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Veröffentlicht am 17.07.2024 11:00

Belebung der Ansbacher Innenstadt: Die Eigentümer sind gefragt

Einen Appell an die Immobilieneigentümer in der Altstadt hat Oberbürgermeister Thomas Deffner gerichtet: „Die Eigentümer sind der Schlüssel zur Belebung der Innenstadt.“

Die Forderung nach mehr Leben in der City werde immer häufiger und immer lauter geäußert, befand der OB jüngst beim Unternehmerabend der Stadt. Die seit drei Jahren bestehende Citywerkstatt versuche nach Kräften das mit verschiedenen Maßnahmen zu realisieren.

Deffner verwies auf das neue kronenförmige Sitzmöbel in der Kronenstraße, die über den Gassen schwebenden Regenschirme, Hüpfspiele oder auch die Aktion „Ansbach lacht“. In den Altstadtgassen hingen im vergangenen Jahr in luftiger Höhe große Fotos von Menschen, die die Besucher mit einem Lächeln begrüßten. Die Idee kam so gut an, dass die Stadtverwaltung beschlossen hat, sie für den Städtemarketingpreis einzureichen.

Fachgeschäften das Leben leichter machen

Doch all diese Aktivitäten könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass für die Belebung der Innenstadt auch attraktive Einkaufsmöglichkeiten erforderlich seien. „Fachgeschäfte tun sich immer schwerer“, sagte der OB mit Blick auf den boomenden Internethandel. Um ihnen das Leben etwas leichter zu machen, wäre es an den Vermietern, ihnen attraktive und vor allem bezahlbare Ladenflächen anzubieten.

„Die Ansiedlung von Spielhallen konnten wir noch verhindern.“ Das ging über eine Satzung. Doch dafür schossen andere Läden in größerer Zahl aus dem Boden. „Die Vermieter müssen sich die Frage stellen, wie viele Nagelstudios und Barbershops eine Stadt noch verträgt.“

Auf Dauer ist wohl auch nicht zu erwarten, dass diese beiden Geschäftsmodelle in großer Zahl in der Stadt die großen Gewinne erwirtschaften. Ohne attraktive Ergänzungen werden sie auch nicht nicht für viel Leben in der Innenstadt sorgen. Die Stadt, so Deffner, habe ihren Teil zur Aufenthaltsqualität geleistet und beispielsweise die Neustadt hergerichtet.

Kleine Machbarkeitsstudien sind geplant

Über ein aktives Leerstandsmanagement will die Verwaltung künftig die Eigentümer beraten, was in den jeweiligen Immobilien möglich ist. Die Stadt spricht in einer Mitteilung selbst von „kleinen Machbarkeitsstudien“, die Nutzungsansätze aufzeigen, um Leerstände zu verhindern oder zumindest zu verringern. „Der Beratungsansatz fungiert somit als Initialzündung für Nutzungsszenarien an Immobilien mit vorhandenen oder drohenden Leerständen und soll einen Einstieg in anschließende Gebäudesanierungen bieten“, informierte die Stadt.

Die Idee ist, dass die eine Hälfte der Kosten die öffentliche Hand trägt, die andere die Eigentümer. Für 2024 sind hierfür 10.000 Euro seitens der Stadt vorgesehen, 15.000 Euro würden von der Städtebauförderung kommen. Insgesamt können also Projekte mit bis zu 50.000 Euro in Angriff genommen werden, sobald das Leerstandsmanagement Fahrt aufgenommen hat.

Fördertöpfe anzapfen

Die Stadt ist zudem bemüht, den Zugang zu Fördertöpfen zu bekommen. Weil hierfür kommunale Eigenmittel bereitgestellt werden, muss der Stadtrat hierfür noch grünes Licht geben.

Es müsse bei der künftigen Nutzung nicht immer nur um gewerbliche Flächen gehen, erklärte der OB vor wenigen Wochen in einem Interview mit der FLZ. Vielmehr sei aus seiner Sicht gerade auch das Wohnen ein ganz entscheidender Faktor, um die Altstadt lebendiger zu machen.

Die Stadt hat schon einiges für die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt getan, findet Oberbürgermeister Thomas Deffner und verweist unter anderem auf die Neugestaltung der Neustadt. Er hofft auf Unterstützung der Immobilieneigentümer. (Foto: Robert Maurer)
Die Stadt hat schon einiges für die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt getan, findet Oberbürgermeister Thomas Deffner und verweist unter anderem auf die Neugestaltung der Neustadt. Er hofft auf Unterstützung der Immobilieneigentümer. (Foto: Robert Maurer)
Die Stadt hat schon einiges für die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt getan, findet Oberbürgermeister Thomas Deffner und verweist unter anderem auf die Neugestaltung der Neustadt. Er hofft auf Unterstützung der Immobilieneigentümer. (Foto: Robert Maurer)
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