Die Wahl bewegt: In allen Wahllokalen war das Interesse groß. In der AWO-Kindertagesstätte im Herterichweg zum Beispiel sind die Schwestern Christina und Daniela Gögelein als Wahlhelferinnen: „Bei uns gibt es 1026 Wahlberechtigte. 483 haben ihre Stimme per Brief abgegeben.” Gegen 16.30 Uhr haben 208 vor Ort gewählt.
Zwei der Wählenden sind Anca und Julian Dima. Als Ärztin und Arzt ist für sie die Gesundheitsversorgung ein wichtiges Thema: „Wir haben uns über Zeitung und Internet informiert. Wir glauben, einen passenden Kandidaten gefunden zu haben.” Sie leben zwar schon seit zehn Jahren in Rothenburg, haben aber erst seit einem Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft – die Wahl ist für sie eine Premiere.
Außerdem hat das Ehepaar Dima einen Sohn und eine Tochter: „Für Kinder fehlen Freizeitangebote. Wir wählten auch, damit sich in der Stadt für die Jungen etwas ändert.”
Elisa Hardung ist Wahlhelferin im Wahllokal 6 in der Sporthalle des Campus. Außerdem ist sie Sachbearbeiterin im Büro des Oberbürgermeisters und schon gespannt, ob ihr Chef bleibt oder sie einen neuen bekommen wird. Auch sie bestätigt die hohe Wahlbeteiligung: „Bei uns gibt es 1094 Wahlberechtigte. 460 haben allein per Briefwahl abgestimmt.” Gegen 17 Uhr haben weitere 200 im Lokal abgestimmt.
Josh Komorek wirft seine Wahlzettel bei Hardung ein. Er nimmt sein Recht zu wählen immer wahr, verrät er: „Es gibt Kandidaten, die ich gut finde und die ich unterstützen will”, sagt er. Außerdem will er einen Oberbürgermeister, der auch auf die Einheimischen schaut und nicht nur auf den Tourismus. Das Dauerbrennerthema Klinik ist für ihn hingegen nicht wichtig.
Stellvertretender Wahlleiter Roland Pfaffelhuber sieht mit 3927 Briefwahlen keine Erhöhung zu vor sechs Jahren. Aber auch er hat den Eindruck, dass der Andrang in den Wahllokalen etwas höher ist als sonst. „Das könnte auch dem schönen Wetter geschuldet sein”, vermutet er.