall nicht einmal anhielt, um die Notrufnummer 112 zu wählen.  (Foto: Patrick Seeger/dpa)
Gegen einen Lkw-Fahrer wird ermittelt, weil er nach einem Unfall nicht einmal anhielt, um die Notrufnummer 112 zu wählen. (Foto: Patrick Seeger/dpa)
Gegen einen Lkw-Fahrer wird ermittelt, weil er nach einem Unfall nicht einmal anhielt, um die Notrufnummer 112 zu wählen. (Foto: Patrick Seeger/dpa)

Die Polizei ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung gegen einen 37-Jährigen. Er kam bei Weihenzell zweimal an einer Unfallstelle vorbei, hielt nicht an und setzte keinen Notruf ab.

Am Dienstag kam es zwischen Ansbach und Weihenzell gegen 16.15 Uhr zu einem Unfall. Ein Motorradfahrer kam in einer Rechtskurve nach links von der Fahrbahn ab und landete im angrenzenden Acker. Dabei zog sich der Kradfahrer schwere Verletzungen am Fuß zu.

Als erstes passierte ein Lkw die Unfallstelle. Der 37-jährige Bauarbeiter am Steuer hielt nicht an, um Erste Hilfe zu leisten. Er wurde beobachtet von einem Zeugen, der nach dem Lkw zu dem Unfall kam und sich sofort um das im Acker liegende Opfer kümmerte.

Zur Unfallstelle zurückgekehrt und nicht gestoppt

Dieser Zeuge bemerkte kurz darauf verwundert, dass sich derselbe Lkw aus der anderen Richtung erneut näherte, doch wieder nicht anhielt. Er teilte diese Beobachtung der Polizei mit, die den Lkw-Fahrer ermittelte.

Wie ein Sprecher der Ansbacher Inspektion am Freitag auf FLZ-Nachfrage mitteilte, räumte der Lkw-Fahrer inzwischen ein, den Unfall zwar bemerkt, jedoch zwei Mal nicht angehalten zu haben. Beim ersten Mal, so seine Begründung, sei er von der Situation überfordert gewesen und in seiner großen Aufregung einfach weitergefahren.

Rettungskräfte waren noch nicht vor Ort

Als er sich wieder beruhigt hatte, habe er gewendet, um zu dem Verletzten zurückzukehren und ihm diesmal zu helfen. Als er sah, dass sich schon jemand anderes um den Mann im Acker kümmerte, habe er seine Hilfe jedoch nicht mehr für nötig erachtet und deshalb wieder nicht gestoppt.

Die Polizei ermittelt gegen den 37-Jährigen nun wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung. Ob sie sich negativ auf den Motorradfahrer auswirkte, ist nicht bekannt, weil der zweite Zeuge beherzt eingriff und die Rettungskräfte alarmierte. Diese waren jedoch noch nicht vor Ort, als der Lkw-Fahrer zum zweiten Mal vorbeikam und nicht anhielt.

Die erst danach eintreffenden Rettungskräfte brachten den 24-Jährigen in das Klinikum Ansbach. Am Krad entstand ein wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von rund 17.500 Euro.

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