Die Polizei hat in Deutschland 2025 bundesweit rund 212.300 Gewaltverbrechen registriert - 2,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Sorgen bereitet allerdings die nach wie vor steigende Zahl tatverdächtiger Kinder.
Ein Teil des Rückgangs bei den Straftaten - ohne Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht und andere ausländerrechtliche Vorgaben wurden insgesamt 4,4 Prozent weniger Taten aktenkundig als 2024 - geht auf die Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis im April 2024 zurück.
Neben der geringeren irregulären Zuwanderung und der Gesetzesänderung zu Cannabis gibt es noch einen weiteren Sondereffekt. So weist das Bundeskriminalamt (BKA) darauf hin, dass sich die Zunahme der Fälle von Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen nicht außerhalb der regelmäßig zu beobachtenden Schwankungen bewege. 79 der in der Statistik aufgeführten Mordfälle seien einer Berliner Mordserie zuzurechnen, bei der ein ehemaliger Palliativmediziner im Verdacht steht, unter Ausnutzung schwer kranke Menschen getötet zu haben. Das BKA geht davon aus, dass der Anteil der Sexualstraftaten, die zur Anzeige gebracht werden, gestiegen ist. In rund drei Viertel dieser Fälle hätten sich Opfer und Täter vorher gekannt. Zum langfristigen Anstieg bei den Sexualstraftaten dürften nach Einschätzung des BKA unter anderem eine Gesetzesänderung im Jahr 2016 und die Me-Too-Bewegung beigetragen haben.
Zu insgesamt rund 29.200 Straftaten wurde im vergangenen Jahr ein Messerangriff erfasst, was im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Anstieg um 0,8 Prozent bedeutet. Messerangriffe im Sinne der Statistik sind „Tathandlungen, bei denen der Angriff mit einem Messer unmittelbar gegen eine Person angedroht oder ausgeführt wird.“
Auf der Suche nach Erklärungen für den erneuten Anstieg bei Kindern im Bereich der Gewaltkriminalität verweist das BKA auf Studien, die psychische Belastungen durch „zunehmende Zukunftsängste angesichts multipler Krisen“ nennen. Noch nicht ausreichend erforscht sei ein möglicher Zusammenhang zwischen der Nutzung bestimmter Social-Media-Angebote durch Kinder und Jugendliche und der Wahrscheinlichkeit straffälligen Verhaltens.
Eine umfangreiche Dunkelfeldstudie zur Kriminalitätsbelastung, die das Bundesinnenministerium zeitgleich mit der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 veröffentlicht hat, zeigt, dass der Anteil der Menschen, die Opfer von Cyberkriminalität (18 Prozent), Diebstahl (12,7 Prozent) und Betrug (12,6 Prozent) werden, relativ hoch ist. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der für die Wohnbevölkerung im Alter ab 16 Jahren repräsentativen Studie waren nach ihren Kriminalitätserfahrungen im Jahr 2023 gefragt worden. Die Ergebnisse belegen auch, dass die 16- und 17-Jährigen am stärksten von Körperverletzung betroffen sind (8,5 Prozent). Mit steigendem Alter sinkt der Anteil stetig und liegt laut Studie unter den über 84-Jährigen bei 0,2 Prozent.
Deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es laut Studie bei bestimmten Gewaltdelikten. Während 11,2 Prozent der Frauen angaben, innerhalb eines Jahres Opfer sexueller Belästigung geworden zu sein, waren es unter den Männern 2,9 Prozent. Männer waren dagegen häufiger von Körperverletzung betroffen (3,1 Prozent) als Frauen (zwei Prozent).
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