Höhere Preise beim Landestheater Dinkelsbühl: Mehrkosten durch neues Ticketsystem | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 06.05.2026 11:00

Höhere Preise beim Landestheater Dinkelsbühl: Mehrkosten durch neues Ticketsystem

So sieht derzeit noch die Internetseite aus, auf der Karten für die Vorstellungen des Landestheaters Dinkelsbühl gebucht werden können. Ab Herbst gibt es einen neuen Anbieter. Auch das ist ein Grund, warum die Tickets teurer werden. (Screenshot: Martina Haas)
So sieht derzeit noch die Internetseite aus, auf der Karten für die Vorstellungen des Landestheaters Dinkelsbühl gebucht werden können. Ab Herbst gibt es einen neuen Anbieter. Auch das ist ein Grund, warum die Tickets teurer werden. (Screenshot: Martina Haas)
So sieht derzeit noch die Internetseite aus, auf der Karten für die Vorstellungen des Landestheaters Dinkelsbühl gebucht werden können. Ab Herbst gibt es einen neuen Anbieter. Auch das ist ein Grund, warum die Tickets teurer werden. (Screenshot: Martina Haas)

Das Landestheater Dinkelsbühl erhöht ab der Winterspielzeit 2026/27 seine Preise. Der Stadtrat befürwortete diese Anhebung einstimmig. Begründet wurde der Schritt mit der Umstellung des Ticketsystems. Das führe zu Mehrkosten, hieß es. Deswegen gab es für dessen Einführung drei Gegenstimmen.

Konkret bedeutet das: An der Sommerspielzeit 2027 werden die Abendstücke in jeder Preiskategorie um zwei Euro teurer. Regulär kostet beispielsweise ein Ticket der Preiskategorie B (Freitag und Samstag) – das ist die teuerste – derzeit noch 39 Euro, ab 2027 dann 41 Euro. In der bald beginnenden Freilichtspielzeit 2026 bleiben die Preise noch unverändert.

Ab der kommenden Winterspielzeit müssen sich die Besucherinnen und Besucher auf eine Preisanhebung in allen Kategorien um einen Euro einstellen. Ein normales Ticket für Abendvorstellungen im Theater im Spitalhof kostet dann 24 Euro. Wer das Kinderstück im Winter besuchen möchte, muss zehn Euro bezahlen.

Die Mehrkosten kompensieren

So sollen die Mehrkosten kompensiert werden, die durch das neue Ticketsystem entstehen. Das aktuelle Ticketsystem „VIBUS“ sei vom Anbieter SWH an das Unternehmen Reservix GmbH verkauft worden und stehe ab 30. September nicht mehr zur Verfügung. Der Systemwechsel sei also unausweichlich, erklärte die Verwaltung.

Damit verändere sich aber auch das bisherige Kostengefüge im Online-Vertrieb. Künftig falle nämlich eine zusätzliche Systemgebühr in Höhe von sieben Prozent pro verkaufter Onlinekarte an. Das führe zu jährlichen Mehrkosten von rund 40.000 Euro. Die Buchung von Eintrittskarten über das Internet sei aber ein wachsendes Geschäft: Jährlich würden auf diese Weise 3000 Tickets mehr verkauft. Die Rechnung der Kämmerei: Die Mehrkosten sollen über diese Einnahmen gedeckt werden.

83.000 Euro Mehreinnahmen erwartet

Wenn ab der Winterspielzeit die Preise für Theaterkarten in Dinkelsbühl steigen, dann rechnet die Verwaltung mit einer Mehreinnahme von rund 83.000 Euro – zumindest bei einer gleichbleibenden Zuschauerzahl für die Sommer- und Winterspielzeit, die durchschnittlich bei rund 46.000 Besucherinnen und Besucher liegt.

Um die Preiserhöhung einzuordnen, richtete sich der Blick auch auf die Kreuzgangspiele in Feuchtwangen. Auch an deren Preismodell habe sich Dinkelsbühl orientiert, hieß es in der Sitzung. Bei den Nachbarn kostet eine vergleichbare Karte für ein Abendstück im romanischen Geviert in der Preisklasse eins freitags und samstags 48 Euro.

Was Kämmerer Bernd Hippelein aber auch deutlich machte: Die Erhöhungsintervalle für die Eintrittspreise sollen beim Landestheater künftig kürzer werden.

Dem Stadtrat wurde erläutert, dass vor der Entscheidung für ein System mehrere Anbieter geprüft worden seien. Ausschlaggebend seien die hohe Marktpräsenz mit großem Vorverkaufsnetz, langjährige Erfahrung und Systemstabilität gewesen. Außerdem: Kundendaten könnten übernommen und vorhandene Hardware weitergenutzt werden, was wiederum Kosten spare.

Reichweite und Effizienzgewinne erhofft

Als weiteren Vorteil sieht die Verwaltung, dass Abrechnungen erheblich erleichtert würden. Und wenn es Probleme gebe, stehe eine persönliche Unterstützung zur Seite. Auch was den Vertrieb und die Kundenbindung anbelange, habe das künftige System Vorteile. Unter dem Strich, so die Rechnung, würden bei der Entscheidung für Reservix Effizienzgewinne und Reichweite die Mehrkosten überwiegen. Alternativen hätten schlechter abgeschnitten.

Von der Systemumstellung ist auch der Touristik Service Dinkelsbühl betroffen. Hier ist jährlich mit Mehrkosten von 5000 Euro zu rechnen.

Gegen das neue System und vor allem wegen der damit verbundenen Mehrkosten hatte es auch Kritik aus den Reihen des Stadtrats gegeben. Deswegen fiel der Beschluss mit drei Gegenstimmen.

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