Seinen letzten Applaus in offizieller Funktion erhielt der frühere Intendant des Landestheaters Dinkelsbühl, Peter Cahn, am Mittwochabend. Im Stadtrat wurde er nach 24 Jahren „erfolgreicher Tätigkeit”, wie Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer resümierte, offiziell verabschiedet.
Ab 2001 leitete Cahn das Dinkelsbühler Theater. In dieser Zeit wurden nicht nur mehrere Bauwerke für das Theater eingeweiht und regelmäßig Zuschauerrekorde gebrochen. Das ehemals Fränkisch-Schwäbische Städtetheater wurde 2008 zum Landestheater erhoben.
Über 100 Stücke für Kinder und Erwachsene hat Peter Cahn inszeniert. OB Hammer nannte „Jesus Christ Superstar”, „Das Boot” oder „Anatevka”. Ergänzt wurden die Produktionen mit Veranstaltungen rund um die Themen der Stücke.
Cahn habe 2001 in Dinkelsbühl kein leichtes Erbe angetreten, so der OB weiter. Aber unter dem früheren Intendanten habe sich das Theater „entscheidend gewandelt” und präge heute das mittelfränkische Kulturleben. Hammer versicherte: „Die Stadt steht hinter dem Theater. Es wurde niemals infrage gestellt.”
Der so Gewürdigte bekannte, dass er es sich vor 24 Jahren nicht vorstellen konnte, ein Vierteljahrhundert in Dinkelsbühl zu bleiben. Doch sei es gelungen, in dieser Zeit etwas aufzubauen, „was undenkbar war”, meinte Cahn. Mit seiner Familie habe er in Dinkelsbühl eine Heimat gefunden.
Mit zuletzt 58.000 Zuschauerinnen und Zuschauern im Jahr habe sich das Landestheater zu einem „weichen Standortfaktor” für die Stadt entwickelt. Aber Theater sei mehr als das: „Es ist wichtig, den Menschen einen Ort zu geben, an dem sie sich treffen können, miteinander reden und diskutieren können”, betonte Cahn. Das Landestheater sei eine Institution, die eine festen Platz in der Region habe.
Gäbe es diesen Ort nicht mehr, wäre das ein Verlust an Kultur, mahnte er den Stadtrat. Jeder Cent, jeder Euro, der in das Theater gesteckt werde, sei es wert, „auch wenn es mal nicht so gut läuft”.