Für den Neustädter Kreistag bewerben sich Frauen und Männer aus 37 der 38 Kommunen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 23.01.2026 11:30

Für den Neustädter Kreistag bewerben sich Frauen und Männer aus 37 der 38 Kommunen

Im Bewerberfeld für den Neustädter Kreistag sind die 38 Kommunen unterschiedlich stark vertreten. (Foto: Miriam Theis / Michael Kirchdörfer)
Im Bewerberfeld für den Neustädter Kreistag sind die 38 Kommunen unterschiedlich stark vertreten. (Foto: Miriam Theis / Michael Kirchdörfer)
Im Bewerberfeld für den Neustädter Kreistag sind die 38 Kommunen unterschiedlich stark vertreten. (Foto: Miriam Theis / Michael Kirchdörfer)

Sozusagen nur eine halbe Sache sind die bayerischen Kommunalwahlen diesmal im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim. Statt der üblichen Kombination von Landrats- und Kreistagswahl wird heuer nur der Kreistag gewählt.

Der Grund dafür liegt zwei Jahre zurück: Da trat der vormalige Landrat Helmut Weiß zurück, was Neuwahlen erforderlich machte. Sein Nachfolger im Amt, Dr. Christian von Dobschütz, wurde auf acht Jahre gewählt. Deshalb wird über das höchste Amt im Kreis erst wieder 2032 abgestimmt.

So richtet sich auf der Kreisebene der Fokus gänzlich aufs Ratsgremium. 60 Mandatsträgerinnen und -träger sind wieder zu wählen. Dafür machen wie schon 2020 wieder zehn Listen (2014 waren es noch sieben) ihre Personalvorschläge. Auch die Zahl der Bewerbungen bleibt mit 428 fast auf dem Niveau der vorigen Wahl: Vor sechs Jahren waren es 435.

Was sich zudem gleicht: Erneut sind nicht alle 38 Kommunen im Bewerberfeld vertreten. 2020 gab es auf keiner der zehn Listen eine Bewerbung aus Oberscheinfeld, diesmal steht die kleinste Landkreiskommune Hemmersheim bereits fest, als eine Gemeinde, die – mangels Bewerbung – kein einziges Kreistagsmitglied stellen wird. 37 Kommunen haben zumindest die Chance darauf.

Bad Windsheim
hat die Nase vorn

Die meisten Kandidaten stellt Bad Windsheim. 71 Bewerbungen kommen allein aus dieser Stadt; Neustadt folgt mit etwas Abstand – 57 – auf Platz zwei. Allerdings sind dies auch die beiden deutlich größten Kommunen im Landkreis. Der klare Vorsprung von Bad Windsheim ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass mit der Liste WiR (Windsheimer und Umgebung ins Rathaus) eine spezifisch auf Windsheim ausgerichtete Gruppierung antritt: Allein sie stellt 27 Bürgerinnen und Bürger aus der zweitgrößten Stadt des Landkreises zur Wahl (und noch zwei aus Obernzenn).

Setzt man die Bewerberzahl jedoch ins Verhältnis zur Einwohnerzahl, so sticht eine ganz andere Gemeinde heraus: Gutenstetten hat fast doppelt so viele Kandidatinnen und Kandidaten im Rennen, wie nach der Bevölkerungszahl zu erwarten wäre. Ebenfalls deutlich überrepräsentiert sind Baudenbach, Münchsteinach, Obernzenn, Trautskirchen und Uehlfeld.

Bei so mancher Ähnlichkeit zum Urnengang 2020 sind doch auch Unterschiede bemerkbar. So ist etwa der Frauenanteil im Bewerberfeld leicht gesunken – entgegen dem Trend bei den hiesigen Stadt- und Gemeinderatswahlen. Vor sechs Jahren lag die Anzahl der Frauen ein klein wenig über einem Drittel (33,8 Prozent). Diesmal verfehlen die zehn Listen die Drittel-Marke um fast zwei Prozentpunkte: 31,5 Prozent. Dafür ist der Altersschnitt leicht gestiegen: Die Kandidierenden sind mit knapp über 51 gut ein Jahr älter als jene vor sechs Jahren.

Das im Durchschnitt an Jahre gereifteste Personal stellt mit fast 56 im Übrigen die FDP. Die jüngsten Bewerberinnen schicken die Linken ins Rennen. Deren 20 Nominierten bringen es auf knapp über 40 Jahre.

Maximale Bewerberzahl wird fünfmal erreicht

Von den zehn Listen schöpfen diesmal nur fünf die Maximalzahl von 60 Personen aus: CSU, Grüne, SPD, FWG und UWG. Die ÖDP, die das vor sechs Jahren ebenfalls schaffte, geht diesmal mit 32 Personen ins Rennen. Durch Doppelt- und Dreifachnennungen können aber auch die Ökodemokraten alle 60 Plätze abdecken. Ähnliches gilt für die Linken und die WiR-Liste sowie diesmal auch für die AfD, die 2020 nur mit einer fünfköpfigen Rumpfliste angetreten war.

Nur die FDP kann nicht alle Plätze abdecken

Einzig die FDP kann erneut (wie schon vor sechs Jahren) nur 57 Plätze belegen. Sie hatte zwar ursprünglich 30 Frauen und Männer nominiert und – wie andere Parteien – durch Vorhäufelungen zunächst alle 60 Plätze vergeben, doch sprangen der Partei letztlich noch drei Nominierte ab. Da die Liberalen auch keine Nachrücker-Regelung getroffen hatten, bleiben letztlich drei Plätze unbesetzt.

Eine reine Listenstimme für die FDP bedeutet entsprechend nur 57 statt 60 Stimmen, doch können die Wähler und Wählerinnen den Liberalen diese drei fehlenden Stimmen durch zusätzliches Häufeln noch spendieren. Das kann aber nur bei jenen Kandidatinnen und Kandidaten erfolgen, die einfach oder doppelt auf dem Stimmzettel gelistet sind. Zusätzliche Stimmen für Bewerber, die bereits dreifach aufgeführt sind, sind nicht zulässig – dies würde den Stimmzettel ungültig machen.

Dass alle zehn Parteien und Gruppierungen im neuen Kreistag vertreten sein werden, darf als fast so sicher gelten wie das Amen in der Kirche. Da es bei den Kommunalwahlen keine Fünf-Prozent-Hürde gibt und die Sitze nach dem Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren verteilt werden, genügt bereits weniger als ein Prozent der Stimmen, um ein Mandat zu ergattern. Eine genaue Prozentgrenze lässt sich vorab dafür nicht benennen; dies hängt vom Gesamtergebnis ab.

Von den 60 amtierenden Kreistagsmitgliedern treten im Übrigen 52 erneut an, also fast 90 Prozent. Definitiv ausscheiden werden zum Ende der aktuellen Wahlperiode Werner Ströbel (CSU), Gisela Keller und Reinhold Klein (beide Freie Wähler), Claus Seifert und Hildegard Simon (beide SPD), Helmut Roch (UWG), Werner Zurwesten (ÖDP) und Erich Vogel (FDP).

Das heißt auch, dass die Grünen sowie die AfD und WiR alle ihre aktuellen Mandatsträger erneut ins Rennen schicken. Die derzeitige Linken-Rätin Gudrun Ruttmann-Völlinger tritt ebenfalls wieder an, diesmal aber auf der UWG-Liste.

Ein wenig Auffrischung haben die Wählerinnen und Wähler dennoch in der Hand. Schließlich gibt es 375 Kandidatinnen und Kandidaten, die aktuell nicht im Kreistag sind. Und knapp über die Hälfte stand 2020 noch nicht mal auf einer der Listen.

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