Ausgefallenes Essen, ein Weindorf, viele alte Autos und offene Geschäfte – die Kombination hat am Sonntag in der Ansbacher Innenstadt Magnetfunktion entwickelt.
Mit dem verkaufsoffenen Sonntag samt Treffen der Ansbacher Oldtimerfreunde ist die „Ansbacher Mess’ – Food & Feines“ betitelte Veranstaltung zu Ende gegangen. Kernstück war das Streetfoodfest, weshalb sich die meisten den sperrigen Namen sparten und nur davon sprachen. Die Bandbreite an den 22 Foodtrucks reichte von Spezialitäten aus Afrika bis hin zum Leberkäs-Döner.
Ergänzt wurde das durch ein paar ausgewählte Fieranten, das Weindorf und ein Spaßprogramm für die Kinder. Das zeigte sich als gute Mischung, wie Ansbachs Kulturreferentin Nadja Wilhelm gegenüber der FLZ meinte. Sie sprach von bis zu 15.000 Besuchern, die die städtische Veranstaltung an den vier Tagen angelockt hat.
Organisator Philipp Maurer zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden. Die Foodtruck-Betreiber hätten sich allesamt sehr positiv geäußert. Erfreulich sei gewesen, dass am Samstag trotz der Regenschauer tagsüber am späten Nachmittag die Leute wieder in die Altstadt strömten und dort blieben, bis das Unwetter dann den Schlusspunkt setzte.
Verstärktes Augenmerk will Maurer im kommenden Jahr auf das Livemusik-Angebot und auf die Öffnungszeiten legen. Gerade am Freitag sei das auf 20 Uhr angesetzte Ende etwas früh gewesen. Gleichwohl sollen auch die Anwohner nicht überstrapaziert werden. An der Dauer des Streefoodfestes von vier Tagen möchte er gerne festhalten.
Höhepunkt zum Abschluss war gestern das Treffen der Oldtimerfreunde Ansbach. Rund 100 Fahrzeuge – vor allem aus Stadt und Landkreis Ansbach, aber zum Teil auch aus angrenzenden Regionen – verteilten sich auf dem Martin-Luther-Platz. Für Organisator Wolfgang Beuster eine gute Zahl. Bei regnerischem Wetter mag so mancher Oldtimer-Besitzer seinen fahrenden Schatz nämlich nicht so gern aus der Garage holen. Insofern sei es nicht verwunderlich, dass im vergangenen Jahr noch etwas mehr los war.
Baujahr 1995 oder älter. Das war die Vorgabe. „Es ist erstaunlich, wie viele Fahrzeuge diese Vorgabe schon erfüllen“, stellte Beuster fest. „Daran merkt man, wie alt man selbst wird“, ergänzte Oberbürgermeister Thomas Deffner und lachte. Er war mit seinem Alfa Romeo ebenfalls mit von der Partie.
Es sei eine Freude, die Oldtimer „vor der tollen Kulisse“ am Martin-Luther-Platz zu präsentieren, befand Beuster. Die Oldtimerfreunde hätten schon früher Ausstellungen in der Innenstadt machen wollen, doch in der Vergangenheit war die Haltung der Stadtverwaltung eher skeptisch. Das hat sich mit Oldtimerfreund Deffner im OB-Sessel geändert. Zum zweiten Mal erst gab es nun diese Schau.
Die Oldtimerfreunde haben rund 130 Mitglieder. Die meisten von ihnen schrauben selbst gerne an den alten Boliden. Dementsprechend wurde auch gestern auf dem Martin-Luther-Platz viel gefachsimpelt. Aber auch den interessierten Laien standen die Oldtimerfreunde für Fragen zur Verfügung.
Nach Ansicht Deffners ist der Zeitpunkt Anfang Mai für ein solches Treffen ideal, weil viele Fahrzeuge ein Saisonkennzeichen ab Mai hätten. Da könnten die Besitzer die Veranstaltung für eine erste Ausfahrt nutzen. Das Treffen sorge auf jeden Fall für eine Belebung. „Ich freue mich immer, wenn in der Stadt was los ist“, sagte Deffner.