So richtig im Ruhestand angekommen ist Heinrich Rittenhofer bis heute nicht. Der frühere geschäftsleitende Beamte der Stadt Wassertrüdingen, der jetzt seinen 80. Geburtstag feierte, ist immer noch unterstützend im Dienst für den Wasserzweckverband RastbergGruppe.
Heinrich Rittenhofer ist daher auch heute noch häufig im Büro anzutreffen. Er kann inzwischen auf stattliche 60 Jahre zurückblicken, in denen er für den öffentlichen Dienst aktiv ist. Die bis heute spärliche Freizeit verbringt der 80-Jährige, der sich gerne bescheiden gibt, mit Radfahren, Städtereisen oder Wellnessurlauben mit seiner Frau Gabriele.
Geboren wurden Rittenhofer 1945 im Sudetenland. Seine Eltern bewirtschafteten dort einen kleinen Bauernhof mit Weinbau. Als die Familie als Folge des Zweiten Weltkrieges aus ihrer Heimat vertrieben wurde, war Heinrich Rittenhofer gerade einmal ein Jahr alt. In einem Viehwaggon wurde er zusammen mit Mutter und Großmutter nach Bayern verbracht. Der Vater war im Krieg gefallen.
Die Familie landete schließlich in der Rieser Landgemeinde Hochaltingen. Nach der Mittleren Reife an der Wirtschaftsschule in Nördlingen erlernte Rittenhofer den Beruf eines Industriekaufmanns und war danach vier Jahre Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Es folgte eine Ausbildung für den gehobenen Verwaltungsdienst in Baden-Württemberg.
Der Diplom-Verwaltungswirt Heinrich Rittenhofer war zunächst im Rechtsreferat des Regierungspräsidiums Stuttgart und fing dann 1975 als Abteilungsleiter bei der Stadt Heidenheim an. Nachdem er 1976 seine Frau Gabriele geheiratet hatte und mit ihr in ein Reihenhaus in Oettingen eingezogen war, stellte sich für ihn die Frage nach einer endgültigen beruflichen Orientierung. Trotz guter Perspektiven in Heidenheim bewarb er sich 1979 um die Stelle als Geschäftsleiter in Wassertrüdingen, wo die Familie, zu der zwei Kinder und mittlerweile drei Enkel gehören, seit 1985 wohnt.
Der Wechsel von einer Oberrechtsratsstelle mit eigenem Sekretariat in eine eher schlichte Kammer im Wassertrüdinger Rathaus sei schon sehr gewöhnungsbedürftig gewesen, wie sich Rittenhofer erinnert. „Heute glaube ich, die absolut richtige Entscheidung getroffen zu haben – getragen vom Vertrauen der Bürgermeister Helmut Vogel, Hugo Pelczer und Günther Babel und den jeweiligen Stadträten durfte ich fast 30 Jahre mit meiner Tätigkeit die Entwicklung der Stadt mitgestalten“, zeigt sich der 80-Jährige rückblickend sehr zufrieden.
Im Oktober 2008 ist er in die Altersteilzeit eingetreten, ohne allerdings eine Ruhephase anzutreten. So hat der Unruheständler seine Position als Geschäftsleiter des Zweckverbandes Rastberg-Gruppe bis zum Jahr 2023 fortgeführt und bleibt unterstützend für den Wasserversorger noch bis zu einer geplanten Fusion mit der Hesselberg-Gruppe und der Stadt Wassertrüdingen bis Ende 2025 im Einsatz. Der Zusammenschluss ist ihm ein besonders Anliegen.
Auch im Ehrenamt war und ist Rittenhofer sehr engagiert. So war er Schöffe am Amts- und am Landgericht in Ansbach, Mitglied des Sozialhilfeausschusses und weiterer Gremien des Landkreises Ansbach sowie gerichtlich bestellter Betreuer. Als Geschäftsführer des Vereins für den Erhalt des Rettungswagens trug er zur Sicherung des Rettungswagenstandortes Wassertrüdingen bei. Für die Arbeiterwohlfahrt hatte er eine Funktion sowohl im Landes-, im Bezirks-, im Kreis- und im Ortsverband.
Bei der örtlichen Europa-Union ist er immer noch zweiter Vorsitzender und beim Siedlerverein Kassenprüfer. Rittenhofer pflegt auch seine Mitgliedschaften im Deutsch-Französischen Freundeskreis, bei den Altstadtfreunden, beim Obst- und Gartenbauverein sowie beim Gesangverein Fürnheim.
Als besonders prägendes Ereignis hat Rittenhofer noch in Erinnerung, wie er in seiner Anfangszeit im Rathaus einen Anruf des damaligen Ortssprechers von Obermögersheim erhalten hatte, weil dessen Eber überraschend verendet war und er nicht wusste, was er nun tun sollte. Er, so Heinrich Rittenhofer, sei von dieser Situation jedoch genauso überfordert gewesen wie der verzweifelte Halter des Tieres.