Sie haben einen Gasanschluss und im Haus riecht es penetrant nach faulen Eiern oder ätzend? Das ist ein deutliches Warnsignal für ein mögliches Gasleck. Das kann sehr gefährlich sein, wie der Einsturz eines Hauses im sächsischen Görlitz nun vor Augen führt. Als Ursache vermutet die Polizei eine Gasexplosion.
Mehr als die Hälfte der Haushalte in Deutschland heizt laut Statistischem Bundesamt mit Gas, fürs Kochen liegt der Anteil laut Schätzungen im Bereich von unter zehn Prozent. Doch auch wenn das Risiko für solche Unfälle äußerst gering ist, zeigt sich: Man sollte Warnzeichen kennen und im Ernstfall richtig handeln. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen:
Unangenehm. Weil Erdgas und Flüssiggas keinen Eigengeruch haben, werden ihnen Duftstoffe zugesetzt. Es riecht dann ätzend oder nach faulen Eiern – und zwar schon, wenn nur geringe Konzentrationen in der Luft sind. Sinn und Zweck des Geruchs: Er soll sich von anderen Düften abheben, sofort in die Nase ziehen und damit die Menschen im Gebäude warnen.
Ruhe bewahren und Fenster und Türen weit öffnen, damit die mögliche Gaskonzentration in der Raumluft abnimmt. Dann das Gebäude verlassen und dabei andere Bewohner durch Rufe und Klopfen warnen.
Erst, wenn man draußen ist, den Gasversorger anrufen. Falls man dessen Nummer, die sich oft am Gaszähler findet, nicht zur Hand hat: Die Feuerwehr anrufen, rät der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches. Diese kenne in der Regel die Gasversorger in der Umgebung und leite die Nachricht weiter.
Und keine Sorge vor falschem Alarm haben: Es koste keinen Cent, wenn der Bereitschaftsdienst der Versorger anrückt, so der Branchenverband.
Ja, unbedingt. Ehe man das Gebäude verlässt. Deshalb sollte man wissen, wo sich der Absperrhahn befindet und der Weg dorthin sollte frei sein.
Weiß man nicht genau, wo er sich befindet (zum Beispiel in einem Miethaus) oder fühlt man sich unsicher, überlässt man das lieber den Fachleuten und bringt sich und andere in Sicherheit.
Atmet man ein wenig davon über einen kurzen Zeitraum ein, besteht nach Angaben der Stadtwerke Erkrath normalerweise kein Grund zur Sorge. Erdgas sei ungiftig, die hinzugefügten Geruchsstoffe könnten aber giftig sein und über einen längeren Zeitraum zu gesundheitlichen Problemen führen. Steigt die Konzentration des Gases in geschlossenen Räumen auf hohe Werte (circa 28 Volumenprozent), besteht Erstickungsgefahr.
Das größte Risiko ist aber die Explosion, denn dafür reicht schon eine deutlich geringere Konzentration des Gases in der Luft (zwischen 4 und 16 Volumenprozent).
Sie messen zunächst, um herauszufinden: Tritt wirklich Gas aus und wenn ja, in welcher Konzentration ist es in der Luft? Bei kritischen Werten evakuieren sie gegebenenfalls auch umliegende Gebäude.
Der faulige oder ätzende Geruch von austretendem Gas mag markant sein - doch was ist, wenn man gerade nicht im betroffenen Raum ist? Zusätzlichen Schutz bieten Gasmelder, sie warnen mit einem lauten Ton. Sie sollten nahe von Gasquellen wie Boiler oder Herd installiert werden - und zwar an der Decke, denn Erdgas steigt nach oben, weil es leichter als Luft ist.
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