Weit und breit kein Meer, aber trotzdem gestrandet: Dieses Schicksal erlitten am Mittwochabend ein Dutzend Personen im Petersauracher Ortsteil Wicklesgreuth. Weil die S-Bahn wegen Bauarbeiten zwischen Wicklesgreuth und Ansbach nicht fuhr, sollten die Fahrgäste eigentlich in einen Bus umsteigen. Doch das erwies sich als unmöglich.
Von dem nervenstrapazierenden Erlebnis berichtete der FLZ ein Betroffener. Zusammen mit etlichen weiteren Fahrgästen hatte er gegen 21.30 Uhr in Wicklesgreuth in den angekündigten Schienenersatzverkehr-Bus nach Ansbach steigen wollen. Dieser war auch vorab so im Ersatzfahrplan hinterlegt.
Tatsächlich tauchte zur Uhrzeit dann auch ein Bus auf, der Fahrgäste aus der Gegenrichtung transportierte. Als die Wartenden dann einsteigen wollten, erlebten sie jedoch eine unangenehme Überraschung: „Auf Nachfrage sagte der Busfahrer, wir sollen nicht einsteigen. Er drehte um und fuhr ohne Fahrgäste weg”, schildert der Leser.
Vor lauter Ratlosigkeit habe er dann die telefonische Auskunft der Deutschen Bahn (DB) kontaktiert, die für den Betrieb der S-Bahn zuständig ist. Die habe ihn aber an den Nürnberger Verkehrsverbund verwiesen. Dessen Hotline schob wiederum die Zuständigkeit der DB zu.
Der Bahnkonzern versucht auf Nachfrage der FLZ, Licht ins Dunkel zu bringen. Der Vorgang mit der Hotline werde gerade geprüft, berichtet eine Bahnsprecherin. Die DB entschuldige sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten.
Der Bus, der um 21.30 Uhr in Wicklesgreuth vorfuhr, sei tatsächlich nicht zur Weiterfahrt bestimmt gewesen. Der Busfahrer habe seine gesetzlich vorgeschriebene Ruhepause einlegen müssen. Der eigentlich geplante Ersatzbus sei wiederum mit Verspätung unterwegs gewesen. „Ursache hierfür war ein kurzfristiger, krankheitsbedingt notwendiger Fahrerwechsel.”
Für den FLZ-Leser kam das Fahrzeug jedenfalls zu spät. Am Ende behalf er sich mit der Familien-Hotline: „Meine Frau hat mich nach knapp einer Stunde in der Kälte abgeholt”, berichtet der Ansbacher.