Der Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ist ein großer Immobilienbesitzer, was entsprechenden Aufwand verursacht: Das Landratsamt, zahlreiche Schulen, außerdem Sporthallen und ein Schwimmbad sowie das Blockschülerheim in Neustadt sind zu erhalten oder gar zu erneuern und erweitern. Im Bauausschuss des Kreistags wurde mit Blick auf den Haushalt 2025 vorgestellt, was getan wurde und was ansteht.
Armin Ruhl, Helmut Schwendner und Stefan Hahn von der Liegenschaftsverwaltung präsentierten die Maßnahmen. 25 Millionen Euro hat über mehrere Jahre hinweg der Neubau des Gymnasiums Scheinfeld gekostet, etwa die Hälfte davon hatte der Kreis zu stemmen. Damit blieb man sehr nah bei der Kostenberechnung von 2017.
Mit Kosten in ähnlicher Höhe rechnet man für den nächsten Schulbau: die Generalsanierung und den Neubau des beruflichen Schulzentrums in Bad Windsheim. Der Kreis kalkuliert dafür ebenfalls 25 Millionen Euro ein, von denen etwa die Hälfte der Landkreis zu tragen hat. Der Baubeginn ist 2026 geplant, doch im kommenden Jahr wird intensiv weiter geplant: Voraussichtlich wird im März ein Vorentwurf präsentiert, und bis in den Herbst ein genehmigungsreifer Entwurf eingereicht.
Beim Landratsamt wurden die Pläne zwar zurückgestutzt, doch die Fertigstellung des Anbaus, der Außenflächen und die statt der Generalsanierung geplante „punktuelle Ertüchtigung“ beschäftigen die Bauverwaltung ebenfalls stark. Schnell wurde der Hochbau für den Anbau des Landratsamts erstellt, der Ausbau zieht sich dagegen hin. Bisher liegt man sehr gut innerhalb der Kostenberechnung in Höhe von knapp elf Millionen Euro, allerdings werden noch einige Nachträge nötig, warnte Helmut Schwendner vor.
Der bei weitem größte Brocken neben dem Anbau ist dabei mit gut 1,5 Millionen Euro der Bau von Parkplätzen und die Gestaltung der Außenflächen. Dazu kommen im bisherigen Landratsamt eine PV-Anlage auf dem Dach (Kostenpunkt: gut 400.000 Euro), der ebenfalls sechsstellige Aufwand für Anstrich und Ausbesserungen an Fenstern und Fassade, mehr als 200.000 Euro für den W-Lan-Ausbau und die Erneuerung der Schließanlage für knapp 100.000 Euro.
Diese Maßnahmen mit einem Volumen von knapp 2,3 Millionen Euro sind für 2025 und 2026 vorgesehen. Dazu kommen später dann noch „soziale“ Baumaßnahmen wie die Sanierung der Kantine und die Verbesserung des Arbeitsumfelds, zum Beispiel durch Begegnungsflächen. Gesamtkosten: knapp 1,2 Millionen Euro. Ab 2027 sind außerdem Verbesserungen in den Kundenbereichen geplant. Dafür muss noch ein Konzept erstellt werden.
Am Berufsschulzentrum in Scheinfeld werden rund 2500 Quadratmeter Dach saniert. Der Südflügel ist fertig. Die darauf installierte Photovoltaikanlage wurde während der Bauzeit abgebaut und ist nun wieder drauf. Für diese Anlage vermietet der Kreis das Dach. Auf den Nordflügel soll nach der Sanierung eine landkreiseigene PV-Anlage installiert werden – mit einer Größe von 70 kWp und einem Batteriespeicher.
Bauausschussmitglied Renate Ixmeier fragte nach, ob schon eine Nachnutzung feststehe, wenn das Zentrum für Pflegeberufe nach Bad Windsheim ziehe. Die Gespräche seien noch nicht auf dem Stand, dass man darüber berichten könnte, antwortete Landrat Christian von Dobschütz. Als eine Möglichkeit nannte er die Verwaltung des Naturparkzentrums.
Demnächst fertig werden soll ein gläserner Verbindungsgang, der an der Berufsschule Neustadt das Verwaltungsgebäude von der Rückseite her auf Höhe des ersten Stocks barrierefrei zugänglich macht. Gut 200.000 Euro sind dafür eingeplant.
Beim reinen Gebäudeunterhalt ist mit rund 300.000 Euro der bei weitem größte Punkt der Umzug der Pflegeschule aus Scheinfeld in das Wilhelm-Steller-Gymnasium in Bad Windsheim, der schon zum Schuljahr 2025/26 fertig sein soll – „ein sehr ehrgeiziges Ziel“, wie es in der Sitzung hieß.
Ein sechsstelliger Betrag ist auch für die Teilerneuerung der Gebäudeleittechnik im Schulzentrum Neustadt nötig. Für die vorhandene Technik seien keine Ersatzteile mehr zu bekommen, hieß es.