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Veröffentlicht am 13.03.2026 15:17

Iran-Krieg: USA erhöhen Zahl der Angriffe

Demonstranten feiern den antiisraelischen Al-Kuds-Tag (Foto: Stringer/dpa)
Demonstranten feiern den antiisraelischen Al-Kuds-Tag (Foto: Stringer/dpa)
Demonstranten feiern den antiisraelischen Al-Kuds-Tag (Foto: Stringer/dpa)

Ungeachtet der Sorgen um die Blockade der Straße von Hormus sehen sich die USA im Iran-Krieg weiter auf dem Weg zum Erfolg. Die US-Attacken seien noch mal auf das bisher höchste Niveau gesteigert worden, sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am 13. Tag des Krieges. Inzwischen sei auch die militärische Infrastruktur der Islamischen Republik zum Bau ballistischer Raketen weitgehend zerstört. 

Irans neuer oberster Führer, Modschtaba Chamenei, ist nach den Worten von Hegseth verletzt. Die USA wüssten, dass er „verwundet und wahrscheinlich entstellt“ sei, sagte der Minister. Er ließ offen, um was für Verletzungen es sich handelt und wie es dazu kam. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Donnerstag gesagt, der 56-jährige Religionsführer könne „sein Gesicht nicht in der Öffentlichkeit zeigen.“

Merz gegen internationalen Militäreinsatz für Handelsschiffe

Im Ringen um eine Öffnung der Straße von Hormus für den Öl-Transport sieht Bundeskanzler Friedrich Merz derzeit keinen Anlass für einen internationalen Militäreinsatz zum Schutz von Handelsschiffen. Angesichts der ungeklärten Fragen zum Ende des Konflikts sehe er keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken, sagte der CDU-Politiker bei einem Besuch in Norwegen. Die Idee einer internationalen Operation wird vor allem von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verfolgt. 

Zugleich machte Merz erneut klar: „Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges und wir wollen es auch nicht werden.“ „Und insofern sind alle unsere Bemühungen darauf gerichtet, den Krieg zu beenden. Und genau darüber sprechen wir sowohl mit der amerikanischen Regierung als auch mit der israelischen Regierung.“

Erneut Unterstützer der Führung in Teheran auf den Straßen

Trotz anhaltender Luftangriffe gingen in Teheran erneut Tausende Regierungsanhänger zu israelfeindlichen Demonstrationen auf die Straßen. Die Kundgebungen finden jedes Jahr anlässlich des sogenannten Al‑Kuds‑Tages statt, den der frühere Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini 1979 eingeführt hatte. Die staatlich organisierten Proteste richten sich gegen Israel und fordern die „Befreiung Jerusalems“.

Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. 

Türkei zum dritten Mal Ziel einer Rakete

Erneut ist ein aus dem Iran abgefeuertes ballistisches Geschoss im Luftraum der Türkei von einem Nato-Abwehrsystem abgefangen worden, wie das türkische Verteidigungsministerium mitteilte. Das ist der dritte Vorfall in der Türkei dieser Art seit der vergangenen Woche. Wo genau die Rakete abgefangen wurde, sagte das Ministerium nicht. 

Zuletzt war eine ballistische Rakete am Montag im türkischen Luftraum zerstört worden. Am Mittwoch vergangener Woche wurde zudem eine Rakete im Grenzgebiet zum Iran vom Nato-Abwehrsystem abgefangen. Nach türkischen Angaben kamen die Raketen aus dem Iran.

Die Türkei verhält sich eigentlich im Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran neutral und hat sich lange um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemüht. 

US-Soldaten sterben bei Absturz eines Tankflugzeugs

Beim Absturz eines Tankflugzeugs der US-Streitkräfte im Westen des Iraks sind vier von sechs Besatzungsmitgliedern ums Leben gekommen, wie das für die Region zuständige US-Kommando (Centcom) auf X mitteilte. Die Umstände des Absturzes des Flugzeugs vom Typ KC-135 am Donnerstag würden noch untersucht. Der Verlust sei jedoch weder auf feindlichen Beschuss noch auf Beschuss von Verbündeten zurückzuführen. 

Bilanz: Bisher 1.900 Tote im Libanon und im Iran

Seit Beginn des Krieges im Nahen und Mittleren Osten sind im Iran und im Libanon nach Angaben nationaler Behörden knapp 1.900 Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Im Iran seien 1.255 Menschen getötet und mehr als 15.100 verletzt worden, hieß es. Mehr als 100.000 Menschen seien innerhalb des Landes auf der Flucht.

Im Libanon sind laut der WHO 634 Todesopfer und mehr als 1.586 Verletzte gemeldet worden. Die WHO berichtete von mehr als 800.000 Binnenvertriebenen. Im Iran-Krieg sind nach Angaben eines UN-Vertreters bislang fast 22.000 zivile Gebäude im Land beschädigt worden. Darunter seien mehr als 17.000 Wohneinheiten, berichtete Salvador Gutierrez, Repräsentant der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Teheran.

Engpass bei Öl: USA lockern Russland-Sanktionen 

Die USA lockern angesichts des stark gestiegenen Ölpreises die Sanktionen gegen Russland. Um das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, dürfen Länder zeitweise russisches Öl kaufen, das sich bereits auf Schiffen befindet, wie Finanzminister Scott Bessent auf X mitteilte. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. Moskau begrüßte die Lockerung. Merz kritisierte sie. „Jetzt Sanktionen zu lockern, aus welchen Gründen auch immer, das halten wir für falsch“, sagte der Bundeskanzler.

© dpa-infocom, dpa:260313-930-812775/1


Von dpa
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