Heilsbronner Bürgermeisterwahl: Didion und Gaukler gehen in die Stichwahl | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 09.03.2026 18:30

Heilsbronner Bürgermeisterwahl: Didion und Gaukler gehen in die Stichwahl

Sebastian Gaukler schmiedete mit Parteifreunden am Sonntagabend schon Pläne für die kommenden zwei Wochen.  (Foto: Eckard Dürr)
Sebastian Gaukler schmiedete mit Parteifreunden am Sonntagabend schon Pläne für die kommenden zwei Wochen. (Foto: Eckard Dürr)
Sebastian Gaukler schmiedete mit Parteifreunden am Sonntagabend schon Pläne für die kommenden zwei Wochen. (Foto: Eckard Dürr)

Der Bürgertreff in der Hauptstraße ist das Lokal für die Wahlpartys zweier Parteien. Oben im Foyer die Grünen, im großen Raum die Freien Wähler. Vermeintlich lockere Stimmung, als sich Gabi Schaaf (Grüne) und Sebastian Buhl (FW), beide Bewerbende ums Bürgermeisteramt, unterhalten.

Doch Buhl benötigt einen zweiten Versuch, um sich eine Zigarette zu drehen. „Zum Ende hin hat man ganz schön Schlamm gegen mich geworfen“, beschwert er sich.

50 Meter weiter schlendert der amtierende Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer ins Bürgerbüro. Bei dieser Wahl ist er nur Zuschauer. Wie es ihm gehe? „Es kribbelt ein bisschen“, räumt er ein. „Es ist gar nicht so einfach, einen Schlussstrich zu ziehen.“ Eine oder einer von vier Kandidierenden wird seinen Posten einnehmen. Er schaut dem Wahlleiter über die Schulter, als Kai Scheuerlein Ergebnisse in den Rechner tippt. Scheuerlein hat alles im Griff. Er verantwortet die dritten Kommunalwahlen in Heilsbronn.

„Aber ich bin längst nicht durch.“

Die ersten Ergebnisse kommen aus dem Stadtteil Bürglein, der Heimat der Kandidatin Eva Didion (SPD) und Sebastian Gaukler (CSU). Früher waren sie mal direkte Nachbarn. Gaukler bekommt 49 Prozent der Stimmen, Didion fast 30 Prozent. Während die Ergebnisse der anderen Wahlbezirke eintrudeln, steht schon früh fest: Die Beiden aus Bürglein gehen in die Stichwahl. Am 22. März wird sich zwischen ihnen entscheiden, wer im Mai als Stadtoberhaupt vereidigt wird.

Eva Didion ist am Sonntagabend in Bürglein geblieben. Von dort postet sie ein „Danke für Euer Vertrauen und Eure Unterstützung!“ Sebastian Gaukler ist mit den Parteifreunden im „Adler“. Um 19.20 Uhr schmieden sie schon Pläne für die kommenden zwei Wochen. Die „Danke“-Plakate liegen schon vor, der Stichwahl-Flyer ist vorbereitet. „Wir müssen den Straßenwahlkampf durchziehen“, wird ihm zugerufen. „Und zwei Wochen richtig Gas geben!“ Gaukler freut sich über das Ergebnis von 41,8 Prozent, fast zwölf mehr als seine Mitbewerberin in der Stichwahl. „Eine solide Grundlage“, sagt er. „Aber ich bin längst nicht durch.“

„Da kommen mir Zweifel an der kommunalpolitischen Kompetenz in der Bevölkerung.“

Im Bürgertreff ist die Stimmung gedämpft. Gabi Schaaf nimmt ihr Ergebnis von sieben Prozent gefasst, will es gar nicht kommentieren. Parteifreundinnen freuen sich, dass es am Internationalen Frauentag eine Frau in die Stichwahl geschafft hat. Eine Bürgermeisterin hatte die Münsterstadt noch nie. Nebenan ist Sebastian Buhl ziemlich enttäuscht. „Zwei Polit-Rookies in der Stichwahl“, schüttelt er den Kopf. „Da kommen mir Zweifel an der kommunalpolitischen Kompetenz in der Bevölkerung.“

Kurz hellt sich seine Miene auf, als das Ergebnis von Marco Meier als Landratskandidat der Freien Wähler an die Leinwand geworfen wird. „Ein komfortabler Vorsprung vor dem Amtsinhaber.“ Dann leckt er mit Parteifreunden wieder seine Wunden.


Von ECKARD DÜRR
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