Fünf eiskalte Tage im April lassen die Obsternte fast ausfallen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 17.09.2024 14:30

Fünf eiskalte Tage im April lassen die Obsternte fast ausfallen

Elke Schmidt präsentiert ein Exemplar der Reisetomate, die seit kurzem in der Kreisobstanlage wächst. Sie heißt so, weil man sie anschneiden kann, ohne dass sie Saft verliert und sie deswegen als Reiseproviant bestens geeignet ist. (Foto: Sylvia Fehlinger)
Elke Schmidt präsentiert ein Exemplar der Reisetomate, die seit kurzem in der Kreisobstanlage wächst. Sie heißt so, weil man sie anschneiden kann, ohne dass sie Saft verliert und sie deswegen als Reiseproviant bestens geeignet ist. (Foto: Sylvia Fehlinger)
Elke Schmidt präsentiert ein Exemplar der Reisetomate, die seit kurzem in der Kreisobstanlage wächst. Sie heißt so, weil man sie anschneiden kann, ohne dass sie Saft verliert und sie deswegen als Reiseproviant bestens geeignet ist. (Foto: Sylvia Fehlinger)

Versöhnlicher Ausklang einer durchwachsenen Saison: Noch einmal verwöhnte die Sonne am Sonntag die Gartenfreunde des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim bei ihrem Treffen in der Kreisobstanlage in Uffenheim und bescherte ihnen einen wunderschönen Spätsommertag.

Nach dem heftigen Temperatursturz zu Beginn der vergangenen Woche, von 30 Grad am Sonntag auf 14 Grad am Montag und mehreren regnerischen Tagen, freuten sich die vielen Besucher darüber, in der Kreisobstanlage noch einmal in der Sonne sitzen und die über den Sommer herangewachsenen Blumen-, Gemüse- und Obstsorten bewundern zu können.

Das Obst war in diesem Jahr allerdings wegen der heftigen Spätfröste zwischen dem 20. und 24. April fast ein Totalausfall, wie der Geschäftsführer des Kreisverbandes für Gartenbau, Richard Krämer, bedauernd erklärte: „Die Ernte war eine Katastrophe, weil während dieser paar Tage viel erfroren ist. Die Obstbäume waren gerade in der Blüte. Diese hat den heftigen Temperatursturz nicht verkraftet. Wir müssen daher heuer den schon traditionellen Obstverkauf absagen, weil wir nichts haben, das wir anbieten können“.

Ganz wenige Äpfel und Birnen

Und tatsächlich: Wo die Besucher sonst beim Rundgang durch die mit über 1000 Obstbäumen bepflanzte Kreisobstanlage, die sich unter der Last ihrer Früchte biegenden Bäume bewundern konnten, waren diesmal nur vereinzelte Äpfel oder Birnen zu sehen. Kirschen, Zwetschgen, Weintrauben und Nüsse waren fast gar nicht zu entdecken.

Sehr positiv ausgewirkt habe sich dagegen der viele Regen. „Die Bäume haben sich nach den vergangenen Trockenjahren gut erholt. Das Wasser war diesmal da, als wir es brauchten“, erklärte der Kreisobstberater. Wie jedes Jahr war sein Fachwissen bei den Besucherinnen und Besuchern sehr gefragt, so dass er stets von Wissbegierigen umlagert war, die ihm die Probleme mit ihren Bäumen schilderten, wie zum Beispiel: „Wie kann ich einen Boskop so veredeln, damit er nicht mehr so schnell in die Höhe wächst?“, „Wie schütze ich meine Bäume vor dem Apfelwickler?“ und „Was kann ich gegen Schorf tun?“.

Ausgezeichnete Erträge für die Gemüseanbauer

Ähnlich gefragt war auch Elke Schmidt aus Gollhofen, die sich schon seit Jahren um den etwa 600 Quadratmeter großen Gemüsegarten kümmert und auch immer wieder neue Gemüsesorten auftreibt oder selbst züchtet. „Wir sind heuer mit dem Ertrag sehr zufrieden, die Saison ist für uns besser gelaufen als bei den Obstbäumen“.

Die Renner seien in diesem Jahr Artischocken, Süßkartoffeln, Birnenmelonen, Grünkohl, Reisetomaten und das Square food gardening, „eine aus Amerika kommende Art des Gartelns, das man auch auf dem Balkon bewerkstelligen kann“, erklärte Schmidt. Dazu benötige man lediglich mehrere 30 mal 30 Zentimeter große Holzkästchen, die mit 30 Zentimeter dicker Erde ausgepolstert sind und schon könnte auf kleinstem Raum ein reichhaltig bepflanzter Miniaturgarten entstehen. Die dazu notwendige Ausrüstung gebe es mittlerweile sogar in Uffenheim zu kaufen.

Wunderbar anzuschauen waren beim Rundgang entlang der Beete auch die vielen Blumen, die in diesem Garten wachsen. An den daneben vom „Team Kreisobstanlage“ aufgebauten Tischen und Bänken ließ es sich gut sitzen und bei Kuchen und einer Tasse Kaffee ausführlich über die Gartenarbeit fachsimpeln. Für das leibliche Wohl der Besucher hatten die Ehrenamtlichen der Obst- und Gartenbauvereine gesorgt, die dieses Herbstfest gemeinsam ausrichteten.


Von Sylvia Fehlinger
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