Chemie selbst einmal erleben – das konnten jetzt Eltern und Erziehungsberechtigte von Mädchen und Jungen, die das naturwissenschaftliche Fach an der Johann-Georg-von-Soldner-Realschule in Feuchtwangen neu bekommen haben.
An drei Abenden stellte ihnen Dirk Unkauf aufbereitete Lehrplan-Inhalte – so wie im Schulunterricht – vor. Anhand von Experimenten, die ihnen gezeigt wurden beziehungsweise die sie selbst ausprobierten, gewannen die insgesamt 42 Mütter und Väter, Großeltern oder Bekannten Erkenntnisse in dem naturwissenschaftlichen Fach. Zudem erarbeiteten sie dabei wesentliche Inhalte, wie Chemie-Lehrer Unkauf in einer Pressemitteilung schreibt.
Am ersten Abend ging es um Allgemeines in Sachen „Stofferkennung“ mittels der Sinne sowie mit Experimenten, den „Aufbau der Materie“ und um „chemische Reaktionen“. Dabei führte der Lehrer, den sein Kollege Denis Durdevic unterstützte, unter anderem den Hofmann-Apparat vor. Jedoch kamen besonders diejenigen Versuche gut an, bei denen die Eltern selbst aktiv werden konnten – etwa bei der „Überprüfung der elektrischen Leitfähigkeit“, der „Verwendung des Universalindikators“ oder der „Glimmspan- und Knallgasprobe“.
Ebenso vermittelte Chemie-Lehrer Unkauf theoretische Inhalte, so dass der Abend mit der Bedeutung der Analyse und Synthese von Wasser für die Energiewende ausklang.
Am zweiten Abend gab es zunächst eine Wiederholungs- und Vertiefungsrunde zum Thema „Wasserstoff“. Dann wurde „in einer Weltpremiere“ eine selbstentwickelte Abwandlung des Streuversuches von Rutherford „live“ gezeigt. Die Ergebnisse dieses Versuchs zeigten die Grenzen des Dalton-Modells und leiteten zu einer näheren Betrachtung des Atombaues über. Dieser endete bei den Elementarteilchen (Proton, Elektron, Neutron) und damit der Anordnung der Elemente im Periodensystem, das der Mitteilung zufolge als erlaubter „Spicker“ auch für die Schülerinnen und Schüler von besonderer Relevanz ist.
Über die Flammenfärbung verschiedener Salze konnten die Erziehungsberechtigten dann bei einem eigenen Versuch den weiteren Aufbau der Atomhülle sowie deren Unterteilung in Elektronenschalen und Energiestufen klären. „Die Betrachtung der Analyse und Synthese auf Teilchenebene bot den Eltern den ersten Zugang zu Formelgleichungen, die von den Schülerinnen und Schülern immer sehr geschätzt werden“, schreibt Dirk Unkauf in seiner Mitteilung weiter. Und da man auf Teilchenebene erkennen könne, dass Atome weder verloren gehen noch einfach dazu kommen, also bei chemischen Reaktionen nur umgelagert werden, konnte die Grundlage des Recyclings hergeleitet werden.
Schließlich rundete der dritte Abend mit den Themenbereichen „Formelgleichungen“, „Benennung von Verbindungen“, „Stichflamme, Explosion & Co.“ sowie „weiteren besonderen Reaktionen“ den Themenbereich, der in der neunten Jahrgangsstufe unterrichtet wird, ab. Danach waren sich alle Teilnehmenden einig, dass sie im kommenden Schuljahr mit den „Abenden der Chemie“ mit den Lehrplan-Inhalten der zehnten Jahrgangsstufe weitermachen wollen.