In der Neustadt steht mal wieder eine Immobilie zum Verkauf. In bester Lage, schließlich könnte diese Passage in Verlängerung der Uzstraße so etwas wie die Einkaufsmeile der Stadt sein. Doch die Realität sieht anders aus, weshalb die Verwaltung zusammen mit Citywerkstatt-Moderator Gregor Heilmaier neue Wege gehen will.
Bislang beschränkte sich das Wirken von Heilmaier, der die offiziellen Titel Diplom-Kaufmann und Unternehmensberater trägt, auf die Lenkung der Citywerkstatt. Der offene Zusammenschluss aus Händlern, Gastronomen und Privatpersonen begeht in diesen Tagen seinen zweiten Geburtstag und kann aus der Warte des Wirtschaftsexperten auf eine respektable Zwischenbilanz verweisen.
Heilmaier stellt dabei vor allem das neue Miteinander in den Vordergrund. Waren sich die Innenstadtakteure in der Vergangenheit vor allem in ihrem Verdruss über die Stadt einig, hat man es nun geschafft, positiv nach vorne zu blicken, die Verwaltung mit ins Boot zu holen und gemeinsam der Sache dienliche Aktionen ins Leben zu rufen.
Auch für dieses Jahr sind wieder zahlreiche Programmpunkte geplant, die die Aufenthaltsqualität in der Stadt steigern und eine Art Wohlfühlatmosphäre erzeugen sollen. „Denn Wirtschaft ist vor allem Stimmung“, umschreibt Heilmaier eine grundsätzliche Ausgangsbasis. Zahlreiche Aktionen wurden eigens dafür bereits umgesetzt. Doch das ist nur ein kleines Puzzlestück, um Ansbachs City vor dem Ausbluten zu bewahren.
Das wird der Schlüssel für Ansbach sein.
„Das sind Maßnahmen, die für eine kurzfristige Belebung sorgen“, erklärt der Citywerkstatt-Moderator das Prinzip: Verschiedene Events, die Aufmerksamkeit bei unterschiedlichen Zielgruppen erzeugen, locken die Menschen nach Ansbach. So weit, so gut. Nur: „Das alleine wird die Innenstadt nicht retten“, sagt Heilmaier ebenso deutlich.
Für den nächsten, bei den Ansbacher Gegebenheiten für den Experten zwingend notwendigen Schritt sieht Heilmaier die Stadt als wichtigen Impulsgeber. Ausgangspunkt dafür sind wie etwa in der Neustadt zahlreiche Leerstände, denen nun aktiv begegnet werden soll.
Das ergab jüngst ein Runder Tisch mit Oberbürgermeister Thomas Deffner, der Wirtschaftsförderung um Christoph Albrecht und Geschäftsinhaber Stefan Wellhöfer. Er hatte im Vorfeld den Fürther Wirtschaftsreferenten Horst Müller besucht, um dessen Erfahrungen beim Umbau des vor 20 Jahren noch recht grau und trist daherkommenden Fürths mitsamt einer modernen, attraktiven Innenstadt in das Gespräch einfließen lassen zu können.
Da aber in Ansbach die finanziellen Ressourcen der Stadt in Zeiten eines erst im zweiten Anlauf genehmigten Haushalts maximal überschaubar sind und wohl mittelfristig bleiben werden, verbieten sich große Lösungen, wie etwa der in Fürth umgesetzte Ankauf von leerstehenden Immobilien in der Innenstadt.
Doch ein anderer Ansatz ist in Sicht: Es geht um Geschäftsimmobilien im Kern der Stadt, die bislang für potenzielle Mieter wenig attraktiv sind. Allzu selten, so berichtet Heilmaier, entsprechen die Deckenhöhen modernen Standards. Häufig befinden sich auch Treppenstufen im Eingangsbereich von Geschäften, die würden von Kunden jedoch als Hindernis wahrgenommen. Nun müssten Besitzer solcher Immobilien auf Ideen gebracht werden, wie sie den Bestand unter modernen Aspekten aufpeppen können. Und dafür könnte die Stadt in Vorleistung gehen.
So ist angedacht, für in Frage kommende Häuser auf Kosten der Stadt ein individuelles Grobnutzungskonzept zu erstellen – was wünschenswert und was machbar ist. Rund 3000 Euro würden etwa pro Konzept fällig. Der Plan sieht im Kern vor, bei den Immobilienbesitzern eine „Bereitschaft zur Veränderung“ zu erzeugen. Unter dem Motto „Fördern und fordern“ gelte dieser Ansatz für Läden und ziele ebenfalls auf „gute Mietstrukturen“. Von dieser Herangehensweise ist Heilmaier überzeugt. „Das wird der Schlüssel für Ansbach sein.“