Jetzt ist es raus: Im Ansbacher Boschwerk sollen bis Ende 2025 von den 2500 Arbeitsplätzen 40 abgebaut werden. Das hat die Bereichsleitung Mobility Electronics in Reutlingen, die für das weltweite Bosch-Geschäft mit Fahrzeugsteuerungen verantwortlich ist, auf Nachfrage der FLZ mitgeteilt.
Als Anfang Februar durchsickerte, dass der Bosch-Konzern in der Steuergeräte-Sparte 500 von weltweit 40.000 Stellen abbauen will, schlug das nicht nur im komplett ausgelasteten Ansbacher Boschwerk ein wie eine Bombe. Schließlich hatte man im Ortsteil Brodswinden gerade das bisher erfolgreichste Produktionsjahr des Standortes mit rund 27 Millionen Steuergeräten für ABS, ESP, Airbags oder Assistenzsysteme hinter sich.
Damals kündigte die Bereichsleitung an, dass ein Großteil der 500 Stellen an den deutschen Standorten Ansbach, Reutlingen, Salzgitter und Schwieberdingen eingespart werden sollen. Jetzt werden die Zahlen konkreter: Von den 500 Stellen sollen 440 an den deutschen Standorten entfallen. Der Rest an Standorten in Spanien, Japan und den USA. Für das Steuergeräte-Werk in Ansbach bedeutet das, dass in den nächsten zwei Jahren 40 Stellen „in technischen und kaufmännischen Verwaltungsbereichen“ entfallen sollen. Dennoch soll es bis 2027 keine betriebsbedingten Kündigungen geben, man will freiwerdende Stellen – auch bei der Altersteilzeit – nicht wieder besetzen.
Die Mitarbeiter würden regelmäßig über Werkleitung und Personalabteilung informiert, verlautet es auf FLZ-Anfrage aus der Bereichsleitung. Werkleitung und Personalabteilung seien dazu mit der Arbeitnehmervertretung im regelmäßigen Austausch.
Das hört sich bei den Arbeitnehmer-Vertretern etwas anders an: „Wir führen momentan gar keine Gespräche“, teilt der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Westmittelfranken, Klaus-Dieter Winnerlein, auf FLZ-Anfrage mit. Man wisse bisher nicht einmal, um wie viele Stellen es im Ansbacher Werk gehe. Die Anzahl der Arbeitsplätze sei aber auch unerheblich. „Für uns ist jeglicher Abbau von Stellen der Bruch eines gültigen Beschäftigungssicherungs-Vertrages“, sagte Winnerlein und kündigt maximalen Widerstand gegen den Job-Abbau an: „Es kann und darf keine einzige Stelle abgebaut werden.“ Der westmittelfränkische IG-Metall-Chef kündigte für den 20. März eine Kundgebung vor den Werkstoren in Brodswinden an.