Gladbachs Aufsichtsratschef hat „die Schnauze voll“ | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 28.04.2026 05:38

Gladbachs Aufsichtsratschef hat „die Schnauze voll“

Die Art und Weise des Fußballs von Borussia Mönchengladbach sorgt auch intern für Kritik. (Archivbild) (Foto: David Inderlied/dpa)
Die Art und Weise des Fußballs von Borussia Mönchengladbach sorgt auch intern für Kritik. (Archivbild) (Foto: David Inderlied/dpa)
Die Art und Weise des Fußballs von Borussia Mönchengladbach sorgt auch intern für Kritik. (Archivbild) (Foto: David Inderlied/dpa)

Borussia Mönchengladbachs Aufsichtsratschef Michael Hollmann hat ungewohnt deutliche Kritik an der sportlichen Situation des Fußball-Bundesligisten geäußert und angekündigt, künftig „Einfluss zu nehmen“. Er und seine Kollegen im Kontrollgremium hätten „auch die Schnauze voll“, sagte Hollmann am Montagabend auf der Jahreshauptversammlung des Clubs: „Von der Tabellensituation. Aber auch von der Art und Weise, wie wir uns dahin manövriert haben.“

Für seine Worte bekam Hollmann viel Applaus der gut 1.600 anwesenden Mitglieder. Seit Wochen wächst im Umfeld die Kritik an Trainer Eugen Polanski und der Spielweise des Tabellen-11., der drei Spieltage vor dem Saisonende sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang hat. 

Sportchef Rouven Schröder lobte Hollmann ausdrücklich, Polanski erwähnte er namentlich indes nicht. Umso deutlich fiel sein Urteil über die sportlichen Leistungen aus. „Wir haben gute Spieler, aber nicht so richtig eine Mannschaft“, sagte Hollmann.

Deutlicher Widerspruch zu Trainer Polanski

„Es war einfach ein Scheißjahr“, schimpfte der 68-Jährige. „Das Schlimmste war das Spiel gegen Mainz. Da habe ich gedacht, ich werde wahnsinnig. Da hat man ja bei jedem Angriff befürchtet, ein Tor zu kassieren“, sagte Hollmann zum 1:1 am 19. April, als die Gladbacher nach der Führung immer passiver wurden und in der Nachspielzeit durch einen Foulelfmeter noch den Ausgleich kassierten. Polanski hatte nach dem Spiel zur Verwunderung vieler Beobachter gesagt, nie das Gefühl gehabt zu haben, „ein Tor zu kassieren“. 

Polanski, der im vergangenen Herbst das Traineramt von Gerardo Seoane übernommen hatte, ergriff angesichts auch einiger Kritik der anwesenden Mitglieder das Wort und bestätigte dabei Missstände. „Mir fehlt ein bisschen die Gier auf Erfolg“, sagte der frühere Coach des Gladbacher Regionalligateams. 

Polanski: „Wir brauchen auch ein paar Arschlöcher“

„Wir haben sehr, sehr liebe Charaktere. Wir brauchen auch ein paar Arschlöcher“, meinte Polanski weiter und versprach: „Hauptziel ist es, in der Liga zu bleiben. Dann bin ich voller Tatendrang, gewisse Dinge zu ändern.“

Der sportliche Rückschritt des früheren Spitzenclubs in den vergangenen Jahren machte auch Vereins-Präsident Rainer Bonhof zu schaffen. Zu Beginn seines Jahresberichtes war der Weltmeister von 1974 in Tränen ausgebrochen und hatte ebenfalls von einem „Scheißjahr“ gesprochen.

© dpa-infocom, dpa:260428-930-1482/1


Von dpa
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