Riesiger Umschlagplatz für Kühlschränke und Bücher im Süden von Dombühl | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 30.01.2026 15:56, aktualisiert am 03.02.2026 17:59

Riesiger Umschlagplatz für Kühlschränke und Bücher im Süden von Dombühl

Noch stehen im neuen Gewerbegebiet Dombühl-Süd keine Hallen. Wie die beiden Komplexe aussehen werden, für die es jetzt einen Mieter gibt, zeigt die Visualisierung. (Grafik: Bauwo Grundstücksgesellschaft mbH)
Noch stehen im neuen Gewerbegebiet Dombühl-Süd keine Hallen. Wie die beiden Komplexe aussehen werden, für die es jetzt einen Mieter gibt, zeigt die Visualisierung. (Grafik: Bauwo Grundstücksgesellschaft mbH)
Noch stehen im neuen Gewerbegebiet Dombühl-Süd keine Hallen. Wie die beiden Komplexe aussehen werden, für die es jetzt einen Mieter gibt, zeigt die Visualisierung. (Grafik: Bauwo Grundstücksgesellschaft mbH)

Kühlschränke, Waschmaschinen und andere Haushaltsgeräte, aber auch Bücher: All das wird die Firma, die als erste Mieterin der im neuen Dombühler Gewerbegebiet-Süd geplanten Hallen feststeht, dort umschlagen und rund 50 Arbeitsplätze schaffen. Wie viele Fahrzeugbewegungen das mit sich bringt, ist noch unklar.

„Müller – Die lila Logistik“ heißt das Unternehmen mit Sitz in Besigheim bei Stuttgart. Es wird zwei der insgesamt drei Gebäudekomplexe nutzen, die von der in Hannover ansässigen Projektgesellschaft Bauwo GmbH in dem Areal realisiert werden. Die Geschäftsleitung der Logistikfirma bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung den Vertragsabschluss und erklärte, dass es konkret um die Anmietung von 52.000 Quadratmetern Fläche geht und die Inbetriebnahme noch im Jahr 2026 vorgesehen ist.

Rund 2400 Beschäftigte und 20 Niederlassungen

Der börsennotierte Logistikdienstleister beschäftigt nach eigenen Angaben rund 2400 Menschen an gut 20 Standorten in ganz Deutschland und einigen Nachbarstaaten. Die vom Landkreis Ansbach aus nächstgelegenen befinden sich in Wemding (Landkreis Donau-Ries), Blaufelden (Landkreis Schwäbisch Hall) und Nürnberg.

Das Unternehmen sei „in der Kontraktlogistik breit aufgestellt“ und zähle „in der Verlagslogistik zu den führenden Anbietern Deutschlands“, heißt es in der Mitteilung der Firma. Der künftige Standort in Dombühl werde eine der größten Niederlassungen des Unternehmens sein. Die Ansiedlung sei auch als „starkes Signal“ an Kunden und Beschäftigte zu werten. „Wir setzen auf Wachstum und investieren in Standorte, die mit moderner Technik ausgestattet und nach Nachhaltigkeitsprinzipien verantwortungsbewusst realisiert werden“, wird Unternehmenschef Michael Müller zitiert.

Unternehmen investiert selber siebenstellig

Die Firma setze an ihren Standorten auf „hochflexible Lagermöglichkeiten“. Geplant seien unter anderem Ausstattungen mit „erhöhter Bodenebenheit für Schmalganglager“, um beim Warenumschlag unterschiedlichen Anforderungen auch im Bereich Digitalisierung und Automatisierung gerecht zu werden. Für diese zusätzlichen Einbauten und weitere Ausstattung wird das Unternehmen als Mieter nach eigenen Angaben selbst noch einmal einen siebenstelligen Betrag investieren.

In den beiden Hallen in Dombühl würden künftig „unter anderem die Logistikprozesse eines Kunden aus der Elektronik-Branche“ abgewickelt, so die Geschäftsleitung weiter. Welcher Hersteller das konkret ist und ob die in Dombühl geplante Konzentration mit Veränderungen für einen anderen Unternehmensstandort, etwa in Nürnberg, verbunden sein könnte, ließ das Unternehmen offen.

Hingewiesen wird in der Mitteilung auf den von Dombühl aus nächstgelegenen Standort Blaufelden. Dort sei 2025 die Realisierung eines hochautomatisierten Logistikzentrums in Angriff genommen worden, in welchem Kunden „aus den Bereichen Book & Media und E-Commerce“ betreut würden.

Weitere Mieter bisher nicht bekannt

Neben der Bauwo GmbH ist im Südosten Dombühls eine zweite Gesellschaft, die DLH Real Estate mit Sitz in Hamburg und Düsseldorf, als Projektentwicklerin tätig. Mit dem Beginn der Erdarbeiten war in beiden Fällen im Herbst die bauliche Umsetzung gestartet worden. Zur Nutzung der DLH-Gebäude und des dritten Bauwo-Komplexes ist aktuell noch nichts bekannt. Dass weitere Logistikunternehmen als Mieter kommen, gilt als wahrscheinlich.

Gegen die Ausweisung des Gewerbeareals südlich der Bahnstrecke hatte es vonseiten des Bunds Naturschutz jahrelangen Widerstand gegeben. Vor einem Jahr endete die juristische Auseinandersetzung mit einem Vergleich, so dass für die Erschließung grünes Licht gegeben werden konnte. Die Kommune war hierfür mit dem Bau einer Zubringerstraße schon in Vorleistung gegangen.

Die nun feststehende erste Ansiedlung werde der Gemeinde schon einmal zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen in sechsstelliger Höhe bescheren, erklärte unterdessen Bürgermeister Jürgen Geier und äußerte sich erfreut über die Nachricht.

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