Elf Monate nach einem mutmaßlich homophoben Angriff auf zwei Männer in Augsburg müssen sich fünf Männer vor dem Augsburger Landgericht verantworten. Zu Beginn des Verfahrens gaben drei von Ihnen über ihre Verteidiger Erklärungen ab, wonach sie die Schläge und Tritte grundsätzlich einräumen. Sie betonten jedoch, nicht aus queerfeindlichen Motiven gehandelt zu haben.
Unter den Angeklagten ist auch der 23 Jahre alte Halid S., der am Nikolausabend 2019 am Augsburger Königsplatz einen 49 Jahre alten Familienvater nach einem Streit mit einem einzigen Faustschlag getötet hatte. Der damals 17-Jährige wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Jugendstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Der Fall sorgte für bundesweite Schlagzeilen.
Wegen der aktuellen Vorwürfe sitzen Halid S. und zwei weitere der fünf Angeklagten seit Ende März bzw. Anfang April 2025 in Untersuchungshaft.
Zwei Angeklagte äußerten sich zunächst zu den Vorwürfen nicht. Vier der Männer sind wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, einer wegen Bedrohung.
Laut Anklage sollen die 23 bis 25 Jahre alten Beschuldigten auf die zwei Opfer nachts in der Maximilianstraße, der bekanntesten Feiermeile in Augsburg, aufmerksam geworden sein, weil das Duo als homosexuelles Paar erkennbar gewesen sei. Nach mehreren Beleidigungen mit sexuellem Hintergrund soll einer der beiden Männer versucht haben, einen der nun Beschuldigten am Kragen zu packen. Daraufhin sollen die beiden Männer mit Faustschlägen und Tritten traktiert worden sein, sie erlitten insbesondere Verletzungen am Kopf und Oberkörper.
Für den Prozess um die mutmaßlich homophobe Gewalttat sind elf Verhandlungstage eingeplant. Ein Urteil könnte es am 13. März geben.
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