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Veröffentlicht am 16.07.2025 18:46

KulturBauhof in Bad Windsheim soll bald umziehen

Museumsleiter Dr. Herbert May (Sechster von links) führte Interessierte durch den Kulturbauhof des Bad Windsheimer Freilandmuseums. 	 (Foto: Hans-Bernd Glanz)
Museumsleiter Dr. Herbert May (Sechster von links) führte Interessierte durch den Kulturbauhof des Bad Windsheimer Freilandmuseums. (Foto: Hans-Bernd Glanz)
Museumsleiter Dr. Herbert May (Sechster von links) führte Interessierte durch den Kulturbauhof des Bad Windsheimer Freilandmuseums. (Foto: Hans-Bernd Glanz)

Am 13. September soll es so weit sein. Dann wird im Fränkischen Freilandmuseum das bislang teuerste Gebäude eingeweiht. Die Rede ist vom neuen „KulturBauhof“.

Der wird für rund 12,5 Millionen Euro als Zentrum für historisches Handwerk und Denkmalpädagogik entstehen und künftig zentral den Museumshandwerkern modernste Arbeitsplätze bieten. Zudem rückt der Bauhof auf dem neuen Gelände im Nordwesten des Museums deutlich näher an dieses heran. Der Umzug beginnt in Kürze. Bei einem Rundgang erläuterte Museumsleiter Dr. Herbert May Interessierten die Hintergründe und die geplante Nutzung, von der auch Besucher mittels eines neu entstehenden Weges vom Bereich Technik des Museums entlang des Neubaus geführt werden. Integriert ist dort ein großes Glasfenster, durch das die Besucher Arbeiten in der Abbundhalle verfolgen dürfen.

Glücklich ist May mit dem Platz für Pädagogik, Tagungen und Kurse. Dieser Raum bietet künftig Platz für rund 80 Personen. Der Museumsleiter ging auch auf grundlegende Gedanken vor dem Baubeginn ein, etwa wie nahe der große und hohe Bau an das MAN-Behelfsheim heranrücken könnte. „Es war uns bewusst, dass das nicht einfach ist“, sagte er. Trotzdem, die zentrale Lage aller Bauhofmitarbeiter, zeitgemäßer Arbeitsschutz, modernste Maschinen und endlich Platz, lassen die Herzen im Freilandmuseum höher schlagen.

Staunen über die Ausmaße

Staunende Besucher zeigten sich von der Höhe und den Ausmaßen der verschiedenen Gebäudetrakte erstaunt. „Die Räume wirken jetzt sehr groß, aber wir brauchen den Platz“, betonte May, als er einige der Fachrichtungen aufzählte. Die Museumsschreiner fertigen neben ihrer „normalen“ Arbeit meist auch viele Ausstellungen an. Die Schmiede, die „Metallerwerkstatt“ sei jetzt deutlich größer als bisher. Lärmintensive Maschinen werden aus Arbeitsschutzgründen in besonderen Räumen aufgestellt. Überhaupt liegt dem Freilandmuseum viel am Schutz und Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Nicht nur gesetzliche Vorgaben waren dabei einzuhalten.

Eine Werkstatt für die Betriebsfahrzeuge und auch die historischen Fahrzeuge war dringend notwendig, so dass gerade bei den alten Fahrzeugen auch eine längere Reparatur ohne Platzprobleme möglich sei. Waschplatz und integrierte Tankstelle runden die Notwendigkeiten künftig ab. Apropos Notwendigkeiten: Dr. May strahlt und zeigt auf große Lagerflächen. Die waren ein „Must-Have“. Wohin sonst mit Ausstellungsmaterialien, mit Glas, um nur zwei zu nennen. Auch hier spielt Zentralität eine große Rolle, die Arbeitsabläufe vereinfachen sich schlicht, wenn notwendiges Werkzeug und Material unmittelbar verfügbar sind.

Zweistellige Millionensumme investiert

Dass diese zweistellige Millionensumme eine sinnvolle und richtungweisende Investition ist, darüber sind sich alle einig. Mit der Fertigstellung des Baues sind ja nicht nur die Museumshandwerker und Handwerkerinnen unter einem Dach vereint. Der gewählte Name steht schließlich für ein ganzes Nutzungskonzept. „KulturBauhof. Zentrum für historisches Handwerk und Denkmalpädagogik“ heißt der neue Bauhof, der damit weit mehr als eine nur auf handwerkliche Tätigkeiten ausgerichtete Funktion erfüllt.

„Damit entstehen beste Voraussetzungen, um als „Kompetenzzentrum für Bauen, historische Baukultur und Handwerk“ unter den deutschen Freilichtmuseen zu gelten, hatte Museumsleiter Dr. Herbert May einst beim Richtfest gesagt. Zur Wissenschaftsvermittlung sind Mitmachstationen in deutscher, englischer, leichter und Gebärdensprache vorgesehen. Auch die Nachhaltigkeit stand von Anfang an im Fokus: Überwiegend wurde mit Holz gebaut und eine Dachflächen-Photovoltaikanlage sei so konzipiert, dass sie bei Sonnenschein das komplette Fränkische Freilandmuseum mit Energie versorgen kann.

Nur in einer Sache musste Dr. Herbert May die Gästeschar vertrösten. Als „Highlight der Saisoneröffnung 2026“ wird eine Dauerausstellung direkt am Bauhof eröffnet. Sie wird unter anderem aus einer Wand bestehen, die komplett abgebaut und ins Freilandmuseum verbracht wurde. Damit wird die häufig gestellte Frage visualisiert, wie denn die Häuser vom jeweiligen Standort ins Freilandmuseum kommen.


Von HANS-BERND GLANZ
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