Karl Heinz Wacker wird von allen liebevoll nur „Kalle“ genannt und ist die „gute Seele“ des Gutenstettener Sportvereins. Seit fast 30 Jahren ist er mit seinem Verein schon ehrenamtlich verbunden. 2009 war er zum Ehrenmitglied ernannt worden und 2021 bekam er vom Deutschen-Fußball-Bund die Ehrenamtsurkunde und eine wertvolle Herrenuhr überreicht.
Mit zehn Jahren begann Wacker 1965 seine Laufbahn beim SV Gutenstetten in der Schülermannschaft und spielte bis weit über sein 40. Lebensjahr hinaus aktiv Fußball – zum Schluss in der Alt-Herren-Mannschaft. Elf Jahre war Karl Heinz Wacker Spielleiter dieses Teams und fünf Jahre Spielleiter der ersten Mannschaft. Auch im Vereinsausschuss wirkte Wacker zwölf Jahre mit. Nun kümmert er sich seit fast 30 Jahren um den Platz, hegt und pflegt den Rasen und das Gelände. Und das sieht man.
Nach den Spielen werden von ihm die beschädigten Grasflächen ausgebessert und sofort mit Rasensamen nachgesät. Auch das Linieren des Spielfeldes gehört zu seinen Aufgaben seit eh und je dazu. Mit dem Mähen des Rasens habe aber alles angefangen, erklärt Wacker. War es anfangs noch ein Platz mit normaler Größe, so ist die Fläche nun mehr als doppelt so groß geworden. Auch den Kunstrasenplatz kehrt „Kalle“ Wacker von Zeit zu Zeit mit einer speziellen Maschine. Seinen Rasenmähertraktor hat er übrigens seit über 20 Jahren. Diesen möchte und könnte er bei dem riesigen Areal nicht mehr missen. Außerdem wäscht Wacker die Trikots, trocknet sie und legt sie zusammen. Da entstehen jede Woche Berge, gesteht er. Mindestens 15 Sätze seien es pro Woche – ein Satz sind je 15 Trikots und Hosen.
Einen großen Vorteil hat der Greenkeeper: Er wohnt direkt am Sportgelände und muss nur über die Straße. „Der Sportplatz ist mein zweites Wohnzimmer“, sagt Wacker unumwunden und lacht. Er ist übrigens der einzige Kicker im Verein, der es bisher geschafft hat, über 1000 Spiele zu absolvieren. Der 68-Jährige hat schon alles im Verein miterlebt: Höhen und Tiefen – von den Höhepunkten in der Bezirksliga bis zum Totalabsturz in die unterste Klasse. Derzeit spielt der SVG Steinachgrund wieder in der Bezirksliga. „Wir sind aufgestiegen“, freut sich Wacker. Sonst spielt im hiesigen Landkreis nur Uffenheim so hoch.
„Ohne meine Frau könnte ich das nicht.“
Der Gutenstettener Verein zählt rund 750 Mitglieder. Sportlich wird so ziemlich alles geboten, was das Fitness-Herz begehrt, sagt Karl Heinz Wacker. Sven Zeh ist Sportvorstand. „Kalle“ Wacker brachte sich auch damals beim ersten Sportheimbau ehrenamtlich mit ein. Dieses war 2005 eingeweiht worden. Er selbst feierte damals als erster in dem Neubau eine Party, seinen 50. Geburtstag, erinnert er sich noch gerne zurück. Sein Engagement macht Wacker ehrenamtlich, seine Brötchen hat er als Postbote verdient. Entsprechend hatte er auch Zeit: Denn nachmittags waren die Briefe ausgetragen und Wacker konnte sich um seine Passion kümmern – den Gutenstettener Fußball. „Ohne meine Frau Karin könnte ich das alles nicht machen.“ Sie zeigt immer Verständnis, wenn er das Wohnzimmer für seinen Verein wechselt.
Zum 50-jährigen Bestehen des Gutenstettener Sportvereins im Jahr 1999 hatte Wacker den ersten Rasenmäher-Bulldog bekommen. Wenn der Platz frisch gedüngt ist, muss er alle zwei Tage „ran“ und mähen. Seit ein paar Jahren ist der SVG-Fuhrpark mehr als beachtlich. Am Montag und Dienstag sind „Kalles“ Hauptarbeitstage. Da verbringt er viele, viele Stunden auf dem Sportgelände. Wäschewaschen, Rasenmähen, das Gelände kehren: Das sind seine Haupttätigkeiten. Wacker macht das gerne – mit Leib und Seele. Er ist stolz auf „seinen Verein“.
Aber auch seine Vereinsfreunde lobt er über den grünen Klee. Wenn er verhindert, verreist oder krank ist, werden die Arbeiten sofort von anderen Vereinsmitgliedern übernommen. Im Zuge des Baus des Kunstrasenplatzen wurden die Grasplätze mit Rasensprengern ausgestattet. Das erleichtert Karl Heinz Wacker die Arbeit – er muss jetzt nicht mehr die 30 Meter langen Schläuche schleppen. „Zum Glück.“