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Veröffentlicht am 19.03.2026 03:32, aktualisiert am 19.03.2026 07:39

Busse und Bahnen stehen still – massive Ausfälle im ÖPNV

Etliche Bus- und Tramhaltestellen in Bayern waren am Donnerstag verwaist. (Foto: Sven Hoppe/dpa)
Etliche Bus- und Tramhaltestellen in Bayern waren am Donnerstag verwaist. (Foto: Sven Hoppe/dpa)
Etliche Bus- und Tramhaltestellen in Bayern waren am Donnerstag verwaist. (Foto: Sven Hoppe/dpa)

In mehreren bayerischen Städten müssen die ÖPNV-Kunden am Donnerstag wieder mit massiven Einschränkungen wegen Warnstreiks rechnen. In Augsburg sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi, er gehe davon aus, „dass Augsburg heute stillstehen wird“.

Die Stadtwerke Augsburg berichteten am Morgen, Busse und Straßenbahnen des Kommunalunternehmens blieben in den Depots. Der Nahverkehr sei zum Erliegen gekommen. Es gebe nur einzelne Linien im Stadtbereich, die von privaten Busunternehmen bedient würden und daher von den Streiks nicht betroffen seien.

Bereits am Mittwoch wurde in München und Dachau gestreikt. Nun wurde der Arbeitskampf auf eine Reihe weiterer Kommunen ausgedehnt, auch auf Regensburg, Bamberg, Bayreuth, Fürth, Schwabach, Schweinfurt, Passau und Landshut. In einigen Städten gehen die Ausstände auch am Freitag und teilweise sogar am Samstag weiter.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft teilte mit, dass auch am Donnerstag wieder erhebliche Einschränkungen bei den U-Bahnen und Trambahnen zu erwarten seien sowie Taktausdünnungen bei den Busen. Die Buslinien würden trotzdem eine Grundversorgung im Stadtgebiet ermöglichen. Bei den Straßenbahnen seien die Linien 20 im 10-Minuten-Takt sowie 25 im 20-Minuten-Takt in Betrieb. Die U-Bahnen könnten zwischen Sendlinger Tor und Münchner Freiheit genutzt werden.

In Nürnberg ist der Streik am Donnerstag noch nicht zu spüren

Wie üblich fahren S- und Regionalbahnen, weil sie andere Betreiber haben. Auch Regionalbusse rund um die Ballungszentren sind nicht betroffen. In Nürnberg wird am Donnerstag laut der dortigen Verkehrsgesellschaft zwar gestreikt, nicht aber beim Fahrpersonal, weswegen dort erst am Freitag und Samstag Auswirkungen auf den Nahverkehr erwartet werden.

Die Stadtwerke planen einen Ersatzfahrplan auf Basis der Nachtlinien. Für das Fußballspiel am Samstag raten sie zur Nutzung der S-Bahn. Die Nachbarstädte Schwabach und Fürth werden Donnerstag und Freitag bestreikt, dort sind Notfahrpläne beziehungsweise Notbetrieb geplant.

In Augsburg reagieren die Stadtwerke auf den Streik, indem sie die Leihfahrräder des Unternehmens den Kunden kostenlos anbieten. Am Freitag sind in Bayern drittgrößter Stadt nur die Werkstätten von den Gewerkschaftsmaßnahmen betroffen, weswegen es nur noch zu einzelnen Ausfällen kommen soll.

In Regensburg ist der Streik auf den Donnerstag beschränkt - hier ist ein Notangebot auf Basis der Nachtlinien geplant. Ähnlich in Bamberg, dort soll es von 6.00 bis 20.00 Uhr einen Notfahrplan auf Basis der Linien 935, 936, 937 und 938 geben. In Bayreuth rechneten die Stadtwerke damit, am Donnerstag die Hälfte des Angebots aufrechterhalten zu können. In Landshut, wo ebenfalls nur am Donnerstag gestreikt wird, erwarten die Stadtwerke, dass nur wenige Busse im Netz im Einsatz sein werden. In Schweinfurt werden nach Einschätzung der Stadtwerke zahlreiche Fahrten entfallen.

Drei Tage in Passau und Dachau

Besonders hart trifft es Passagiere in Passau. Sie müssen sich auf gleich drei Streiktage einstellen. Von Donnerstagfrüh bis zum Betriebsschluss am Samstagabend soll der Nahverkehr hier ruhen. Sonntagfrüh werde alles wieder normal fahren, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Auch in Dachau gibt es den dortigen Stadtwerken zufolge drei Streiktage, der erste war hier allerdings bereits am Mittwoch.

Hintergrund des Warnstreiks ist der laufende Tarifkonflikt. Am kommenden Montag (23. März) steht der nächste Verhandlungstermin mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) an, bei den bisherigen drei Gesprächen gab es keine Einigung.

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die etwa 9.000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen eine Lohnerhöhung um fast 670 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Die Kommunen weisen das als unbezahlbar zurück. Ihren Berechnungen zufolge würde eine Erfüllung der Verdi-Forderungen die Personalkosten im kommunalen Nahverkehr um 25 Prozent in die Höhe treiben.

© dpa-infocom, dpa:260319-930-835977/2


Von dpa
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