Die beiden in Münchsteinach schon nominierten Bürgermeisterkandidaten Thomas Jordan (Freie Wähler Altershausen) und Robert Rößner (Freie Wähler Neuebersbach) bekommen noch Konkurrenz vom Bürgerforum. Dieses nominierte kurz vor Bewerbungsschluss Elisabeth Schmidt. Die 59 Jahre alte Maschinenbauspezialistin ergatterte 55 der 66 Stimmen.
Die kurzfristige Kandidatur Schmidts, die als Lokalpolitikerin das vielzitierte unbeschriebene Blatt darstellt, hatte viele Neugierige angelockt, die die Plätze der Kulturscheune füllten und den Ausführungen der Kandidatin für das Bürgerforum lauschten.
Zwölf Jahre ist Schmidt Bürgerin der Gemeinde Münchsteinach. Geboren wurde sie in Lutherstadt Wittenberg; Schmidt ist verheiratet und Mutter einer Tochter. Noch vor dem Mauerfall hatte es die Bürgermeisterkandidatin 1989 über Tschechien, Ungarn und Österreich ins Mittelfränkische verschlagen. Ihr Studium des Maschinenbaus und die Fortbildung zur Technischen Redakteurin waren Basis für die Anstellung als Fachkraft durch Siemens, wo Elisabeth Schmidt langjährig arbeitete.
Tausche Stadt gegen Land: Durch diesen Wunsch der Familie ist Münchsteinach seit zwölf Jahren neuer Wohnsitz, was Elisabeth Schmidt als echten „Glücksgriff“ schätzt. Jetzt ist sie für die Iphöfer Firma Knauf tätig. Für den Hospizverein Neustadt ist Schmidt außerdem als Ehrenamtliche aktiv. Dieses soziale Engagement bedeute ihr viel, erklärte Schmidt dem Publikum und fügte an, dass dies sogar der Grund für die Kandidatur als Bürgermeisterin sei. Denn durch dieses Amt könne sie auch etwas für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde tun.
Offen stellte sich Elisabeth Schmidt den Publikumsfragen. Sie wolle hauptamtlich als Bürgermeisterin agieren und gegenwärtig durch den jetzigen Gemeinderat beschlossene Projekte abschließen. Sie sei für transparente Entscheidungen und wolle besonders die Ortsteile als Gesamtgemeinde um den Tisch versammeln. Die parteilose Schmidt bejahte auch die Frage, ob denn sogar statt der klassischen Beschlüsse des Gemeinderats das Instrument der Bürgerentscheide möglich sei.
Besonders entscheidend sei für sie, dass die künftigen Projekte und Entscheidungen für jede Generation etwas parat hätten – ob es nun der sichere Schulweg für die Kinder, die für Senioren passenden Angebote oder Informationen für die Middle-Ager seien.
Für die Ausführungen gab es den Applaus der Anwesenden, die gerne eine Gegenüberstellung der nun drei Kandidaten bei einem gemeinsamen Podiumstermin hätten. Für Elisabeth Schmidt als Bürgermeisterkandidatin des Bürgerforums Münchsteinach votierten anschließend 55 der 66 Wahlberechtigten. Der aktuelle, nicht erneut kandidierende Amtsinhaber Jürgen Riedel stammt ebenfalls vom Bürgerforum, das im aktuellen Ratsgremium eine Zweidrittelmehrheit hat.