Das Strahlen bekommen sie in diesen Tagen bei der SpVgg Ansbach kaum mehr aus dem Gesicht. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Rein sportlich surft der Fußball-Regionalligist auf einer Welle des Erfolges. Und ein nicht ganz billiges Zukunftsprojekt haben sie auch noch auf den Weg gebracht.
Wer am Samstag beim Torefestival im Heimspiel gegen Hankhofen auch auf das Geschehen abseits des Rasens blickte, sah hinter einem Tor ein paar Bagger stehen, einen ausgehobenen Graben und ein etwa ein Meter hohes Betonrechteck – allesamt Vorboten der neuen Flutlichtanlage, die der Verein nicht ganz freiwillig bis zum Start der neuen Saison gebaut haben muss.
Grund für das insgesamt rund 275.000 Euro teure Projekt ist eine unmissverständliche Auflage des Bayerischen Fußballverbandes (BFV), wonach alle Mannschaften in der vierthöchsten deutschen Spielklasse über ein angemessenes Flutlicht auf ihrem Hauptplatz verfügen müssen – ansonsten droht nach dem Motto „Friss oder stirb“ der Lizenzentzug und damit der Zwangsabstieg. Ein Horrorszenario.
Auch in Ansbach muss man diese Anordnung aus der Münchner Fußballzentrale nicht gut finden, weil einzig der Verband von den Mehreinnahmen der im Internet besser zu vermarktenden Flutlichtspiele profitiert. Die Kosten für die Maßnahmen müssen die Klubs tragen, Förderungen gibt es aber über den Bayerischen Landessportbund und die Stadt Ansbach, zusammengenommen etwa 90.000 Euro. Immerhin ein Drittel der Gesamtsumme. Dennoch geraten Vereine wie die nullneuner finanziell an ihre Grenzen.
Da hilft es, dass die deutlich sechsstelligen Verbindlichkeiten in den vergangenen Jahren sukzessive abgebaut werden konnten und im gleichen Maß das Vertrauen in die Vereinsführung auf allen Ebenen zurückkehrte. So fiel es der seit einer Neuordnung mit fünf Personen besetzten Führungsriege nun nicht allzu schwer, den Großteil der benötigten Summe „über langfristige Darlehen“ abzusichern, wie Finanz-Vorstand Andreas Görmer bestätigt.
Für die Installation der sechs Licht-Masten, die den Fußball in Ansbach künftig auch an Freitagabenden hell erstrahlen lassen sollen, ist alles vorbereitet. Dicke Kabelstränge liegen hinter zwei der vier Seiten im Boden, der Rest wird in den kommenden Tagen erledigt, verspricht Vorstand Robin Friedrich, der sich die Modernisierung der Infrastruktur auf die Fahnen geschrieben hat.
„Da ist in den vergangenen 20 Jahren nicht allzu viel passiert“, sagt er im Rückblick auf eine Bestandsaufnahme vor einigen Monaten. Inzwischen aber haben wir „viel investiert und viel aufgeholt“. Und im Rahmen der Flutlichtanlage gleich an die Zukunft gedacht: Sämtliche Kabel, die bei einer Erweiterung von Gegengerade und Haupttribüne nötig wären, wurden mit verlegt. Auch der Kunstrasen wurde miterschlossen. Wenn dann die Masten in wenigen Wochen stehen, „ist das die Krone. Dann sind wir technisch auf aktuellem Stand“, sagt Robin Friedrich.
Es scheint ein Rädchen ins andere zu greifen, auch die Spendenaktion „Licht an!“ brachte den gewünschten Erfolg. Mit dem Scheck über 5000 Euro, den Ehrenbürger Friedrich Hilterhaus im Namen seiner Stiftung am Samstag übergab, sammelte der Verein in den vergangenen Monaten bei über einhundert Partnern insgesamt 52.000 Euro ein. „Ein super Ergebnis. Dieser Zusammenhalt ist unsere Stärke“, versichert Christoph Hasselmeier, Initiator der Aktion.