Die Goldene Bürgermedaille von Neustad wurde Bernd Schnizlein von Bürgermeister Klaus Meier überreicht. Meier würdigte den Geehrten als eine in Neustadt und im gesamten Landkreis hochgeachtete Persönlichkeit.
Schnizlein, der im vergangenen Spätherbst nach insgesamt über 42 Jahren im Neustädter Stadtrat und 36 Jahren im Kreistag aus gesundheitlichen Gründen von all seinen Ämtern zurückgetreten war, verzichtete in der RathausEhrenHalle auf eine ausführliche Reaktion, nachdem er zunächst von Klaus Meier und anschließend von Landrat Dr. Christian von Dobschütz gewürdigt worden war. Seine Replik beschränkte sich auf ein Wort: „Danke.”
Zuvor hatte Klaus Meier das Lebenswerk seines „Weggefährten seit über 40 Jahren” zusammengefasst. 1971 sei dieser in die SPD eingetreten, sei von 1984 bis 2025 Mitglied des Stadtrates gewesen (und wurde damit siebenmal wiedergewählt) – „länger als jeder andere”. Darüber hinaus sei Schnizlein, der sich vor allem in den Bereichen Kultur (unter anderem Mitbegründer des Neustädter Kulturvereins) und Bildung für seine Heimatstadt „herausragend engagiert” habe, seit 1990 auch im Kreistag gesessen. „Als er 2015 zum ersten Stellvertreter des Landrats gewählt wurde, gab es nicht nur keinen Gegenkandidaten, sondern auch keine Gegenstimme”, so Meier.
Schnizlein habe sich während all der Jahre seines kommunalpolitischen Wirkens stets durch „Ehrlichkeit, Fairness und eine hohe Sachkompetenz” ausgezeichnet, ohne dabei aber jemals im Vordergrund stehen zu wollen. Bei seinem „außergewöhnlich vielseitigen und ehrenamtlichen Engagement”, habe Schnizlein „niemals gespalten, sondern immer versucht, die Menschen zusammenzubringen”.,
Das habe beispielsweise auch beim Partnerschaftsverein „Freunde von Montespertoli” gegolten, den Schnizlein ebenfalls mit aus der Taufe gehoben hatte. Meier lobte vor allem die Fähigkeit Schnizleins, sich in andere hineinzuversetzen und zuhören zu können, denn „Streit war dir immer ein Gräuel”. Die Auszeichnung mit der Bürgermedaille habe der Stadtrat im Januar einstimmig beschlossen.
Ähnlich formulierte es auch der Landrat: Schnizlein, der auch Träger des Landkreis-Ehrenzeichens in Silber sei, habe „über viele Jahre hinweg Verantwortung übernommen – leise, verlässlich und mit großer Haltung”, sagte Dr. Christian von Dobschütz. Der langjährige Kreisrat und Arzt, der sich dank seiner großen medizinischen Fachkenntnisse auch über Jahrzehnte um die Kliniken des Landkreises verdient gemacht habe und in deren Verwaltungsrat saß, sei alle ihm gestellten Aufgaben „mit Ernsthaftigkeit und einem klaren Wertekompass angegangen”.
Schnizlein habe oft dazu beigetragen, dass „Brücken gebaut werden konnten”, er sei eben stets ein Mensch gewesen, „der zuhört und andere Meinungen akzeptiert und respektiert”. Mit dem Satz „Sie haben Ihrer Stadt und dem Landkreis sehr viel gegeben”, beendete der Landrat die Ansprachen.
Für die musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgte die virtuose Ivana Schneider am Klavier, die Klaus Meier zu Recht als ein „außergewöhnliches Talent” würdigte. Stehende und minutenlange Ovationen gab es nach seinem kurzen „Danke” für Bernd Schnizlein, dem anschließend zahlreiche Weggefährten zur Auszeichnung gratulierten – darunter die beiden ehemaligen Landräte Walter Schneider und Helmut Weiß, Alt-Bürgermeister Dr. Wolfgang Mück, fast der gesamte Stadtrat sowie die drei anderen noch lebenden Träger der Goldenen Bürgermedaille Ruth Billmann, Willy Held und Erwin Lutz.