So langsam sieht das Uffenheimer Hallenbad wieder aus wie ein Hallenbad – und auch die Temperatur stimmt: Mollig warm ist es auf der Großbaustelle. Am Montagnachmittag schauten sich Stadträte, Vertreter der Christian-von-Bomhard-Schule und die Planer um und zeigten sich zufrieden. Trotzdem ist nicht alles eitel Sonnenschein.
„Die volle Mannschaft ist angetreten“, sagt Bürgermeister Wolfgang Lampe eingangs. Die beiden Planer Holger Heine (Generalplanung) und Johann Franz Wach (Technik) führen den Trupp durch die heilige Badehalle und hinter die Kulissen – unter anderem zur Technik in den Keller.
Das Edelstahlbecken sitzt, blaue Fliesen lassen typisches Schwimmbad-Flair aufkommen. Noch in diesem Jahr könnte das Herzstück fertig werden. Die Akustik im Badesaal ist gut, die entsprechende Decke bereits eingebaut. Metallstäbchen ragen heraus, hier werden später noch die Zu- und die Abluftleitungen angeschlossen, erklärt Heine. Der nächste Schritt im kommenden Jahr lautet: Auffüllarbeiten mit Estrich auf Beckenhöhe und dann Fliesenlegen.
In den späteren Sammelumkleiden laufen die Trockenbau-Arbeiten auf Hochtouren, die Raumaufteilung lässt sich schon gut erahnen. Auch in den Duschen hängen schon erste Installationen, vandalismusfest, informiert der Generalplaner. Eine kleine Kabine entsteht daneben, die unter anderem für Lehrkräfte angedacht ist.
Ein Stockwerk tiefer wird es dunkler und technischer. Riesige Rohrleitungen laufen hier, im Technikraum sind schon Anlagen aufgebaut. „Die Vorschriftenlage hat sich geändert“, sagt Planer Johann Franz Wach, der für den technischen Bereich zuständig zeichnet. Entsprechend wird die Technik ein wenig komplexer und umfangreicher, moderner eben.
Im Heizungsraum hat ebenfalls schon Technik eine neue Heimat gefunden. „Die Arbeiten sind noch voll im Gange“, die perfekte Winterbaustelle. „Die Rohinstallation hier unten wird bis Mitte/Ende Februar fertig“, gibt Wach den groben Zeitplan für seine Gewerke vor. „Dann sind wir erst mal weg.“ Sodann liegt es an Heine und seinen Kollegen, den Ausbau und das Filigrane zu erledigen. Holger Heine schätzt, dass das bis Juli erledigt sein dürfte.
Dann allerdings könne das Hallenbad noch nicht gleich eröffnen, betont Wach. Schließlich müsse erst die Technik anlaufen, die Wasserparameter müssen stimmen. Die Zeit für die Inbetriebnahme schätzt er auf vier bis sechs Wochen. „Irgendwann läuft das Wasser und es sollte nicht herauslaufen.“ Zustimmendes Nicken von den Gästen. Wach: „Zu Schuljahresbeginn 2024/2025 wenn wir fertig sind, wäre das sportlich.“
Sportlich liefen auch die bisherigen Arbeiten. Johann Franz Wach lobt explizit die Firmen, die auf der Uffenheimer Großbaustelle im Einsatz sind. Mehrmals habe man ausschreiben müssen, um passende Handwerker zu bekommen, das Zusammenspiel jetzt sei aber ganz hervorragend. „Die Firmen arbeiten zügig und sehr ordentlich.“ Holger Heine hat dann auch warme Worte für die Uffenheimer Bauhofmitarbeiter: „Ihr Bauhof ist sensationell gut.“ Immer wieder habe man die Angestellten benötigt, immer seien sie zügig gekommen. Heine: „Sie waren eine große Hilfe.“ Und als wichtige Nachricht hat der Planer noch dabei: „Bisher lief alles unfallfrei.“
Friede, Freude, Eierkuchen also? Nicht ganz. Auf die Kosten angesprochen, nennt Lampe nun 9,9 Millionen Euro für die Hallenbad-Generalsanierung. Im April war noch von unter neun Millionen Euro die Rede. „Wir sind voll in die Corona-Zeit rein“, erklärt der Bürgermeister. „Wir kriegen keine Baufirmen und müssen betteln. Das bedeutet: teuer, teuer, teuer.“ Auch die Materialkosten seien exorbitant gestiegen. Eine äußerst schwierige Gemengelage.
„Das nächste Mal treffen wir uns dann in Badehose“, sagt Bernhard Schurz vorfreudig. Lampe: „Wir peilen mal den September an.“ Ob der Bürgermeister zum Anschwimmen einen Köpfer ins Becken macht? Oder doch eher einen Bauchplatscher?