Bayern-Frauen trotz verpasstem Coup: „Zukunft wird groß“ | FLZ.de | Stage

arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 04.05.2026 05:31, aktualisiert am 04.05.2026 12:27

Bayern-Frauen trotz verpasstem Coup: „Zukunft wird groß“

Raus mit Applaus: die Bayern-Frauen mit Momoko Tanikawa (Vordergrund) in Barcelona.  (Foto: Joan Monfort/AP/dpa)
Raus mit Applaus: die Bayern-Frauen mit Momoko Tanikawa (Vordergrund) in Barcelona. (Foto: Joan Monfort/AP/dpa)
Raus mit Applaus: die Bayern-Frauen mit Momoko Tanikawa (Vordergrund) in Barcelona. (Foto: Joan Monfort/AP/dpa)

Wenn sich Stolz und Enttäuschung die Waage halten, hat man im Sport oft viel richtig gemacht. Die Bayern-Fußballerinnen waren wegen des Aus' im Halbfinale der Champions League und des verpassten Coups gegen Europas Vorzeigeteam aus Barcelona zwar zunächst gefrustet. Nach dem 2:4 im Camp Nou aber durfte sich noch auf dem abendlichen Heimflug nach München Stolz breit machen beim deutschen Serienmeister. Und nicht nur bei Trainer José Barcala ist der Hunger auf mehr geweckt. „Unsere Zukunft wird groß sein, wenn wir den Weg weitergehen“, versprach der Coach.

Nach dem 1:1 im Hinspiel in München hatte Bayern dem Topfavoriten auch auswärts ein spektakuläres Duell geliefert. Der FC Barcelona war am Sonntag indes über weite Strecken überlegen und konnte am Ende vor gut 60.000 Fans auch verdient den Einzug ins Endspiel am 23. Mai in Oslo gegen Olympique Lyon um die deutsche Nationalspielerin Jule Brand bejubeln.

Präsident Hainer: „Erhobenen Hauptes nach München zurück“

Dass die Münchnerinnen aber trotz der jeweils gesperrten Top-Verteidigerin Franziska Kett und Trainer Barcala bis zum Schluss nicht aufsteckten, brachte ihnen viel Respekt ein. Der mitgereiste Vereinspräsident Herbert Hainer betonte: „Wir fahren erhobenen Hauptes nach München zurück. Wir haben der besten Mannschaft der Welt ein starkes Spiel geboten, in der Champions League viele weitere Sympathiepunkte gesammelt und gezeigt, dass sich der FC Bayern mehr und mehr in der internationalen Spitze etabliert.“

Das sah auch Giulia Gwinn so. „Im Endeffekt geht es darum, das mitzunehmen, was wir geleistet haben. Mit ein bisschen Abstand betrachtet ist es eine Leistung, auf die wir stolz sein können“, sagte die DFB-Kapitänin beim Pay-TV-Sender Disney+. Linda Dallmann - neben Pernille Harder eine der Torschützinnen - resümierte: „Es hat nicht ganz gereicht, aber trotzdem war heute das Gesicht, das wir gezeigt haben, das richtige.“ Vor allem im Rückblick auf das erste Duell mit Barça zum Auftakt der Ligaphase, als die Bayern noch 1:7 untergegangen waren.

Entwicklung nach 1:7-Abreibung - Werbung für Frauenfußball

Danach verlor die Barcala-Truppe kein Spiel mehr - überhaupt waren die beiden Niederlagen gegen die Katalaninnen die bislang einzigen in dieser Saison, in der für München im DFB-Pokal-Finale gegen Wolfsburg noch das Double drin ist. 

Ganz nebenbei machten Gwinn und Co. Werbung für den Frauenfußball. Schon im Hinspiel begeisterten sie in der Allianz Arena 31.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Das Spektakel vor fast doppelt so vielen Leuten im mächtigen Camp Nou setzte noch einen drauf. „Das ist wirklich beeindruckend“, kommentierte Präsident Hainer. Und Stürmerin Klara Bühl sagte im ZDF vor dem Anpfiff: „Die Kulisse zeigt erstmal, wie der Frauenfußball gewachsen ist.“

Frust wegen VAR-Entscheidung in Schlussphase

Dass nach mehr als 90 umkämpften Minuten dann zunächst der Frust überwog, lag auch an Schiedsrichterin Stéphanie Frappart aus Frankreich. Diese hatte ein Tor von Harder zum 3:4 zurückgekommen - sie erkannte auf den Videobildern ein Foul vor dem Tor. „Für mich unerklärlich, dass das Tor zurückgepfiffen wird“, sagte Gwinn danach. „Es ist sehr, sehr viel, über das man sich gerade ärgert, weil man das Gefühl hatte, wir waren dann irgendwie doch dran.“

© dpa-infocom, dpa:260504-930-29452/2


Von dpa
north