Altbekanntes und auch Neues: Bei Marco Fetz aus Kleinbreitenbronn laufen die Vorbereitungen auf die Motorradsaison. Er kann abermals an der Langstrecken-WM teilnehmen und fährt auch wieder in der Serie, die 2025 noch als Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft firmierte.
Die IDM heißt nun Euro Moto. Die Organisatoren wollen ihre Rennserie internationaler aufstellen. Eine Folge daraus für den Rennkalender ist das Aus für die Traditionsstrecke in Schleiz. Die Naturrennstrecke verfügt über keine internationale Zulassung des Weltverbandes FIM (Fédération Internationale de Motocyclisme).
Für viele im Fahrerlager ist das ein schmerzlicher Verlust. Schleiz war nicht nur eine der emotionalsten Stationen im Kalender, sondern auch ein Zuschauermagnet. „Da kamen über das Wochenende 30.000 bis 40.000 Zuschauer. Das Ambiente ist einfach besonders“, sagt Günter Fetz, der Papa von Marco und Teil des Teams. Neu im Kalender ist dafür Brünn in Tschechien.
Während für die Fans vor allem Renntage zählen, beginnt die Arbeit der Fahrer und Teams Monate zuvor. „Man muss sich darum kümmern, dass das Motorrad vorbereitet ist, dass alle Helfer organisiert sind und dass die Finanzierung steht“, beschreibt Günter Fetz die Aufgaben.
Gerade die finanzielle Seite sei im Motorradsport eine der größten Herausforderungen. Kosten entstehen durch Technik, Ersatzteile, Reisen, Trainings und vieles mehr. Kleinere Teams müssen genau kalkulieren. „Wir haben in den letzten Jahren auch schon Veranstaltungen auslassen müssen, weil es budgetmäßig nicht funktioniert hat“, sagt Günter Fetz. Große Werksteams hätten es deutlich einfacher.
Konkrete Platzierungsziele für die erste Euro-Moto-Saison formuliert das Team rund um Marco Fetz nicht. Dafür sei es noch zu früh, sagt Günter Fetz. Zudem sei die Konkurrenz in der Klasse SBK 1000 extrem stark, viele Fahrer verfügen über internationale Erfahrung.
Statt auf Platzierungen blickt Günter Fetz lieber auf messbare Entwicklungen. „Letztes Jahr waren wir auf jeder Strecke eine halbe bis eine Sekunde schneller als im Jahr zuvor.“ Diese kontinuierliche Verbesserung sei ein realistisches und motivierendes Ziel, unabhängig von der endgültigen Platzierung.
Ein weiterer Schwerpunkt ist für Marco Fetz ist die erneute Teilnahme an der Langstrecken-Weltmeisterschaft (EWC). Er wird wieder für das französische Team Mana Au Competition an den Start gehen. Für viele Fahrer in der deutschen Meisterschaft sei das ein Traum, die Teilnahme ein echtes Erlebnis. Der Kalender umfasst vier Rennen, darunter das 24-Stunden-Rennen von Le Mans im April und der Bol d'Or in Le Castellet im September.
Besonders die Langstrecke stellt Fahrer und Material vor enorme Herausforderungen. In Acht-Stunden-Rennen teilen sich drei Fahrer die Einsatzzeit in mehreren Turns. Bei einem 24er können es bis zu neun Turns à rund 50 Minuten pro Fahrer sein. „Wer über Nacht seine Zeiten halten kann und am Morgen noch immer konstant fährt, der ist wirklich fit“, betont Günter Fetz. Am Ende eines solchen Rennens sei man „richtig ausgepumpt, das ist Wahnsinn”.
In der Euro Moto sind üblicherweise zwei Sprintrennen pro Wochenende zu absolvieren. Der Auftakt erfolgt Anfang Mai am Sachsenring.