Wer hat an der Uhr gedreht? Nun, solange die Sommerzeit nicht wirklich abgeschafft wurde: wir selbst - mindestens zweimal im Jahr. Doch das Vorstellen der Uhr um eine Stunde auf die Sommerzeit (in der Nacht vom 28. auf den 29. März) hat direkte Folgen. Na klar, es ist sofort später. Doch manche Menschen reagieren empfindlich darauf. Denn die Zeitumstellung soll durchaus wie ein Mini-Jetlag auf den Körper wirken können. Bei Ihnen nicht? Gut, aber es gibt noch andere Probleme - etwa im Verkehr.
Denn ein Teil des morgendlichen Berufsverkehrs fällt für Wochen wieder in die Dämmerung. Damit steigt die Gefahr von Wildunfällen, warnt etwa der Deutsche Jagdverband (DJV). Speziell für Rehe ist das die aktivste Zeit. Aber auch Füchse, Waschbären, Feldhasen und Co sind in der Dämmerung unterwegs und kreuzen dabei auch die Verkehrswege der Menschen.
Auch in der Abenddämmerung ist mit Wildwechsel zu rechnen. Die Zeitumstellung erhöht zwar die Gefahr für die kommenden Wochen, sie ist aber nur ein Grund dafür.
Nach der winterlichen Fastenzeit gehen gerade Pflanzenfresser ganz verstärkt auf Futtersuche. So wechseln die Tiere quasi von ihrem Schlafzimmer ins Esszimmer, bemüht DJV-Pressesprecher und Jäger Torsten Reinwald ein einprägsames Bild. Rehe etwa legen vier bis sechs Fresspausen am Tag ein und kreuzen bei der Futtersuche auch viele Straßen.
Auch beginnen bei Rehböcken die Revierkämpfe. So verteidigen diese im Frühling ihr Revier gegen Kontrahenten. Dabei werden geschlechtsreife einjährige Böcke vertrieben und müssen sich neue Orte suchen - Biologieexkurs Ende.
Aber daher passieren aufs Jahr gesehen die meisten Unfälle mit Rehen im April und Mai. Am gefährlichsten für die genannten Aktivitäten ist hauptsächlich die Zeit von 6.00 bis 8.00 Uhr und von 21.00 bis 23.00 Uhr.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) beobachtet generell besonders im Herbst ein erhöhtes Unfallrisiko durch Wildwechsel, doch auch in den Monaten April und Mai steige die Gefahr nochmals deutlich an. Also, es wird wild - wie kann es sicherer werden?
Wer eine Voll- beziehungsweise Teilkaskoversicherung abgeschlossen hat, kann Schäden am Auto, die Haarwild wie Rehe und Wildschweine verursacht haben, regulieren lassen. Vögel etwa sind nicht überall inbegriffen, so der GDV.
Einige Policen bieten daher Schutz für Unfälle mit weiteren oder gar sämtlichen Tieren an. Auf den persönlichen Schadenfreiheitsrabatt habe ein Wildschaden keinen Einfluss. Daher einen Blick auf den eigenen oder gewünschten Tarif werfen. Eine Teilkasko ist automatisch Bestandteil einer Vollkasko.
Ohne Kaskoversicherung jedoch bleibt man nach einem Wildschaden auf den Kosten sitzen, nur die Kfz-Haftpflichtversicherung reicht nicht. Laut GDV verzichteten im Jahr 2024 rund 11 Prozent der Autofahrer auf den Schutz einer Kaskoversicherung. Nach einer Mitteilung zufolge zählten die deutschen Kfz-Versicherer im Jahr 2024 rund 276.000 Wildunfälle mit kaskoversicherten Pkw. Der durchschnittliche Schaden stieg von 3.850 Euro im Vorjahr auf 4.100 Euro.
Laut DJV-Auswertung sind bei rund jedem zweiten gemeldetem Wildunfall Rehe verwickelt. Jeder zehnte Unfall trifft Hase und Kaninchen, dicht gefolgt von Fuchs, Dachs, Marderhund und Waschbär. Ausgewertet wurden über 70.000 Daten aus dem Tierfund-Kataster.
Einen Wildunfall und tote Tiere entlang von Verkehrswegen kann man auch an das Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) melden. Das ist ein Projekt der Jagdverbände und der Universität Kiel zur einheitlichen Erfassung von Wildunfällen. Das Melden geht auch via TFK-App (für Android und iPhone).
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