Bei der Fußball-WM fiebern meist schon die jüngsten Familienmitglieder mit. Oft sind die jungen Fans dann mit vielen Gefühlen auf einmal oder in kurzer Folge konfrontiert - etwa Freude, Enttäuschung, Wut, Stolz, Begeisterung.
Gerade jüngere Kinder müssen erst noch einen Umgang mit ihren Gefühlen lernen, vor allem auch mit den negativen. Daher ist es wichtig, dass Eltern die Emotionen aktiv begleiten. Dazu rät die Onlineplattform Flimmo - Elternratgeber für TV, Streaming & YouTube. Aber was hilft dem Nachwuchs in so einer Situation wirklich? Und was ist, wenn die Eltern selbst wütend oder traurig sind?
Die eigenen Gefühle einzuordnen - das fällt jüngeren Kindern oft noch schwer. Monika Sklorz-Weiner vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e. V. (BDP) sagt: „Gerade für jüngere Kinder kann es hilfreich sein, die Gefühle konkret zu benennen - ohne diese zu bewerten.“
So könnten Eltern ihr zufolge etwa sagen: „Ich verstehe, dass du enttäuscht bist und traurig, dass die Mannschaft das WM-Spiel verloren hat. Aber im Fußball und häufig auch in anderen Spielen gibt es immer jemanden, der gewinnt und jemanden, der verliert. Wenn man einmal ein Spiel verloren hat, gewinnt man vielleicht wieder das nächste.“
Grundsätzlich sollte man Kinder vermitteln, dass alle Gefühle - positive wie negative - willkommen sind. „Statt sie also mit einem Eis abzulenken, ist es hilfreicher, sie mit Nähe zu trösten“, rät Sklorz-Weiner, Sprecherin im Team Kindeswohl und Kinderrechte des BDP. So könne man seinem Kind die Botschaft vermitteln: „Du bist mit all deinen Gefühlen in Ordnung.“
Auch das Verhalten der Erwachsenen spielt - gerade bei jüngeren Kindern - eine wichtige Rolle. Experten sprechen hier von Co-Regulation: „Je ruhiger Erwachsende selbst reagieren, umso leichter fällt es Kindern ihre eigenen Gefühle zu regulieren“, erklärt Sklorz-Weiner.
Ist es für einen Elternteil gerade schwer in der Situation ruhig zu reagieren, weil etwa die eigene Wut oder Traurigkeit über eine Spielniederlage zu groß ist? Dann kann vielleicht jemand anderes das Trösten übernehmen.
Und wenn beide Eltern als große WM-Fans selbst emotional sehr involviert sind oder das Kind sich nur von einer Person trösten lässt? Dann sei dies eine gute Gelegenheit, dem Kind Strategien zu zeigen, wie man mit heftigen Gefühlen umgehen kann. So könnten Eltern Sklorz-Weiner zufolge sagen: „Wenn man so richtig wütend ist, hilft es, wenn man einmal ganz tief Luft holt, weggeht und einmal im Kreis läuft.“
Wichtig ist, dass sich Kinder weiter sicher fühlen. Erwachsene sollten trotz Wut oder Trauer also weiter auf ihre Wortwahl und Gesten achten und dem Kind im Umgang mit den Gefühlen helfen - nicht umgekehrt. Sklorz-Weiner schlägt vor: „Bei Trauer könnten Eltern etwa fragen: „Darf ich dich in den Arm nehmen und trösten? Das kann dir helfen, nicht mehr so traurig zu sein.”“
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