Im Fall des angeklagten Kinderarztes aus dem Havelland wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung geht die Staatsanwaltschaft von mehr als 70 Opfern aus. Laut Anklage sind sie zwischen 2 und 20 Jahre alt und sowohl männlich als auch weiblich, wie das Landgericht Potsdam mitteilte. Die Behörde will rasch über einen Prozess entscheiden.
Der Kinderarzt, der an den Havelland Kliniken beschäftigt war, ist wegen Straftaten in 130 Fällen angeklagt. Hierzu zählen unter anderem Vorwürfe des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie der Vergewaltigung. Einen Großteil der Taten soll der Mediziner während seines Dienstes begangen haben.
Die 2. Strafkammer prüft derzeit die Eröffnung des Verfahrens. „Im Falle einer Eröffnung ist mit einer zeitnahen Terminierung zu rechnen, da der Angeschuldigte sich in Untersuchungshaft befindet“, teilte das Landgericht mit. Weitere Angaben zu den Tatvorwürfen wollte die Behörde nicht machen.
Laut Strafprozessordnung soll die Untersuchungshaft in der Regel sechs Monate nicht überschreiten - dies wäre im Fall des Kinderarztes im Mai der Fall. Er sitzt seit November in Untersuchungshaft.
Die angeklagten Straftaten sollen sich innerhalb von zwölf Jahren ereignet haben. Im Januar dieses Jahres wurde der Fall bekannt. Nach der Anzeige einer Mutter kam es zu Durchsuchungen. Die Havelland Kliniken setzten eine Aufarbeitung in Gang und überprüften ihr Kinderschutzkonzept.
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