Banner und Trillerpfeifen gegen den eigenen Kapitän: Einige Fans von Borussia Mönchengladbach haben sich beim Spiel in der Fußball-Bundesliga bei RB Leipzig offen und lautstark gegen Rocco Reitz gewandt. „Wer das hier will, kann niemals unser Kapitän sein“, war auf einem Banner zu lesen. Reitz wechselt im Sommer nach Leipzig, tritt dort die Nachfolge von Xaver Schlager an.
„Das ist freie Meinungsäußerung. Die Fans haben das Recht, so ein Plakat aufzuhängen“, sagte Gladbachs Trainer Eugen Polanksi nach dem 0:1. „Deshalb muss Rocco ein Stück weit damit leben. Es ist alles im Rahmen. Ich habe nichts gesehen, was ich verwerflich finde.“ Polanksi sei wichtig, dass das Thema nicht auf die Mannschaft übergehe, was es nicht der Fall sei. Polanski hatte damit gerechnet, dass es nach dem Bekanntwerden des Wechsels zu solchen oder ähnlichen Aktionen kommen wird.
Zudem wurde in der Anfangsphase jeder Ballkontakt von Reitz mit Trillerpfeifen-Pfiffen bedacht. Dennoch zeigte der 23-Jährige eine starke Leistung und zählte zu den besten Borussia-Profis.
Seine Mitspieler tangiert der künftige Wechsel, der Gladbach rund 20 Millionen Euro einbringt, nicht wirklich. „Ich glaube, Rocco ist reflektiert genug, dass er wusste, dass nach seiner Entscheidung Gegenwind auf ihn zukommen wird“, sagte Philipp Sander. „Und wir stärken ihm den Rücken. Rocco ist sportlich wichtig für uns und von daher ist das für uns gar kein Thema.“
Seit er sieben Jahre alt ist, spielt Reitz für die Borussia. Selbst äußern wollte er sich direkt nach dem Spiel nicht, stellte dies für die kommende Woche nach dem Spiel gegen den FSV Mainz in Aussicht.
Nach der Verkündung seines Wechsels hatte Reitz angekündigt: „Ich kann euch versprechen, dass ich mich in jedem verbleibenden Spiel mit allem, was ich habe, für unsere Borussia zerreißen werde.“
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