Mit dem Jahreswechsel ändern sich die Besitzverhältnisse beim Rothenburger Kunststoffspezialisten ebalta GmbH. Der 55-jährige Geschäftsführer Andre Neutzler übernimmt die Anteile seiner Mitgesellschafter Thiemo und Boris Langer.
Bei einem Pressegespräch mit der FLZ schilderte der Kunststoff-Ingenieur Neutzler die Hintergründe dieser Entwicklung und seine Pläne für die weitere Entwicklung des Unternehmens, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen gefeiert hat. Nach den Worten von Neutzler scheiden Thiemo und Boris Langer aus dem Unternehmen aus, da sich in ihren Familien keine Nachfolge abzeichnet und daher rechtzeitig eine einvernehmliche Lösung zur Zukunftssicherung gefunden werden sollte.
Mit 130 Mitarbeitern erwirtschaftet ebalta etwa 28 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Zuletzt gab es leichte Rückgänge, aber im „Rahmen des Verkraftbaren“. Die Gesamtsituation klinge in der Öffentlichkeit schlimmer, „als wir es in der Praxis erleben“, findet der Firmenchef.
60 Prozent des Umsatzes entfallen auf Deutschland und 40 Prozent auf das Ausland. Davon wiederum werden 80 Prozent in der EU umgesetzt. Eines der strategischen Ziele von Neutzler ist es, die Internationalisierung des Unternehmens voranzutreiben. „Da haben wir noch deutlich großes Potenzial“, ist er sich sicher. In Europa liege der Marktanteil bei fünf bis zehn Prozent, in Deutschland bei etwa 30 Prozent. Weder eine Verlagerung der Produktion ins Ausland noch ein Arbeitsplatzabbau sind derzeit geplant.
„Außerdem wollen und müssen wir uns neue Geschäftsfelder erarbeiten“, sagte Neutzler. Tomografenringe für die Medizintechnik, Material für Klettergriffe sowie Ringe und Kessel für Roulette-Tische wie sie auch in der Spielbank Feuchtwangen stehen nennt er als Beispiele, bei denen dies gelungen ist.
Aktiv ist die Firma bisher vor allem im Modell- und Formenbau für die Automobil-, Luftfahrt-, Maschinenbau- und Gießerei-Industrie. „Wir sind ausschließlich im B-to-B-Geschäft“, erläutert der Geschäftsführer, also im Geschäft zwischen Unternehmen. Dabei ist Schnelligkeit gefragt, zwischen Auftrag und Lieferung vergehen häufig nur 24 Stunden.
In Deutschland verkauft ebalta seine Produkte im Direktkundenvertrieb, im Ausland über ein Händlernetz in etwa 30 Ländern. Eingekauft wird das notwendige Material „fast ausschließlich in Europa“.
Auf einem 25.000 Quadratmeter großen Gelände an der Erlbacher Straße in Rothenburg werden Platten, Blöcke, Gießmassen und Gießharze hergestellt. „Wir sind die Experten für Polyurethan- und Epoxidharze“, erklärt Andre Neutzler, der seit 1998 Gesellschafter und seit 1999 Geschäftsführer bei ebalta ist.
Im eigenen Labor werden neue Rezepturen entwickelt, die möglichst nachhaltig sein sollen – indem zum Beispiel nachwachsende Rohstoffe eingesetzt werden. Viele früher verwendete potenziell umweltgefährdende Stoffe sind durch eine strengere EU-Regulierung mittlerweile weggefallen. Dies sei im Grundsatz auch richtig so, findet Neutzler. Seit 2021 ist ebalta als klimaneutral durch CO2-Ausgleich zertifiziert.
„Wir haben Alternativen gefunden, um unseren Impact auf die Umgebung oder auf das gesamte System deutlich zu reduzieren“, betont er.