Kämpfer für Integration: Hans-Jürgen Leitner erhält das Bundesverdienstkreuz | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 21.03.2025 09:00

Kämpfer für Integration: Hans-Jürgen Leitner erhält das Bundesverdienstkreuz

Hans-Jürgen Leitner (links) bei der Auszeichnung mit Bayerns Sportminister Joachim Herrmann. (Foto: Innenministerium/Giulia Iannicelli)
Hans-Jürgen Leitner (links) bei der Auszeichnung mit Bayerns Sportminister Joachim Herrmann. (Foto: Innenministerium/Giulia Iannicelli)
Hans-Jürgen Leitner (links) bei der Auszeichnung mit Bayerns Sportminister Joachim Herrmann. (Foto: Innenministerium/Giulia Iannicelli)

Hans-Jürgen Leitner, Chef im Asian Sports Center (Verein Moo Duk Kwan) in Bad Windsheim, ist von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden.

Herrmann, der auch Minister für Sport ist, erklärte in seiner Laudatio, dass sich Leitner seit über vier Jahrzehnten ehrenamtlich im Kampfsportbereich einsetze. „Sie setzen sich dabei insbesondere für Diversität, Integration, für sozial ausgegrenzte Gruppen und die Jugendarbeit ein“, sagte Herrmann. Ein großer persönlicher Erfolg sei es gewesen, dass 1988 ein Mitglied der von ihm gegründeten Kampfsportschule Moo Duk Kwan als erster Sportler des Jahres mit Migrationshintergrund im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ausgezeichnet wurde.

Gründer des Moo Duk Kwan in Bad Windsheim

1989 gründete Leitner den Sportverein Taekwondo Moo Duk Kwan Bad Windsheim und übernahm das Amt des Vorsitzenden. Seit 1999 ist er stellvertretender Vorsitzender und übernahm 2002 zusätzlich die Aufgabe des Schatzmeisters. „Ihr Verein gehört mit rund 280 Mitgliedern zu den mitgliedstärksten der über 200 Vereine im Landkreis und war einer der ersten Vereine, der Menschen mit Migrationshintergrund sowie Minderjährige unterstützt und damit den Gedanken der Integration gefördert hat“, befand Herrmann. Für Leitner sei es eine Selbstverständlichkeit, Sportangebote und Selbstverteidigungskurse für Frauen sowie für Menschen mit Behinderung anzubieten und zu fördern.

Im Jahr 2000 gründete er den internationalen Adidas Kids Cup und legte so den Grundstein eines erfolgreichen Wettkampfs, der bis 2009 jährlich stattfand. Bis dahin nahmen über 40 Nationen an dem weit über Europa hinaus bekannten Turnier teil, das eine feste Institution im Bereich des internationalen Taekwondo-Sports geworden war. Die Austragungsorte wurden von Bad Windsheim nach Erlangen und schließlich nach Herzogenaurach verlegt, dem Adidas-Firmensitz.

Sportlicher Austausch zwischen Kulturen

„Bei dem von Leitner geplanten, konzipierten und 2006 eingeweihten Asian Sports Center handelt es sich um eine der modernsten Anlagen dieser Art“, sagte der Minister. Dank der internationalen Kontakte kam ein Sportprofessor der Youngsan University in Busan (Südkorea) mit der Anfrage auf Leitner zu, eine professionelle Partnerschaft mit dem Sportverein in Bad Windsheim in Form eines Kulturaustauschprogramms ins Leben zu rufen. Seitdem kommen Studierende aus Südkorea für drei bis 18 Monate nach Deutschland, lernen die deutsche Sprache, erleben die hiesige Kultur und trainieren Sportlerinnen und Sportler des Asian Sports Centers.

Bis heute Tag trainiert Leitner zwei- bis dreimal wöchentlich 70 bis 90 Sportlerinnen und Sportler bis zu vier Stunden am Tag. „Durch Ihren unablässigen Einsatz für das Ehrenamt und Ihren Sport konnten Sie über 4000 Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bieten, über ihren Sport an einem internationalen Erfahrungsaustausch teilzunehmen“, hob Herrmann hervor.


Philipp Zimmermann
Philipp Zimmermann
Redakteur für Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
north