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Veröffentlicht am 02.03.2026 00:28, aktualisiert am 02.03.2026 08:27

Iran-Krieg weitet sich aus - Hisbollah greift Israel an

Nach einem Raketenangriff der Hisbollah-Miliz bombardiert Israel Ziele im Libanon.   (Foto: Hassan Ammar/AP/dpa)
Nach einem Raketenangriff der Hisbollah-Miliz bombardiert Israel Ziele im Libanon. (Foto: Hassan Ammar/AP/dpa)
Nach einem Raketenangriff der Hisbollah-Miliz bombardiert Israel Ziele im Libanon. (Foto: Hassan Ammar/AP/dpa)

Der Iran-Krieg weitet sich nach der Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei immer weiter aus. Die libanesische Hisbollah-Miliz feuerte in der Nacht Raketen auf Israel ab und greift damit an der Seite Teherans in den Kampf gegen den Erzfeind ein. Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Iran fort - auch die Gegenangriffe Teherans auf Israel und Golfstaaten rissen nicht ab. 

Israel: Müssen uns auf langwierige Kämpfe einstellen 

Israel reagierte auf die Hisbollah-Angriffe mit Bombardements in südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut und anderen Teilen des nördlichen Nachbarlandes. Am Morgen begann die Armee eine weitere Angriffswelle. Ziel seien unter anderem Waffenlager der Hisbollah. Nach vorläufigen Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums kamen mindestens 31 Menschen ums Leben, 149 seien verletzt worden. Israels Armee griff nach eigenen Angaben ranghohe Mitglieder der Hisbollah-Miliz an. Ein weiteres Mitglied sei im Süden des Libanons getroffen worden. „Wir agieren nicht nur defensiv, sondern gehen nun auch in die Offensive. Wir müssen uns auf viele Tage langwieriger Kämpfe einstellen“, sagte Armeechef Ejal Zamir am Morgen. 

Es ist das erste Mal seit Beginn einer Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel im November 2024, dass die Schiiten-Miliz Israel mit Raketen angegriffen hat. Sie begründete dies mit der Tötung Chameneis bei einem israelischen Luftangriff am Samstag in Teheran. Israels Armee fing nach eigenen Angaben ein Geschoss ab, andere gingen in offenem Gelände nieder. Israel und die Hisbollah führten bis Ende 2024 Krieg. Die Miliz ist zwar stark geschwächt, soll jedoch noch über große militärische Fähigkeiten verfügen. 

Iran greift erneut Israel an 

Der Iran feuerte nach Angaben des israelischen Militärs am Morgen erneut Raketen auf den jüdischen Staat ab. Die Verteidigungssysteme waren im Einsatz, erklärte die Armee, bevor sie Entwarnung gab. Israels Luftwaffe hatte in der Nacht nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle gegen Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran begonnen. Israel greift den Iran seit Samstag mit den verbündeten USA an.

In Teheran wurde dabei iranischen Angaben zufolge eine Klinik beschädigt. Das Gandhi-Krankenhaus in Teheran sei am späten Sonntagabend von einer Rakete getroffen worden, berichteten iranische Medien übereinstimmend. 

Golfstaaten verurteilen Irans Gegenangriffe

Teheran reagiert auf die israelisch-amerikanischen Angriffe mit Gegenangriffen nicht nur auf Israel, sondern auch auf Golfstaaten, in denen die USA Militärstützpunkte unterhalten. Die Staaten in der Region des Persischen Golfs verurteilten Irans „ungerechtfertigte“ Angriffe auf ihre Territorien. Man werde „alle nötigen Maßnahmen“ ergreifen, Sicherheit und Stabilität zu gewähren sowie alle Bürger zu schützen, „einschließlich der Option, auf die Aggression zu antworten“, erklärten die Außenminister des Golfkooperationsrats (GCC).

Bislang haben die Staaten Saudi-Arabien, Katar, Oman, Bahrain, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die Angriffe des Irans nur abgewehrt, aber nicht zurückgeschlagen. Die USA und eine Gruppe arabischer Staaten verurteilten Irans Gegenangriffe in einer gemeinsamen Erklärung. Diese stellten eine gefährliche Eskalation dar, die die Souveränität mehrerer Staaten verletze und die regionale Stabilität gefährde, erklärte das US-Außenministerium. 

Eine mit dem Iran verbündete Miliz im Irak griff nach eigenen Angaben einen Stützpunkt der US-Truppen in der Hauptstadt Bagdad an. Sie habe heute am frühen Morgen den US-Stützpunkt nahe dem Flughafen mit einer Drohne attackiert, teilte Saraja Aulija al-Dam mit. Auch sie sprach von „Vergeltung“ für Chameneis Tod und „Unterstützung“ für den Iran. Eine Bestätigung von offizieller irakischer Seite oder vom US-Militär gab es zunächst nicht. 

Emirate schließen Botschaft in Teheran

Die Emirate schließen nach eigenen Angaben ihre Botschaft in Teheran und ziehen ihren Botschafter sowie sämtliches diplomatisches Personal aus dem Iran ab. Das Militär des Landes wehrte nach eigenen Angaben inzwischen unter anderem 152 ballistische Raketen und 506 Drohnen aus dem Iran ab. In Bahrain stürzten Trümmer einer abgefangenen Rakete auf ein Schiff und lösten ein Feuer aus. Dabei starb ein Arbeiter, wie das Innenministerium auf X mitteilte.

Europäer verurteilen Irans Angriffe als unverhältnismäßig

Deutschland, Frankreich und Großbritannien forderten den Iran auf, die Angriffe zu stoppen und behalten sich militärische Abwehrmaßnahmen vor. Die Angriffe seien „wahllos und unverhältnismäßig“, hieß es in einer in Berlin verbreiteten gemeinsamen Erklärung von Kanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premier Keir Starmer. 

Der britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern wurde in der Nacht von einer mutmaßlichen Drohne getroffen. Das bestätigte das Verteidigungsministerium in London laut Nachrichtenagentur PA. Niemand sei verletzt worden. Wer die Drohne abgefeuert hatte, war zunächst nicht bekannt. 

USA und Israel greifen weiter an

Derweil greifen die USA und Israel den Iran weiter an. Dabei werden vor allem Mitglieder der Staats- und Militärführung ins Visier genommen. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlichte am Sonntagabend die Namen von sieben getöteten Generälen. Darunter sind Mohammed Schirasi, der Stabschef des getöteten Chamenei und dessen Stellvertreter Akbar Ebrahimzadeh. 

„Die Kampfhandlungen werden derzeit mit voller Kraft fortgesetzt und werden so lange andauern, bis alle unsere Ziele erfüllt sind“, sagte US-Präsident Trump. Der Iran sieht seine Fähigkeiten, Krieg zu führen, durch die amerikanisch-israelischen Bombardierungen nicht eingeschränkt. Dezentralisierte Verteidigungsstrukturen ermöglichten seinem Land, den Krieg nach Belieben in die Länge zu ziehen, schrieb Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf X.

© dpa-infocom, dpa:260301-930-754545/11


Von dpa
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