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Veröffentlicht am 07.05.2025 10:05

Neues Fahrzeug für die Dinkelsbühler Schnelleinsatzgruppe

Das bisherige SEG-Einsatzfahrzeug hat drei Jahrzehnte auf dem Buckel. Am Donnerstag wird sein Nachfolger in Dienst gestellt. (Foto: BRK/Hans-Peter Mattausch)
Das bisherige SEG-Einsatzfahrzeug hat drei Jahrzehnte auf dem Buckel. Am Donnerstag wird sein Nachfolger in Dienst gestellt. (Foto: BRK/Hans-Peter Mattausch)
Das bisherige SEG-Einsatzfahrzeug hat drei Jahrzehnte auf dem Buckel. Am Donnerstag wird sein Nachfolger in Dienst gestellt. (Foto: BRK/Hans-Peter Mattausch)

Die Dinkelsbühler Schnelleinsatzgruppe bekommt ihr neues Fahrzeug. Möglich wurde die Investition auch durch die Unterstützung der Kommunen im Altlandkreis. Am Donnerstag, 8. Mai, zum Weltrotkreuztag, wird das Gefährt nun offiziell übergeben.

„Derzeit wird sehr häufig über die Weltsicherheit berichtet“, sagt Hans-Peter Mattausch, der seit 48 Jahren Ehrenamtlicher beim Roten Kreuz ist. Im Rahmen des Dinkelsbühler Georgi-Marktes hätten sich die Blaulichtorganisationen hervorragend präsentiert, stellt er gegenüber der FLZ fest. „Aber wie schaut es denn mit dem Heimatschutz in unserer Region aus?“, fragt er.

Für den Katastrophenschutz sind mehrere Organisationen zuständig: die Freiwilligen Feuerwehren, das BRK mit der Wasserwacht und das THW. Der Freistaat Bayern engagiere sich mehr als andere Bundesländer für diese Aufgaben, betont Mattausch, zum Beispiel durch die Beschaffung von Fahrzeugen und Material für die Rettungsorganisationen.

Rettungskräfte haben alle Hände voll zu tun

Der Landkreis Ansbach bringe sich in die Aufgabe ebenfalls ein und unterstütze durch organisatorische Leistungen. Bei einem derart großen Landkreis wie dem Ansbacher sei das allerdings nur bedingt ausreichend, berichtet Mattausch aus seiner langjährigen Erfahrung. Deutlich geworden sei das zuletzt durch die Großbrände in der Dinkelsbühler Altstadt und andere Ereignisse in der Region. Die Rettungskräfte hätten bei solchen Einsätzen alle Hände voll zu tun.

Zur Unterstützung der oft Ehrenamtlichen bei Großereignissen wurde vor rund 30 Jahren in Dinkelsbühl eine „Schnelleinsatzgruppe-Behandlung“ in Dienst gestellt, schildert der BRK-Veteran die Geschichte der SEG. Hierfür sei mit großem Engagement der Rot-Kreuz-Bereitschaft Dinkelsbühl und vieler Spender ein Fahrzeug beschafft und hergerichtet worden.

Da die Lebensdauer eines solchen Fahrzeugs aber begrenzt sei, sei jetzt nach drei Jahrzehnten eine Ersatzbeschaffung angestanden. Und weil die staatlichen Unterstützungen im Landkreis nach den Vorgaben beschafft und verteilt würden, sei für die Investition in einen solchen Gerätewagen für den Sanitätsdienst keine staatliche Unterstützung zu erwarten gewesen.

Bis zu sechs Helferinnen und Helfer haben Platz

Das neue Fahrzeug kann bis zu sechs Helferinnen und Helfer aufnehmen und sei dafür geeignet, bei „Großschadensfällen“ für die Versorgung Betroffener, aber auch für die Absicherung der anderen eingesetzten Kräfte zu sorgen, beschreibt Hans-Peter Mattausch den Nutzen. So könne unter anderem eine Sanitätsstation errichtet und medizinische Versorgung geleistet werden. Dies sei ein wichtiger Beitrag für den Heimatschutz, da der Rettungsdienst bei solchen „Großlagen“ meistens maximal belastet sei.

Mattausch stellt aber auch klar: „Wünschenswert ist ein weiterer Ausbau des Heimat- und Katastrophenschutzes, beispielsweise durch die Ertüchtigung der Sirenen im Dinkelsbühler Stadtbereich und weitere Maßnahmen, so dass bei einem Warntag auch etwas zu hören ist“. Denn eines hätten die Erfahrungen aus der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal gezeigt: „Die Handyalarmierung funktioniert nicht immer. Die Ertüchtigung der Sirenen wäre ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der allgemeinen Resilienz“, ist Hans-Peter Mattausch überzeugt.

Über 100.000 Euro an Spenden

Der Anschaffungspreis für das Fahrzeug liegt bei rund 146.500 Euro. „Das erscheint zunächst sehr viel, relativiert sich aber bei einer Nutzungsdauer von 25 bis 30 Jahren“, ist der Ehrenamtliche überzeugt. Die Beschaffung sei nur möglich gewesen, weil der Kreisverband Ansbach des BRK einen Beschluss zur finanziellen Unterstützung in erheblichem Umfang gefasst habe, betont der Rot-Kreuz-Helfer.

Ziel der Aktiven sei es allerdings, dieses Geld nicht in vollem Umfang auszuschöpfen. Deshalb seien mehrere Aktionen auf die Beine gestellt worden, durch die Spenden in Höhe von zirka 105.000 Euro akquiriert wurden, berichtet Mattausch. Die Kommunen des Altlandkreises Dinkelsbühl haben alleine 30.000 Euro beigesteuert.

Die BRK-Bereitschaft unter der Leitung von Demas Hartmann und Bereitschaftsarzt Dr. Frank Friedrich werden die Feierstunde gestalten und die Aktiven freuen sich über die große Zahl an Ehrengästen, unter denen der Vizepräsident des BRK erwartet wird.

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