Es fängt ganz harmlos an: Die einst erfolgreiche Ex-Kampfsportlerin Sarah (Florentina Holzinger) verlässt Wien für einen lukrativen Job in Jordanien. Dort soll sie drei junge erwachsene Töchter einer reichen Familie trainieren. Anfangs sieht das nach einer leichten Aufgabe aus.
Doch bald realisiert Sarah, dass Nour (Andria Tayeh), Fatima (Celina Antwan) und Shaima (Nagham Abu Baker) wie Gefangene gehalten werden. Als die Österreicherin versucht, ihren Schützlingen ein neues, freies Leben zu ermöglichen, geraten sie alle rasch in eine höchst gefährlich erscheinende Situation.
In ihrem zweiten abendfüllenden Spielfilm setzt die im Irak geborene kurdisch-österreichische Regisseurin und Drehbuchautorin Kurdwin Ayub effektvoll auf eine sich von Szene zu Szene steigernde Krimispannung. Das Publikum nimmt rasch Anteil an den Hoffnungen und Sehnsüchten der Frauen.
Wie nebenbei und damit überaus wirkungsvoll kommen die Kinobesucher dabei dazu, über die Schwierigkeit nachzudenken, europäische Lebensmuster in eine andere Kultur zu übertragen.
Hauptdarstellerin Florentina Holzinger hat in ihrer ersten Rolle in einem Kino-Spielfilm entscheidenden Anteil an der Wirkung des Films. Die Choreografin und Performance-Künstlerin fesselt mit einer intensiven Körpersprache, die oft mehr sagt, als es viele Dialoge könnten. Ihre Darstellung hat großen Anteil daran, dass das Drama beim internationalen Filmfestival 2024 in Locarno die zweithöchste Auszeichnung, den Spezialpreis der Jury, gewann.
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