Naturparkzentrum soll jährlich 20.000 Besucher nach Scheinfeld bringen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 18.02.2025 17:48

Naturparkzentrum soll jährlich 20.000 Besucher nach Scheinfeld bringen

Ein Transparent verkündet schon seit geraumer Zeit, was mit dem Gebäude dahinter in ein paar Jahren geschehen soll. (Foto: Andreas Reum)
Ein Transparent verkündet schon seit geraumer Zeit, was mit dem Gebäude dahinter in ein paar Jahren geschehen soll. (Foto: Andreas Reum)
Ein Transparent verkündet schon seit geraumer Zeit, was mit dem Gebäude dahinter in ein paar Jahren geschehen soll. (Foto: Andreas Reum)

Alles in allem kommt die Stadt Scheinfeld günstig weg beim Steigerwald-Naturparkzentrum. So lautete jedenfalls der Tenor im Stadtrat, als das Gremium über die Kostenaufteilung zwischen Stadt und Landkreis zu beraten und zu beschließen hatte.

Die Gesamtkosten für das Großprojekt im Alten Amtsgericht an der Schwarzenberger Straße werden inzwischen auf runde zehn Millionen Euro veranschlagt. Anfänglich – vor dreieinhalb Jahren – mutmaßte man noch einen mittleren siebenstelligen Betrag. Ende 2022 wurde im Scheinfelder Rat bereits befürchtet, dass es in den oberen siebenstelligen Bereich gehen könnte. Nun sind es acht Stellen.

In der Schätzsumme sind neben den Sanierungskosten auch der geplante Außenaufzug, der Umgriff des Gebäudes samt Parkplätze und auch die noch zu konzipierende Ausstellung enthalten, erläuterte Bürgermeister Claus Seifert.

Zu den Kosten steuert der Freistaat Bayern bis zu zwei Millionen Euro bei, die dem Steigerwald als einem von nur noch wenigen Naturparken bereits zugesagt sind. Zudem kann man mit einem 80-prozentigen Zuschuss aus dem Städtebauförderprogramm „Innen statt außen“ rechnen. Seifert lobte, dass dies von der Förderstelle selbst ins Spiel gebracht worden sei. Käme man nicht in dieses Sonderprogramm, so läge der Standardsatz bei der Städtebauförderung bei „nur“ 60 Prozent.

Ein 60:40-Verhältnis und ohne Obergrenze

Die Deckungslücke bezifferte der Bürgermeister auf nun noch 1,7 Millionen Euro. Diese werden zwischen der Stadt Scheinfeld und dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim aufgeteilt. Der Landkreis übernimmt davon 40 Prozent, kam man bei Finanzierungsgesprächen überein. An der Stadt bleiben somit noch 60 Prozent hängen, also eine runde Million Euro.

Allerdings werden die Finanzierungszusagen weder von städtischer noch von Landkreisseite gedeckelt. Das bedeutet, dass eventuelle Kostensteigerungen von beiden übernommen würden, und zwar im festgelegten 60:40-Verhältnis.

Die Deckelung der Ausgaben war ehedem eine Forderung, die aus den Ratsreihen erhoben worden war. Sowohl dem Landkreis als auch der Stadt sei jedoch klar gewesen, wenn man eine Deckelung festschreibt, „dann war es das“, brachte Bürgermeister Seifert ein drohendes Aus des Projekts auf den Punkt.

Die meisten Ratsmitglieder nahmen die fehlende Deckelung mehr oder minder zähneknirschend in Kauf. Einzig Andreas Knahn (CSU) hielt sie für unverzichtbar und stimmte aus diesem Grund gegen die Vereinbarung, das übrige Ratsgremium jedoch dafür. Knahns Fraktionskollegin Pia Lindacher bemängelte zwar ebenfalls die fehlende Obergrenze, meinte jedoch, da der Landkreis ja mit im Boot sei, könne man dies dennoch wagen.

Stadt muss nur zehn Prozent der Kosten tragen

Bürgermeister Seifert gestand zu, dass man das Naturparkzentrum als unnötig erachten könnte. Es sei definitiv keine Pflichtaufgabe der Kommune. Allerdings bekomme man nun für eine Million Euro Eigenmittel eine Sanierung im zehnfachen Wert. Ein Bauwerk in einer 1-A-Lage, dem der Verfall gedroht habe, werde erhalten; damit werde ein ganzes Stadtviertel aufgewertet. Erklärtes Ziel sei es, jährlich 20.000 Leute nach Scheinfeld zu holen und die Stadt dadurch zu beleben.

Stellvertretender Bürgermeister Klaus Luckert sprach – offenbar bezogen auf die Stadt als Bauherr – vom „größten Projekt in der Geschichte der Stadt“. In seiner Wortmeldung wie auch in der von ÜWG-Sprecher Dr. Gerhard Heim schwangen finanzielle Sorgen mit. Heim verwies insbesondere auf eine angespannte Finanzlage nicht nur bei der Stadt, sondern auch beim Landkreis. Dem ÜWG-Obmann wäre es lieber gewesen, man hätte den Beschluss noch ein halbes Jahr aufschieben können, um auch andere „finanzielle Brocken“, die auf die Stadt zukommen, besser einschätzen zu können.

Plädoyer für mehr Optimismus

Angesichts der Kostenaufteilung, bei der Scheinfeld letztlich mit zehn Prozent wegkommt, plädierte dritter Bürgermeister Dr. Berthold Krabbe für etwas mehr Optimismus. Es gehe, darum „dieses Ding mit Leben zu füllen“. Mit einem geweiteten Blick auf die nahende Sanierung der Hauptstraße fand Krabbe: „Das sind Aussichten, die uns mit Glück erfüllen sollten.“ In der SPD-Fraktion habe das Projekt deshalb „nicht eine Sekunde zur Diskussion gestanden“. Man solle es voller Elan angehen.

Die Zustimmung des Landkreises zur Kostenvereinbarung steht noch aus. Die Kreistagsfraktionen stehen laut Seifert, der auch Kreisrat ist, hinter dem Projekt.

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