Zwei Schneestürme haben am Freitag den Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim heimgesucht. Nahe dem Gutenstettener Ortsteil Haag kippte am Morgen ein Auto auf die Seite. Am Abend herrschte auf den Straßen Chaos, die Neustädter Polizei kam ob der vielen Unfälle kaum noch hinterher.
Um 7.37 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle in Ansbach die Feuerwehren aus Gutenstetten und Diespeck, informiert Kreisfeuerwehrsprecher Rainer Weiskirchen. Ein Auto war bei winterlichen Verhältnissen nahe Haag von der Fahrbahn abgekommen, im Straßengraben gelandet und auf die Seite gekippt. Die Fahrerin war im Wagen eingeschlossen, jedoch nicht eingeklemmt und wurde laut Weiskirchen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes von Feuerwehrkräften betreut.
Die Einsatzkräfte befreiten die Frau aus ihrer misslichen Lage, stellten den Brandschutz sicher und regelten den Verkehr. Die Fahrerin wurde nach Angaben der Polizei mit Prellungen ins Krankenhaus gebracht. Das Fahrzeug musste abgeschleppt werden.
Auf der Bundesstraße 8 ging am Morgen bei Altmannshausen phasenweise nicht mehr allzu viel, vor allem für Lastwagenfahrer. Sie hatten auf schneebedeckter Fahrbahn Probleme, die kleinen Anhöhen hinaufzukommen, erläuterte Carsten Keller, Leiter der Neustädter Polizeiinspektion. Auch auf der Ansbacher Straße in Neustadt war es wetterbedingt sehr glatt und es gab laut Keller für manche Verkehrsteilnehmer Probleme. Zu Unfällen kam es in beiden Fällen aber nicht.
Im Gebiet der Bad Windsheimer Polizeiinspektion blieb es sehr ruhig. „Überhaupt nichts”, antwortete PI-Chef Heiko Dürr auf die Frage nach schneebedingten Unfällen. „Die Straßen waren aber auch wirklich sehr gut präpariert.”
Am Abend spitzte sich die Lage noch einmal erheblich zu, denn am späten Freitagnachmittag setzte wieder starker Schneefall ein und verwandelte die Straßen in Rutschbahnen. Die Lage war am Abend noch sehr unübersichtlich, die Neustädter Polizei hatte ob der vielen Unfälle alle Hände voll zu tun.
Der Schwerpunkt lag vor allem auf den Höhenzügen im Steigerwald. Wie Kreisfeuerwehrsprecher Weiskirchen informierte, wurden gegen 16.55 Uhr die Feuerwehren aus Altershausen, Münchsteinach und Schornweisach zu einem schweren Unfall zwischen Altershausen und Schornweisach alarmiert. In der Erstmeldung war nur von einer leicht verletzten Person die Rede, vor Ort stellte sich laut Weiskirchen allerdings heraus, dass die Feuerwehrkräfte den Betroffenen aus dem Wrack schneiden mussten. Er wurde dem Rettungsdienst übergeben, über die Schwere der Verletzungen liegen noch keine Informationen vor.
Wenig später, gegen 17.45 Uhr, ereignete sich ein Frontalzusammenstoß zweier Autos zwischen Abtsgreuth und Hombeer. Laut Weiskirchen blieb es bei Blechschaden. Auch die First Responder aus Burghaslach rückten dorthin aus. Die Straße war gesperrt, der Rettungsdienst konnte ohne Verletzte wieder abrücken, so der Kreisfeuerwehrsprecher.
Nach Informationen unserer Redaktion waren die Anstiege im gesamten Landkreis nur schwer zu bewältigen, mehrere Autos und Lastwagen hatten sich aufgrund der Glätte bereits festgefahren, so beispielsweise am Scheinfelder Berg hinauf Richtung Schwarzenberg. Auf der B13 kam es an der Landkreisgrenze vor allem im unterfränkischen Raum zu erheblichen Blockaden durch querstehende Lastwagen.
In Ippesheim rückte die Feuerwehr gegen 16.20 Uhr aus, weil im Ort ein Auto gegen eine Mauer geprallt war. Allerdings blieb es auch dort, so Weiskirchen, bei Blechschaden.