Jede Menge Brisanz steckt im Derby der Fußball-Landesliga Nordost zwischen Gastgeber TSC Neuendettelsau und dem SVG Steinachgrund (Samstag, 22. November, 14.30 Uhr). Beide Mannschaften benötigen Punkte, um nicht in den Abstiegskampf zu geraten. Allerdings ist die Austragung dieser Partie witterungsbedingt gefährdet.
„Wir wollen unbedingt spielen, müssen aber abwarten, wie sich die Platzverhältnisse entwickeln”, lässt TSC-Trainer Dieter Kreiselmeier wissen. Am Freitagnachmittag wurde der Platz schon mal unter die Lupe genommen. Am Samstagvormittag wird der Rasen nochmals begutachtet. Erst dann entscheidet es sich, ob das Derby stattfinden kann.
Der Tabellendreizehnte TSC Neuendettelsau (21 Punkte) hat gerade einmal vier, der Tabellenzwölfte SV Gutenstetten Steinachgrund fünf Zähler Vorsprung vor der gefährdeten Zone, die mit dem TSV Weißenburg (15./17) auf dem ersten Relegationsrang beginnt.
Zuletzt haben die beiden Clubs aus dem Altkreis Frankenhöhe nicht gut performt. Neuendettelsau war beim 0:4 in Forchheim chancenlos und Steinachgrund wurde vor eigenem Publikum beim 2:6 vom SC 04 Schwabach vorgeführt. Der TSC kassierte in den letzten fünf Spielen vier Niederlagen und hat dabei nur zwei Tore erzielt. Der SVG ist seit vier Spielen ohne Sieg. Ein Dreier im Derby würde eine Art Befreiung bedeuten – für beide Vereine.
TSC-Trainer Kreiselmeier sah beim 0:4 in Forchheim immerhin Lichtblicke in der 1. Halbzeit: „Bis zur 40. Minute konnten wir in einer bis dahin ausgeglichenen Partie überzeugen.” Ein Forchheimer Doppelschlag kurz vor der Pause offenbarte dann aber den doch eklatanten Unterschied zwischen beiden Teams. „Taktisch agierten wir zunächst sehr diszipliniert. Im Anschluss an eine Ecke von uns wurden wir dann aber lehrbuchmäßig ausgekontert. Zwei tiefe Läufe in höchstem Tempo, ein präziser Querpass und ein überragender Abschluss. Dazu ein Standardgegentor zwei Minuten später brachten uns innerhalb von vier Minuten auf die Verliererstraße“, so Kreiselmeier, der zudem bilanziert: „Wir haben die letzten Wochen und Monate doch einiges an Lehrgeld bezahlt, individuelle Fehler wurden von den Gegnern meist eiskalt bestraft.“
Vor der Winterpause will der TSC jedoch noch einmal alle Kräfte bündeln und sich nach einem insgesamt überzeugenden Fußballjahr und dem historischen Landesligaaufstieg mit möglichst einem Heimsieg vom eigenen Publikum verabschieden. „Die Mannschaft will im Frankenhöhe-Derby mit einer Energieleistung alles raushauen”, sagt Kreiselmeier. Helfen soll dabei Andre Folz. Der letztjährige Kapitän agierte in der Hinrunde als spielender Co-Trainer des TSC II in der Kreisklasse. Dort ist nun Winterpause und deshalb erklärte er sich bereit, seine langjährigen Mannschaftskameraden im Jahresendspurt zu unterstützen. „Er ist topfit und mit seiner Dynamik und positiven Energie kann er der Mannschaft einen zusätzlichen Schub geben”, ist sich Kreiselmeier sicher. Fehlen werden aber die Langzeitverletzten Felipe Adler, Jochen Roth, Paul Beil und Leon Reichel.
Am Donnerstag wurde dem Team des SVG Steinachgrund die Höchststrafe verordnet: Videoanalyse vom 2:6 gegen Schwabach. Trainer Thomas Guter: „Da musste die Mannschaft durch. Es kann nicht sein, dass wir kurz nach der Halbzeit binnen zehn Minuten vier Tore kassieren.” Was blieb ihm anderes übrig, als die alte Predigt herauszukramen: „Besser stehen, besser verteidigen, weniger zulassen.” Und, aufgepasst SVG: Im Hinspiel gab es gegen den Aufsteiger Neuendettelsau eine 0:4-Niederlage, die der TSC-Trainer aber relativiert: „Damals war es eine ausgeglichene erste Halbzeit mit etwas glücklicher Führung für uns. In der 2. Halbzeit haben wir Räume bekommen und erst in der Schlussphase das Endergebnis so hoch gestaltet.”
Positiv bei Steinachgrund ist schon mal, dass Niklas Rückel zuletzt wieder eingewechselt werden konnte und dass auch Niklas Körber wieder trainiert hat. Fraglich ist der Einsatz von Tobias Gröger, der sich an der Schulter verletzt hat. Ausfallen wird Routinier Marcel Fürsattel wegen seiner Knöchelverletzung.
Wie es die Losfee wollte, treffen beide Mannschaften auch in der 2. Runde zur Qualifikation zum Verbandspokal aufeinander. Gespielt werden soll am Samstag, 21. Februar 2026, um 13.30 Uhr beim TSC Neuendettelsau. Vorerst liegt der Fokus beider Mannschaften aber auf dem Punktspiel-Duell.