Pyro und Platzsturm: Topspiel Dynamo gegen Hertha eskaliert | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 04.04.2026 21:33, aktualisiert am 04.04.2026 22:52

Pyro und Platzsturm: Topspiel Dynamo gegen Hertha eskaliert

Beim Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC kam es zu Ausschreitungen. (Foto: Sebastian Kahnert/dpa)
Beim Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC kam es zu Ausschreitungen. (Foto: Sebastian Kahnert/dpa)
Beim Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC kam es zu Ausschreitungen. (Foto: Sebastian Kahnert/dpa)

Das Zweitliga-Topspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC ist von Pyrotechnik, einem Platzsturm und zweimaliger Unterbrechung überschattet worden. Der 1:0 (0:0)-Sieg des Hauptstadtclubs bei den Sachsen war nur eine Randnotiz.

„Das ist nicht das, was wir hier sehen wollten. Wir wollten ein tolles Topspiel am Samstag sehen. Ausverkauftes Haus, über 30.000 Menschen da. Realität ist leider, dass wir 100 Menschen auf dem Platz gesehen haben, ungefähr, die sich Pyrotechnik entgegengeworfen haben“, sagte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Stephan Zimmermann beim Pay-TV-Sender Sky.

Fan-Eklat sorgt für Unterbrechung

Auf den Platz stürmende Fans sorgten für einen Eklat bei der Partie. Zuvor hatten beide Fanlager Pyrotechnik abgebrannt. Dann sprangen plötzlich Hertha- und Dynamo-Anhänger über die Zäune. Die Dresdner Anhänger rannten vermummt quer übers Spielfeld in Richtung Hertha-Fanblock. Beide Fanlager schossen Pyrotechnik hin und her.

Schiedsrichter Sven Jablonski musste die Zweitliga-Begegnung unterbrechen und schickte die Teams nach den Krawallen in die Kabine. Unterdessen versuchten Polizisten, die Dynamo-Anhänger zurück in ihren Block zu drängen. Dort wurde dann eine Hertha-Fahne abgebrannt. 

Zimmermann sagte bei RTL, es sei „wohl eine Fahne vom Gastverein weggegangen“. Er verurteilte die Vorgänge. „Es ist allen klar im Stadion, dass das Bilder sind, die man nicht sehen will.“. Es habe seit Wochen einen Austausch auch mit der Politik in Sachen Sicherheit gegeben. „Es ist klar, dass wir das als Verein nicht sehen wollen und verabscheuen.“

Dynamo-Kapitän versucht, zu vermitteln

Mehr als 100 Polizisten blieben dann in der Dynamo-Hälfte in zwei großen Reihen mit Blick in den Ultrablock stehen. Die Stimmung im Rudolf-Harbig-Stadion mit 31.414 Zuschauern war extrem aufgeheizt. Der gelbgesperrte Dresdner Kapitän Stefan Kutschke versuchte, zu vermitteln und zu schlichten. 

Eine halbe Stunde nach Anpfiff zogen die Polizisten wieder vom Rasen ab. Der Stadionsprecher verkündete, dass die Partie fortgesetzt werden soll. Jablonski pfiff schließlich - offiziell - in der 19. Minute wieder an.

Schon nach drei Minuten musste die Begegnung erstmals unterbrochen werden. Die Herthaner zündeten Pyrotechnik mit blau-weißem Rauch in ihrem Gäste-Block, Dynamos Anhänger ein Feuerwerk hinter dem Ultra-Block außerhalb des Stadions. Nach wenigen Minuten setzte Jablonski die Begegnung bis zur zweiten Unterbrechung fort. Ob auch ein Abbruch im Raum stand, blieb zunächst unklar.

Geschäftsführer verurteilt Szenen

Dresdens Sport-Geschäftsführer Sören Gonther sagte bei Sky: „Wir stehen da alle so ein bisschen unter Schock, weil wie gesagt, wir wollen Fußball spielen und nichts anderes.“ Gonther mochte nicht beurteilen, ob die Polizei zu spät eingegriffen habe. „Aber sie waren ja dann trotzdem rechtzeitig mit viel Präsenz drin.“

Sportlich egalisierten sich beide Teams im Mittelfeld. Großchancen waren Mangelware in Hälfte eins, die mit den Unterbrechungen insgesamt 71 Minuten andauerte. Nach dem Wechsel war mehr Tempo drin.

Hertha schockt Dynamo in Unterzahl

Ab der 66. Minute musste Hertha in Unterzahl agieren. Josip Brekalo traf den Ball nicht, dafür aber mit der offenen Sohle den Dresdner Robert Wagner. Jablonski zeigte dafür die Rote Karte. 

Dynamo erhöhte anschließend den Druck. Nach einem Handspiel von Paul Seguin gab es nach Videoüberprüfung von Jablonski Elfmeter für Dresden. Doch Herthas Tjark Ernst (77. Minute) hielt den Strafstoß gegen Vincent Vermeij. Quasi im Gegenzug köpfte Marten Winkler (80.) zur Gästeführung. Plötzlich sangen die Hertha-Fans wieder, die nach den Vorkommnissen den Support vorübergehend eingestellt hatten. 

Die Berliner rückten durch den Erfolg wieder etwas dichter an die Aufstiegszone heran. Dresden bleibt mitten im Abstiegskampf.

© dpa-infocom, dpa:260404-930-906900/3


Von dpa
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