Gründe, warum die Stadt sprichwörtlich am Rad drehen könnte, gäbe es zur Genüge: Millionenzahlungen an das Klinikum, der schwächelnde ÖPNV, der allgegenwärtige Brandschutz. Diesmal aber dürfen die Bürger und Besucher Ansbachs selbst am Rad drehen. Dazu ruft die jüngste Aktion der Citywerkstatt auf.
Vom 15. bis zum 22. Juni haben Kunden in Geschäften der Altstadt die Möglichkeit, Gutscheine zu gewinnen. Dazu müssen sie lediglich an einem der in den elf teilnehmenden Geschäften platzierten Glücksräder Hand anlegen. 24 Gewinnfelder gibt es dabei, jedes einzelne Segment ist mit ganz unterschiedlichen Preisen belegt.
Die Idee dazu ersann Andreas Schmidt von Mountain-Sports zusammen mit Sabrina Dreßler von der Second-Hand-Boutique Schwanen-Werk. Dem Grundgedanken der Citywerkstatt folgend, begleitete das findige Duo die Idee auch eng bis zu ihrer Umsetzung. Auf ihrer Werbetour dafür gewannen die beiden insgesamt elf Einzelhändler, die sich ebenfalls von der Neuauflage eines Glücksrades eine Steigerung der Aufenthaltsqualität in der Altstadt erhoffen.
Wobei die Aktion darauf beruht, den Kunden nach einem Einkauf in einem der beteiligten Geschäfte auf weitere Angebote anderer Einzelhändler in der Stadt zu verweisen. „Ich empfehle unseren Kunden gerne ein gutes Geschäft. Damit werden kleine Inseln verbunden“, führt Sabrina Dreßler den Gedanken aus.
Für Dreßler, die für Raddreher etwa Gutscheine im Wert von 20 Euro ausgibt, sobald sie in ihrem Geschäft Waren im Wert von mindestens 50 Euro erworben haben, ist vor allem die Stärkung des Netzwerks wichtig. Die Wertigkeit der ausgegebenen Gutscheine führt Andreas Schmidt als gutes Argument für den Erfolg der Glücksrad-Kampagne auf. Der Ausrüster für fränkische Bergfexe und Wanderfreunde hat in seine Geschenkebox hochwertige Produkte gepackt: Von der faltbaren Trinkflasche bis zur Stirnlampe, „kein Geschenk unter 30 Euro“, betont er und erklärt seine Motivation, sich in der Ideenschmiede der Citywerkstatt einzubringen. „Mir ist wichtig, dass in Ansbach was geht.“
Erstmals beteiligen sich an einer Aktion der Citywerkstatt auch im Brücken-Center ansässige Geschäfte. Das zeige, wie sich der gelebte Gedanke der Citywerkstatt verselbstständige und das gute Miteinander der Einzelhändler in einer für sie schwierigen wirtschaftlichen Phase gestärkt werde, meinte Gregor Heilmaier, Projektbegleiter der Citywerkstatt.
Die in Holz gefertigten Prototypen der Glücksräder stammen aus der Bad Windsheimer/Lenkersheimer Werkstatt der westmittelfränkischen Lebenshilfe, die sich damit erneut bei der Citywerkstatt einbrachte. Eine Mitarbeiterin der städtischen Verwaltung entwarf die Plakate zur Aktion. Darauf ist unter anderem ein QR-Code abgebildet, der nach einem Scan via Mobiltelefon auch sofort die Liste aller elf beteiligten Glücksrad-Geschäfte ausspuckt. Da lässt es sich dann ganz einfach mal am Rad drehen.