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Veröffentlicht am 30.01.2026 20:04

Modellprojekt an Hochschule Ansbach: Duales Studium gegen den Fachkräftemangel

Die Idee klingt naheliegend: Eine Ausbildung sowohl im Betrieb als auch an der Hochschule soll junge Menschen fit machen für anspruchsvolle Aufgaben in einem Unternehmen. Ein Modellprojekt an der Hochschule Ansbach möchte genau das ab dem Wintersemester praxisnah umsetzen. Es unterscheidet sich von bisherigen Angeboten.

Bislang gibt es in Bayern ein „Studium mit vertiefter Praxis”. Wie der Name vermuten lässt, steht dabei das Studium im Vordergrund. Lediglich in den vorlesungsfreien Zeiten sind die Studierenden in den Betrieben im Einsatz. Die Unternehmen erhalten also relativ wenig Arbeitsleistung dafür, dass sie den Studierenden durchgängig ein Gehalt bezahlen.

Grundidee aus dem Nachbarland

Im angrenzenden Baden-Württemberg war das schon immer anders. Dort gibt es die Duale Hochschule Baden-Württemberg. Das Grundprinzip ist simpel: drei Monate an der Hochschule, drei Monate im Betrieb. Das bietet die Hochschule Ansbach ab dem Wintersemester nun ebenfalls an, wie Professor Dr. Constantin May und Professor Dr. Elmar Forster nun in einem Pressegespräch erläuterten. Der offizielle Titel lautet „Duales Intervallstudium (BayDIS)”.

Die beiden Professoren Forster und May haben das Konzept entwickelt. Der Fokus liegt dabei darauf, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Denn ohne geschultes Personal drohen die Betriebe in Westmittelfranken ins Hintertreffen zu geraten.

In diesem Jahr wurden die Erstsemesterstudierenden erstmals in den neuen Räumlichkeiten der Hochschule im Brücken-Center begrüßt.  (Foto: Celine Schneider)
In diesem Jahr wurden die Erstsemesterstudierenden erstmals in den neuen Räumlichkeiten der Hochschule im Brücken-Center begrüßt.  (Foto: Celine Schneider)

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Die beiden Professoren sehen im Ansbacher Modellprojekt viele Vorteile. Die Studierenden verdienen in der Ausbildung Geld. Die Ausbildung ist viel stärker an der Praxis orientiert. Studentinnen und Studenten sind so häufig im Unternehmen, dass sie nach ihrem Abschluss einen umfassenden Einblick in die Prozesse haben. „Die sind dann sofort einsetzbar”, schwärmt Forster. Beide Seiten haben in der dreijährigen Ausbildung zudem die Möglichkeit, zu sehen, ob der Betrieb und die Mitarbeitenden wirklich zueinander passen.

„Das ist eine ungeheure Chance“, ist Forster überzeugt. Er war bis zum Sommer vergangenen Jahres Geschäftsführer der Handwerkskammer in Nürnberg. Mit dem neuen Angebot könnten die Fachkräfte von morgen hier gehalten werden. Bislang seien viele junge Leute wegen der Möglichkeit des dualen Studiums nach Baden-Württemberg abgewandert. Und während große Unternehmen entsprechende Angebote selbst organisieren können, bleibe der Mittelstand auf der Strecke. „Der Mittelstand ist unsere Zielgruppe“, betont Forster. Dieser sei die „tragende Säule“ in Westmittelfranken.

Constantin May geht davon aus, dass das Ansbacher Modell zur „Blaupause für Bayern” wird. „Wir hoffen auf einen durchschlagenden Erfolg.”

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Der Studiengang selbst nennt sich „General Management” – ein umfassendes Studium der Betriebswirtschaftslehre. „Wir vermitteln breit gefächerte Managementfähigkeiten”, erläutert May. Dazu gehören moderne Komponenten wie die Nutzung von Künstlicher Intelligenz, Prozessoptimierung oder Betriebsnachfolge. Umfassend ausgebildet werden die Studierenden auch, um den immer größeren bürokratischen Anforderungen Herr werden zu können. May fasst es so zusammen: „Wir wollen Führungskräfte für den Mittelstand ausbilden.”

Forster und May sind nun auf der Suche nach Firmen, die sich beteiligen wollen, damit es zum Wintersemester losgehen kann. Wobei es im ersten Schritt nur um eine Absichtserklärung geht. Konkret wird es erst, wenn eine geeignete Studentin oder ein geeigneter Student gefunden ist und das Unternehmen mit dieser Person einen Vertrag abschließt. Bis zu 25 Plätze soll der Studiengang im ersten Aufschlag haben.

Für das Versteckspiel suchten sich die Teilnehmenden teils die unbequemsten Orte an der Hochschule aus. (Foto: Jannic Hofmuth)
Für das Versteckspiel suchten sich die Teilnehmenden teils die unbequemsten Orte an der Hochschule aus. (Foto: Jannic Hofmuth)

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Aus Mays Sicht eignet sich das Modell auch für kleinere Mittelständler. „Ich sage mal: Sinnvoll ist das ab 20 Mitarbeitern.” Das Studium ist auf sechs Semester angelegt. Am Ende steht ein Bachelor-Abschluss. Wenn alles gut läuft, wollen Forster und May das Angebot weiter ausbauen und Studiengänge mit spezielleren Schwerpunkten etablieren.

Blume ließ sich überzeugen

Und warum läuft das Modellprojekt in Ansbach? Die Nähe zu Baden-Württemberg ist ein Aspekt. Stimmkreisabgeordneter Andreas Schalk (CSU) ein weiterer. Er hat selbst ein Duales Hochschulstudium in Baden-Württemberg absolviert und ist von der Idee sehr überzeugt. Entsprechend hat er regelmäßig im Wissenschaftsministerium angeklopft und auf das Angebot im Nachbarland hingewiesen. Bei Minister Markus Blume fand er nun Gehör.

Die „dynamische Hochschule” und die vom Mittelstand geprägte Region seien zwei starke Argumente für Ansbach als Testort, findet Schalk, der auch dem Hochschulrat angehört. Drei Jahrgänge soll die Testphase nun umspannen. Dann wird entschieden, ob BayDIS bayernweit ausgerollt wird.

Für Interessierte an dem Modellprojekt ist Claudia Greulich die richtige Ansprechpartnerin. Zu erreichen ist sie per E-Mail an claudia.greulich@hs-ansbach.de oder telefonisch unter 0981/4877505.

Die Professoren Elmar Forster (links) und Constantin May sind überzeugt, dass das neue duale Studium an der Hochschule Ansbach ein voller Erfolg wird. Sie sind auf der Suche nach Firmen, die mitmachen. (Foto: Robert Maurer)
Die Professoren Elmar Forster (links) und Constantin May sind überzeugt, dass das neue duale Studium an der Hochschule Ansbach ein voller Erfolg wird. Sie sind auf der Suche nach Firmen, die mitmachen. (Foto: Robert Maurer)
Die Professoren Elmar Forster (links) und Constantin May sind überzeugt, dass das neue duale Studium an der Hochschule Ansbach ein voller Erfolg wird. Sie sind auf der Suche nach Firmen, die mitmachen. (Foto: Robert Maurer)
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