Der neuerliche Versuch der Deutschen Bahn (DB), ihr Elektronisches Stellwerk in Ansbach komplett in Betrieb zu nehmen, beschert Fahrgästen in Westmittelfranken für einige Tage schwere Beeinträchtigungen. Wie sich am Donnerstag, 29. Januar, zeigte, könnten diese noch länger dauern als erwartet.
Das Stellwerk sollte eigentlich bereits im Oktober ans Netz gehen, allerdings kam es dabei zu Anbindungsproblemen. Die Totalsperre des Bahnknotens Ansbach lief zumindest in dieser Hinsicht zu diesem Zeitpunkt ins Leere. Nun soll ein neuer Versuch alles richten – allerdings ist auch hierfür eine komplette Sperrung der Bahnstrecken im Raum Ansbach erforderlich.
Dauer der Baumaßnahme ist eigentlich vom 28. Januar bis zum frühen Morgen des 4. Februar. In diesem Zeitraum sind zwei Strecken an einigen Tagen gesperrt:
Am Donnerstag teilte die Deutsche Bahn per Fahrgastinformation jedoch mit, dass die Ersatzfahrpläne für die S-Bahn-Linie 4 bis zum frühen Morgen des 7. Februar währen sollen – und damit um drei Tage verlängert. Die Züge des RE90 sollen derweil auf der Strecke schon früher wieder durchfahren können. Eine Darstellung, die etliche Fahrgäste irritieren dürfte.
Heißt das also, dass die Vollsperrung des Knotens Ansbach noch länger dauert? Wurden weitere Linien wie der RE90 einfach noch nicht in den Ersatzplan eingearbeitet? Oder bleibt wirklich nur die S4 betroffen? Eine entsprechende Anfrage der FLZ konnte die DB am Donnerstagabend nicht mehr beantworten. Details wurden für Freitag in Aussicht gestellt.
Damit ergibt sich zum Status Quo (Stand: 29. Januar, 18 Uhr) folgende Übersicht:
Nach Angaben der DB verkehrt die S4 auf der Strecke Nürnberg–Ansbach–Crailsheim nicht immer durchgängig. Seit Donnerstagnachmittag, 29. Januar, fallen die S-Bahnen zwischen Wicklesgreuth und Ansbach sowie weiter nach Crailsheim komplett aus. Hier sollen Busse den Zugverkehr ersetzen.
Nach Stand vom 29. Januar soll das nun länger als bis zum 3. Februar andauern. In neuen Fahrplänen der DB ist von einer Verlängerung der Ersatzverkehre bis zum frühen Morgen des 7. Februar die Rede.
Der geänderte Fahrplan für die S4 ist an dieser Stelle hinterlegt.
Auch der RE90 (Nürnberg–Stuttgart) von Arverio kann nicht auf ganzer Strecke verkehren. Er endet aus Stuttgart kommend seit Donnerstagnachmittag, 29. Januar, stets in Dombühl. Zwischen Dombühl und Nürnberg besteht Schienenersatzverkehr per Bus.
Ob die Sperrung für den RE90 (wie bislang im Fahrplan angegeben) bis 3. Februar andauert oder ebenfalls drei Tage länger währt, ist noch unklar.
Ersatzfahrpläne für Arverio finden sich auf der Website des Nahverkehrsbetreibers.
Nach Fahrplanauskunft des privaten Zugbetreibers Arverio fährt der RE80 (Würzburg–Treuchtlingen) vom 28. Januar bis einschließlich 3. Februar nur zwischen Treuchtlingen und Gunzenhausen sowie zwischen Steinach und Würzburg. Der mittlere Abschnitt wird von Ersatzbussen befahren. Zeitweise fährt der Schienenersatzverkehr auch bis Würzburg durch.
Allerdings war auch hier am 29. Januar nicht klar, ob die Ausfälle womöglich um einige zusätzliche Tage andauern könnten.
Vom 4. bis 6. Februar soll die Streckensperrung aufgehoben sein, es kommt allerdings weiterhin zu Zugausfällen in verschiedenen Abschnitten. Während einige Verbindungen des RE80 wieder durchgängig unterwegs sind, werden manche Züge weiterhin durch Busse ersetzt.
Wegen der Bauarbeiten entfallen im Zeitraum der Totalsperrung auch die Fernverkehrsverbindungen im Knoten Ansbach, also die IC-Linie 61 sowie die ICEs mit Halt in Ansbach. Letztere werden großräumig zwischen München und Würzburg über Nürnberg umgeleitet.
Viele Umleiterzüge, die nicht nur den Fernverkehr, sondern auch den Güterverkehr betreffen, fahren in dieser Zeit auf der Strecke Nürnberg–Würzburg. Um dort Platz zu schaffen, lässt die Bahn wie schon seit einigen Wochen jede zweite S-Bahn der Linie S6 (Nürnberg–Neustadt/Aisch) ausfallen. Diese Maßnahme gilt noch bis 6. Februar.