Rettungskräfte haben am frühen Morgen die Suche nach Vermissten in den Trümmern des eingestürzten Hauses in Görlitz wieder aufgenommen. Seit sechs Uhr laufen die Arbeiten wieder auf Hochtouren, wie ein Polizeisprecher einer Reporterin der Deutschen Presse-Agentur vor Ort mitteilte.
Die Feuerwehr ließ offen, ob sie die drei Vermissten lebend finden kann. „Wir gehen ganz stark davon aus, dass wir die vermissten Personen finden. In welchem Zustand, das kann ich leider ganz schlecht sagen“, sagte eine Sprecherin. Die Wahrscheinlichkeit sinke. „Aber wenn wir Glück haben, ist vielleicht eine Person in einem Hohlraum eingeschlossen. Vielleicht gibt's ja ein Wunder.“
Bevor die Suche nach den Vermissten wieder aufgenommen werden konnte, musste laut Polizei eine Seitenwand zum rechten Nachbarhaus gestützt werden. Durch die Maßnahme sollen die Helfer bei ihrer Arbeit geschützt werden.
Zuvor wurden in der Nacht die Gasleitungen rund um die Unglücksstelle vollständig geleert, sagte eine Polizeisprecherin. Dadurch sei die Explosionsgefahr geringer und die Arbeiten seien weniger gefährlich geworden. Trotz der geleerten Gasleitungen könne es jedoch noch Hohlräume mit Gas geben, sagte die Sprecherin. Die Suche sei während den Maßnahmen aus Sicherheitsgründen unterbrochen worden.
Bereits zuvor war das Gas vorsorglich abgestellt worden. Ziel war es, die Sicherheit der Anwohner und Einsatzkräfte zu gewährleisten, wie die Stadtwerke mitgeteilt hatten.
Das Haus war am Montagabend eingestürzt. An der Unglücksstelle wird nach drei vermissten Menschen gesucht. Von zwei Frauen und einem Mann fehlt jedes Lebenszeichen. Es sei zudem nicht auszuschließen, dass sich zum Zeitpunkt des Einsturzes auch Menschen auf dem Gehweg befanden, teilte eine Sprecherin der Feuerwehr mit. Die Ursache für das Unglück ist weiter unklar.
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