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Veröffentlicht am 24.07.2023 14:45

Kirche will in Gerolfingen mit Schweinen Geld auftreiben

Stella, Mucy und Emma, Ferkel der „Duroc-Kreuzung“, wachsen in einem eigenen Stall und Freilauf im Pfarrgarten in Gerolfingen auf und werden zur Renovierung der St.-Erhards-Kirche beitragen. (Foto: Peter Tippl)
Stella, Mucy und Emma, Ferkel der „Duroc-Kreuzung“, wachsen in einem eigenen Stall und Freilauf im Pfarrgarten in Gerolfingen auf und werden zur Renovierung der St.-Erhards-Kirche beitragen. (Foto: Peter Tippl)
Stella, Mucy und Emma, Ferkel der „Duroc-Kreuzung“, wachsen in einem eigenen Stall und Freilauf im Pfarrgarten in Gerolfingen auf und werden zur Renovierung der St.-Erhards-Kirche beitragen. (Foto: Peter Tippl)

Stella, Mucy und Emma haben seit einigen Tagen ein neues Zuhause. Sie sind in den Gerolfinger Pfarrgarten eingezogen, aber nur auf Zeit. Dort werden sie jetzt gehätschelt und gemästet, um im Februar für eine Lotterie verwurstet zu werden. Nach dem Willen der evangelischen Kirchengemeinde soll der Erlös in die Sanierung der St.-Erhards-Kirche fließen.

Große Herausforderungen benötigen kreative Ideen, und eine solche setzte der Kirchenvorstand in Gerolfingen gemeinsam mit Pfarrer Christian Dellert jetzt um. Für die Renovierung der St.-Erhards-Kirche – der Gesamtumfang beträgt 1,5 Millionen Euro und der Eigenanteil der Kirchengemeinde wird auf mindestens 300.000 Euro geschätzt – wurde im Pfarrgarten ein Freilauf und Stall für drei kleine Ferkel gebaut.

Die tierischen Gäste auf Zeit wurden in der vergangenen Woche von vielen Neugierigen im Garten neben dem Pfarrhaus in Gerolfingen begrüßt. Stella, Mucy und Emma wurden beim Willkommensakt als Namen für die drei Ferkel ausgewählt.

Derzeit bringen sie jeweils etwa 30 Kilogramm auf die Waage, dreimal so viel sollen sie bis zum Februar kommenden Jahres wiegen. Am 10. Februar 2024, das steht bereits jetzt fest, findet ein Schlachtfest für die Schweine statt.

Schweinchen sollen komfortabel leben

Um den tierischen Gästen auf Zeit ein möglichst komfortables Leben zu bieten, hat der Gerolfinger Kirchenvorstand viel Engagement an den Tag gelegt, berichtet Pfarrer Dellert. Frühzeitig sei das Veterinäramt eingebunden worden, so dass Stall und Freilauf entsprechend den Vorgaben gestaltet werden konnten.

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Aus allen drei Gerolfinger Ortsteilen hätten sich Gemeindemitglieder für das Projekt eingebracht. Schweinehalter haben beraten, ein Untergrabschutz wurde von ortsansässigen Maurern gebaut, Material wurde von örtlichen Unternehmern gespendet, eine Wilburgstettener Firma hat den Zaun im Wert eines vierstelligen Betrags gestiftet und viele ehrenamtliche Helfer haben das Gehege hergerichtet sowie Futter für die Tiere gespendet.

Aufmerksamkeit für das große Bauprojekt der Kirchengemeinde soll mit der Ferkel-Aktion geschaffen werden – und vor allem Unterstützung. Die drei „Pfarrgartensauen“ werden nämlich verlost.

Im Pfarramt, in den Geschäften und Gaststätten sowie beim Feuerwehrjubiläum am Wochenende können Lose gekauft werden, kündigte die Gemeinde an. Im kommenden Februar, nach dem Schlachtfest, können die Gewinne eingelöst werden.


Für Veganer und Vegetarier findet sich eine Lösung.

Pfarrer Christian Dellert

Hauptpreis der Lotterie ist ein ganzes Schwein, und außerdem Fleisch- und Wurstpakete. „Für Vegetarier oder Veganer, die sehr gerne auch Lose kaufen können, findet sich sicher eine Lösung“, ist Dellert überzeugt.

Dankbar zeigt sich der Pfarrer über die vielen Aktionen, die sich der Kirchenvorstand ausgedacht hat, um Geld für die Renovierung des Gotteshauses zusammenzubringen. Ihm geht es bei der Sache aber auch um das Leben in der Kirchengemeinde, denn die St.-Erhards-Kirche sollte, so sein Wunsch, sowohl vor als auch nach der Renovierung zum Raum des Glaubens werden.


Von Peter Tippl
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