Neue Innovationen für den Landkreis: Das Gründerzentrum in Neustadt/Aisch öffnet | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 23.02.2026 20:49

Neue Innovationen für den Landkreis: Das Gründerzentrum in Neustadt/Aisch öffnet

Erster Treffpunkt bei der Besichtigung der Unternehmer-WG war für die Mitglieder des Kreisausschusses die Küche, in der Landrat Dr. Christian von Dobschütz noch einmal die Konzeption erläuterte.  (Foto: Mirko Fryska)
Erster Treffpunkt bei der Besichtigung der Unternehmer-WG war für die Mitglieder des Kreisausschusses die Küche, in der Landrat Dr. Christian von Dobschütz noch einmal die Konzeption erläuterte. (Foto: Mirko Fryska)
Erster Treffpunkt bei der Besichtigung der Unternehmer-WG war für die Mitglieder des Kreisausschusses die Küche, in der Landrat Dr. Christian von Dobschütz noch einmal die Konzeption erläuterte. (Foto: Mirko Fryska)

Ganze 100.000 Euro hat es gekostet, schön ist's geworden: Die Rede ist vom neuen Gründerzentrum des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, gerne auch als „Unternehmer-WG” bezeichnet und angesiedelt im ersten Obergeschoss des Blockschulwohnheims an der Berufsschule. Am Montag wurde es offiziell eröffnet.

In der nachfolgenden Kreisausschusssitzung betonte der Landrat nochmals, was für ein „Schnäppchen” die neue Einrichtung sei, denn „statt Millionen für einen Glaspalast” auszugeben, habe man hier eine schnelle, einfache und kostengünstige Lösung gefunden, die zudem natürlich ausgebaut werden kann.

Konkrete Vorstellungen gibt es diesbezüglich schon in Uffenheim, wobei er aufgrund von Immobilienverhandlungen noch nicht allzu sehr ins Detail gehen könne. Aber auch aus Burgbernheim und Ergersheim seien schon Anfragen gekommen und in der Sitzung erkundigte sich auch Markt Erlbachs Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß nach den Konditionen.

Besagte Konditionen sind denkbar einfach: Man könne/solle/dürfe in der jeweiligen Kommune Ausschau nach Leerstand halten, der sich mit einfachen Mitteln in einen Co-Working-Space verwandeln lässt. Mehrere Büros, Sanitärräume und eine Küche seien wichtig, die Mieten für die jungen Unternehmer oder Gründer müssten günstig sein und bleiben und die jeweilige Gemeinde sei für die notwendigen baulichen und gestalterischen Anpassungen zuständig. Im Gegenzug „stülpen wir unser Konzept darüber”, so von Dobschütz. Will heißen: Der Landkreis in Person der Wirtschaftsförderin Julia Tschawdarow steuert sein Know-how beim Marketing und der dauerhaften Unterstützung (zum Beispiel über die Aktivsenioren) bei und hilft bei der Vernetzung.

Andernorts gibt es Wartelisten

Apropos Vernetzung: Während die Mitglieder des Kreisausschusses die Unternehmer-WG besichtigten, sprach von Dobschütz unter anderem darüber, dass solche günstig anzumietenden Büroräume auch und vor allem natürlich in Ballungsräumen oder Großstädten sehr gefragt seien. Wenn man als Landkreis also seine Fühler in Richtung Nürnberg, Fürth und Erlangen ausstrecke, mache man sicherlich nichts verkehrt, denn „dort gibt es bei solchen Gründerzentren oft Wartelisten. Und da kommen wir daher und sagen: Hey, in Neustadt gibt es so etwas auch.”

Erste Gespräche in diese Richtung haben bereits stattgefunden, erklärte Julia Tschawdarow – mit Nürnberg, Würzburg und Schwabach, allesamt Kommunen, die solche und ähnliche Einrichtungen betreiben und an einer Zusammenarbeit interessiert seien. Neustadt sei unter anderem auch wegen seiner Nähe zum Technologie Transfer Zentrum ein durchaus attraktives Pflaster geworden und – daran erinnerte wiederum der Landrat – habe schließlich „quasi vor der Tür” der Unternehmer-WG auch noch einen Bahnhalt zu bieten.

„Coole Möbel” und Mehrregion-Farben

Mehrmals erinnerte der Landrat auch an den „Input” des Neuhöfer Unternehmers Michael Schmutzer, der dem Landkreis seine Erfahrung bei der Gestaltung von Co-Working-Einrichtungen zur Verfügung gestellt und maßgeblich am Konzept mitgewirkt habe. Das betreffe die Farbgebung der Räume, die sich im weitesten Sinne am Logo von „Frankens Mehrregion” orientiert, werde aber auch bei den „coolen Möbeln” sichtbar.

Man habe aus diesem Stockwerk des Blockschulwohnheims mit wenig Geld und einfachen Mitteln „etwas Tolles” geschaffen, so von Dobschütz, und wurde in dieser Ansicht von Matthias Giehl bestätigt. „Ich war echt schon ungeduldig, wann das hier endlich fertig wird”, erklärte der junge Mann im Rahmen der Besichtigung. Giehl, der auch die eigens eingerichteten Gründer-Stammtische der Wirtschaftsförderung besucht hatte, hatte zusammen mit einem Kollegen im vergangenen Jahr sein Start-up gegründet und genau solche Räume gesucht.

Zwei Jung-Unternehmen halfen mit

Die beiden Jung-Unternehmer haben eine Plattform entwickelt, mit deren Hilfe und passgenau zugeschnitten auf das jeweilige Unternehmen die üblichen Mitarbeitergespräche zu „echten Entwicklungsgesprächen” gemacht werden können, von denen beide Seiten profitieren. Ja, bestätigt Giehl, er sei sicher unter den Ersten gewesen, die hier eingezogen sind – bereut hat er es nicht.

Aus Sicht des Landrats ist das Experiment ebenfalls aufgegangen. „Wir glauben, dass das Thema Innovation ein wichtiges ist”, erklärte von Dobschütz bei der Begrüßung. Zwar liege die Zahl der Unternehmensgründungen im Landkreis noch unter dem Bundesdurchschnitt, sei jedoch zuletzt stark angestiegen. Naturgemäß stehe das Handwerk dabei im Vordergrund, aber „wir haben auch sehr viele junge Leute, die im Bereich IT tätig sind”. Diese Nachwuchshoffnungen zu unterstützen und ihnen eine Starthilfe zu geben, das sei zukunftsträchtig.


Patrick Lauer
Patrick Lauer
Redakteur
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