Bayern will an den Biberberatenden im Landkreis Ansbach sparen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 09.12.2025 18:40

Bayern will an den Biberberatenden im Landkreis Ansbach sparen

Biber lassen sich selten blicken, aber sie bauen unermüdlich wie hier im Dombachtal an ihren Dämmen. Das führt zu Konflikten, die mithilfe der Biberberater gelöst werden können. (Foto: Thomas Schaller)
Biber lassen sich selten blicken, aber sie bauen unermüdlich wie hier im Dombachtal an ihren Dämmen. Das führt zu Konflikten, die mithilfe der Biberberater gelöst werden können. (Foto: Thomas Schaller)
Biber lassen sich selten blicken, aber sie bauen unermüdlich wie hier im Dombachtal an ihren Dämmen. Das führt zu Konflikten, die mithilfe der Biberberater gelöst werden können. (Foto: Thomas Schaller)

Die Staatsregierung will sparen. Deshalb bezahlt das bayerische Umweltministerium im nächsten Jahr nur noch die Hälfte der Kosten für die ehrenamtlichen Biber- und Hornissenberatenden, die im Landkreis Ansbach unterwegs sind. Trotzdem soll ihre Arbeit fortgesetzt werden.

Der Umweltausschuss des Kreistags empfahl dem Kreisausschuss einstimmig, dass der Landkreis die Finanzlücke stopft und die Hälfte der Entschädigungskosten für die Beratenden einschließlich der Fahrtkostenerstattung übernimmt.

Konflikte werden entschärft

Die Regierung von Mittelfranken hatte den Landkreis im Oktober über die geplante Kürzung informiert. Nach den Worten von Stefanie Schwarz, Sachgebietsleiterin an der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt, führt die Tätigkeit der Hornissenberatenden dazu, dass die Akzeptanz gegenüber Hornissen, Wespen und Wildbienen erheblich gesteigert wird.

Da die Biberberatenden und auch die Hornissenberatenden durch die direkte Kontaktaufnahme vor Ort in sehr vielen Fällen zur Entschärfung von Konflikten beitragen und darüber hinaus Biberentnahmen durchführen, schlug die Naturschutzverwaltung vor, den verbleibenden Anteil der Beraterkosten in Höhe von 50 Prozent für das Jahr 2026 über den Kreishaushalt zu decken.

Die Alternative wäre, keine Biberberatenden mehr in die betroffenen Bereich zu schicken. Negative Diskussionen über den Biber hätten aber Folgen, warnte Schwarz. „Die Leute sollen sich ernst genommen fühlen”, sagte sie. Es sei gut, wenn jemand herauskomme und Lösungen wie ein Vergrämungsgerät oder eine Biberdamm-Absenkung anbieten kann. Die Mitteilung der Regierung sei außerdem „zur Unzeit” gekommen.

„Die Leute sollen sich ernst genommen fühlen”

Landrat Dr. Jürgen Ludwig (CSU) ergänzte, ihm sei schleierhaft, warum der Freistaat jetzt sage, dass der Landkreis das nun selbst zahlen solle: „Wir sind hier im staatlichen Aufgabenbereich unterwegs”. Andererseits sei der erforderliche Betrag mit etwa 16.000 Euro „halbwegs überschaubar”.

Auf Anfrage von Fritz Zinnecker (Freie Wähler) erläuterte Stefanie Schwarz, dass die Biber bei Bedarf von den Beratenden mit Fallen oder durch Abschuss aus ihrem Revier entfernt werden. Isabella Hirsch (Grüne) kritisierte, der Freistaat wälze Kosten „auf die Peripherie” ab, obwohl durch Prävention viele Schäden vermieden würden.

Die Biberberatenden würden bei den Landwirten „dringend gebraucht”, sagte Reinhold Meyer (CSU). Andy Zeller (Grüne) brachte die Idee ein, dem Freistaat eine Rechnung zu schicken, wenn es um den Schutz staatlicher Flächen geht.

Nachwuchsprobleme gibt es nicht

Sachgebietsleiterin Schwarz erklärte, das Interesse an der Beratungstätigkeit sei groß, es gebe keine Nachwuchsprobleme bei den Beratenden.

Ab 2027 hat der Freistaat Bayern vor, die Beraterkosten über den Finanzausgleich für staatliche Aufgaben vollständig auf die Landkreise zu übertragen.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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